Mitarbeiterin von Ricarda Lang stimmt mit der AfD: Sie hat nichts Falsches getan
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Die Empörung der Grünen kannte keine Grenzen: Als CDU-Chef Friedrich Merz kürzlich zaghaft eine Zusammenarbeit mit der AfD andeutete, zumindest auf kommunaler Ebene, war die Parteispitze der Moralversessenen außer sich. Zwar ruderte Merz in Rekordtempo zurück, doch hielt das zahlreiche Grüne nicht davon ab, sich in ihren Schreckensszenarien zu überbieten: „Das ist geschichtsvergessener Offenbarungseid einer deutschen konservativen Partei“, echauffierte sich etwa der Fraktionsvize der Grünen im Bundestag, Konstantin von Notz. Man müsse sich ernsthafte Sorgen um die Zukunft machen. Auch Parteichefin Ricarda Lang belehrte die Union regelmäßig im Gouvernantenton: Die Brandmauer nach rechts müsse stehen – ganz gleich, um welches Thema es geht.
Zwar gab es bereits in der Vergangenheit zum Leidwesen der Grünen-Vertreter zahlreiche Beispiele, in denen Parteien auf kommunaler Ebene mit der AfD kooperierten. Doch nun passierte das Unverstellbare: Die Brandmauer bröckelt erneut und involviert ist dabei ausgerechnet eine Mitarbeiterin von Ricarda Lang, die in der baden-württembergischen Kleinstadt Backnang als Kreisrätin tätig ist. Im Gemeinderat wagten es die Fraktionen von SPD, Grünen und große Teile der CDU, für einen Änderungsantrag der AfD zu stimmen. Das Thema: Die Förderung eines privaten Theaters.
Abstruse Abgrenzungssymbolik
Doch selbst ein so harmlos anmutendes Thema reicht heutzutage aus, um für erhitzte Gemüter zu sorgen. In der Bundesrepublik zählt das kulturelle Wohl der Bürger längst nicht mehr so viel wie das verzweifelte Festklammern der politischen Klasse an einer abstrusen Abgrenzungssymbolik.
Wenn die Grünen die Ansprüche, die sie an andere Parteien stellen, an sich selbst anlegen würde, müsste nun zwangsläufig ein Parteiausschlussverfahren folgen. Doch die Könige der Doppelmoral schaffen sich stets ihre eigenen Regeln. Zumal Ricarda Lang treuherzig verspricht: Das kommt nicht wieder vor.
Verdient hätte es Juliana Eusebi, die Mitarbeiterin von Ricarda Lang, ohnehin nicht. Sie hat nichts Falsches getan. Wenn die Förderung eines privaten Theaters für sie als Kreisrätin die richtige Gewissensentscheidung darstellt, dann ist es ihr gutes Recht, auch bei einem Sachantrag des politischen Gegners mitzuwirken. Politik im Sinne der Bürger zu betreiben, ist sicherlich kein Verbrechen. Doch zumindest die Äußerungen einzelner Funktionäre an der Basis, die Langs Abgrenzungswahn nun als „blanken Schwachsinn“ bezeichen, lassen darauf hoffen, dass der gesunde Menschenverstand auch unter den Grünen noch nicht ausgestorben ist.
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