Sagt ruhig „Remigration“. Der Begriff bedeutet, was wir daraus machen.
Ein Beitrag von
Der Begriff „Remigration“ ist zum Unwort des Jahres gekürt worden. Zu Recht? NIUS Redakteur Felix Perrefort findet, dieser Begriff ist unproblematisch, und erläutert in seinem folgenden Kommentar, warum. Redakteurin Judith Sevinç Basad spricht sich gegen die Verwendung des Unworts aus. Lesen Sie hier ihren Kontra-Kommentar: Hört auf, den Begriff „Remigration“ zu verwenden!
Hier der Pro-Kommentar:
Im Unterschied zu „Abschiebung“ oder „Rückführung“ eignet sich der Begriff „Remigration“ dazu, zu einer seriösen und humanen Antwort auf die Fehlentwicklungen der Migrationspolitik zu finden. Während die ersten beiden Begriffe den unmittelbaren Vollzug der Staatsgewalt ins Zentrum rücken, ist mit Remigration eine langfristige Entwicklung gemeint, die sich gemäß bürgerlich-demokratischer Kriterien und Ziele steuern ließe.
Unübersehbare Fehlentwicklungen sind kein düsteres Schicksal, sondern unter gesellschaftliche Kontrolle zu bringen und im Rahmen des Rechts umzukehren. Anders als etwa das Wort „Abschiebungsoffensive“, das an brutale Staatswillkür denken lässt, fließt unter dem Begriff der Remigration ein dem Grundgesetz verpflichtetes Nachdenken wie von selbst. Denn der Begriff sagt über Mittel und Wege ihrer Umsetzung nichts aus, sondern geht als Leitvorstellung von einer simplen Feststellung aus: Die Folgen ungesteuerter, blauäugiger Migration sind in umsichtiger Remigration in den Griff zu kriegen. Missstände können langsam, legal und langfristig behoben, Fehlentwicklungen beendet, ein Neuanfang gewagt werden. Wo wollen wir langfristig hin? Wie soll die demografische Zusammensetzung Deutschlands im Jahr 2070 aussehen? Was kann man tun? Um pauschale Migrantenfeindlichkeit und willkürliche Ausbürgerungen geht es dabei freilich nicht.
In der Remigrationspolitik gewinnt die einheimische Gesellschaft die Kontrolle über die Bedingungen zurück, unter denen sie leben will, nachdem in der Migrationspolitik der staatliche Kontrollverlust auf Dauer gestellt wurde. Der Wunsch der Menschen nach langfristiger Bewahrung gesellschaftskultureller Identität ist selbstverständlich, nicht weiter erklärungsbedürftig. Wo dieser in geteilter Geschichte und Wertetradition entstandene Kern auf dem Spiel steht, muss gegengesteuert werden.

Deutschland hat sich übernommen. Ein grundsätzliches Umdenken ist notwendig.
Die seit 2015 entgrenzte Migration wurde sprachpolitisch begleitet von Begriffen wie „Geflüchteter“, die in irreführender Weise von Motiven und Schutzbedürftigkeit der Migranten abstrahierten. Die Remigrationspolitik ist die Chance, unterscheiden zu lernen, wo bisher gleichgemacht wurde, und dadurch dem migrierenden Individuum wie der aufnehmenden Gesellschaft gerecht zu werden, die jedes Recht hat, darüber zu bestimmen, wen sie dauerhaft möchte. Ein Atheist, der in Deutschland ein angstfreies Leben sucht, das ihm sein islamisches Land verwehrt, hat mit einem Islamisten, der Islamkritik mit Gewalt beantwortet, nichts gemein. Eine Frau, die das Kopftuch ablegen, den Wind in den Haaren spüren will, ist nicht gleichermaßen „geflüchtet“ wie jemand, für den die „Familienehre“ am „Jungfernhäutchen“ hängt.
Während Migration vom Individuum absah, um es in einer diffusen „Vielfalt“ verschwinden zu lassen, erlaubt die Remigration Migranten wieder so zu sehen, wie sie wirklich sind und nicht wie sie gewünscht werden. Wer passt hierhin? Wer nicht? Wen wollen wir? Wen nicht? Im Nachdenken über Remigration können Debatten nachgeholt werden, die im Keim erstickt wurden. Die Gesellschaft, schreibt Douglas Murray auf Merkels autoritären Diskurs zurückblickend, „will zum Beispiel wissen, ob diese Menschen, die gekommen sind, für immer bleiben werden, was sie hier tun und werden wollen. Man will wissen, ob die Einwanderer Deutsche werden wollen, und wenn ja, was es bedeutet, ein Deutscher zu sein.“
Dass Remigration mit „Vertreibung“, „Deportation“ und dergleichen Horrorszenarien in Verbindung stünde, geht auf Desinformation von „Correctiv“ zurück, vom „Volksverpetzer“ in plakative Fake-News übersetzt und in zahlreichen anderen Medien unkritisch kolportiert. Dieses Theater entbehrte von Anfang an jedweder Substanz. Den Begriff der Remigration nach links zu verteidigen, bedeutet, solche Hirngespinste gar nicht ernst zu nehmen. Wo er tatsächlich in Verbindung mit „reinrassig“ orientierter Politik steht, die zu rechtswidrigen Mitteln bereit wäre, ist er auch nach rechts zu verteidigen: Die bürgerliche Gesellschaft ist der Ausgangspunkt jeder Remigrationspolitik, kein teutonischer Ethnostaat, das steht außer Frage.
Die Umsetzung geltender Gesetze, die Ausweisung in großer Zahl hier lebender Ausreisepflichtiger, hätte bereits Remigration zur Folge. Mit dieser Verwirklichung des Rechtswillen wäre ein wegweisender Anfang gemacht.
Mehr NIUS:
Jan Josef Liefers als Versöhner: Macht diesen Mann zum Bundespräsidenten!
Die neue Esskultur der Deutschen Bahn: Currywurst ohne Pommes, kein Speiseeis
Die Linke beweist auf ihrem Parteitag: Die SED ist nie untergegangen
Gelddruck-Maschine für die FIFA: Hört auf, von Trinkpausen zu sprechen!
Peinliche Polit-Propaganda – für wie bescheuert halten die uns eigentlich?!
Berliner Kino gedenkt der „Deutschen Schuld” mit „Gratis: Pelmeni und Vodka”
Beim Freigang stand das Fluchtmotorrad schon bereit: Warum der Fall des Frauenmörders Benjamin Fricke so unfassbar ist!
Kaufen, kaufen, kaufen – es gibt nichts Schöneres
Mehr NIUS:
Gelddruck-Maschine für die FIFA: Hört auf, von Trinkpausen zu sprechen!
Peinliche Polit-Propaganda – für wie bescheuert halten die uns eigentlich?!
Berliner Kino gedenkt der „Deutschen Schuld” mit „Gratis: Pelmeni und Vodka”
Beim Freigang stand das Fluchtmotorrad schon bereit: Warum der Fall des Frauenmörders Benjamin Fricke so unfassbar ist!
Kaufen, kaufen, kaufen – es gibt nichts Schöneres
Wegducken gilt nicht mehr: Die CDU muss vor der Wahl sagen, ob sie mit den Linken regieren würde
Die letzten Helden tragen Trikots
Gedenken an den 17. Juni: Die Einheit wurde uns nicht geschenkt
Felix Perrefort
Artikel teilen
Kommentare