Tottreten, Schädel einschlagen, Messermord: Wie konnte es geschehen, dass wir uns an sowas gewöhnen?
Ein Beitrag von
Es vergeht kein Tag in Deutschland, an dem nicht fürchterliche Verbrechen geschehen. Es scheint, als seien die Täter entfesselt wie nie. Und es scheint auch, dass wir – die Öffentlichkeit – immer weniger darüber sprechen. Die Empörung ist da, wenn wir von dem Verbrechen hören. Aber sie wird kleiner oder verschwindet, wenn wir mit einem neuen Verbrechen konfrontiert werden oder etwas Zeit vergangen ist.
Wie konnte es geschehen, dass wir uns an so was gewöhnen? Ein Erklärungsversuch.
Selbst schlimmste Verbrechen haben Nachfolger. Will heißen: Die Fähigkeit, mit einem Opfer mitzuleiden, das man nicht kannte, ist endlich. Und das Mitleid nimmt ab, wenn ein paar Tage vergangen sind. Oder wenn so viele Verbrechen geschehen wie in letzter Zeit. Menschen stumpfen ab – auch vor dem Elend.
Das große offizielle Schweigen: Es kann nicht sein, was nicht sein darf
Nehmen wir den grauenhaften Totschlag von Bad Oeynhausen. Der Deutsch-Grieche Philippos T. hatte seine Schwester zur Abiturfeier besucht. Mit einem Freund war er nachts im Kurpark mit einer Gruppe junger Männer in Streit geraten – laut seinem Vater versuchte er zu schlichten. Der 18-jährige polizeibekannte Syrer Mwafak A. hatte so brutal auf den Kopf seines Opfers eingeprügelt und getreten, dass Philippos T. wenige Tage später im Krankenhaus starb. Bundesinnenministerin Faeser hatte in ihrer Erklärung mehr über den Täter und dessen Wohnverhältnisse gesprochen als über das tragische Opfer.

Philippos (links) wurde von Mwafak A. erschlagen, als er von der Abifeier seiner kleinen Schwester kam.
Und da sind wir beim zweiten Erklärungsversuch. Wenn Asylbewerber oder Migranten an Verbrechen beteiligt sind, beginnt oft das große offizielle Schweigen. Motto: Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Natürlich gibt es deutsche Intensivtäter. Aber Angriffe mit Macheten zum Beispiel waren jahrzehntelang in Deutschland Straftaten, die nicht mal erfasst wurden, weil es so wenige waren. Und das gilt auch für die Vielzahl von Messermorden. Wenn es jeden Tag irgendwo in Deutschland einen Messerangriff gibt, nimmt Anteil und Mitleid ab – leider.
Hemmschwellen sind überschritten: immer mehr Verbrechen, immer brutaler ausgeführt
Die Täter sind immer jünger, die Taten immer brutaler. Beispiel Hannover: In einem U-Bahnhof haben Jugendliche eine 56-Jährige so lange getreten, bis sie ins Gleisbett rutschte (NIUS berichtete). Mutige Passanten warnten die einfahrende Bahn vor der Gefahr und retteten so dem Opfer vermutlich das Leben.

Daniel Heinke, Honorarprofessor für Terrorismusforschung an der Hochschule für Öffentliche Verwaltung Bremen.
Auf ein am Boden liegendes Opfer einzutreten, ist das Überschreiten einer Hemmschwelle, die in dieser Häufigkeit bisher unbekannt war. Prof. Dr. Daniel Heinke, Jurist aus Bremen, hat die Wirkung von Fußtritten gegen den Schädel eines Opfers empirisch untersuchen lassen. Ergebnis: 60 Prozent der Opfer erlitten Mehrfachfrakturen, alle erlitten Blutungen innerhalb des Schädels. Seine Untersuchungen ergaben, dass es „keine ungefährlichen Tritte“ gebe. Auch gibt es keinen Zusammenhang zwischen den Schuhen, mit denen der Täter gegen den Kopf seines Opfers tritt. Man kann durch Tritte mit Sportschuhen sterben, genau wie durch Tritte mit schweren Lederschuhen. Es kommt nur darauf an, mit welcher Geschwindigkeit und mit welcher Brutalität auf ein Opfer eingetreten werde.
Immer mehr Verbrechen, immer brutaler ausgeführt, immer jünger die Täter. Und oft werden die Verbrechen gefilmt und hochgeladen. Man zeigt die Gräueltaten im Freundeskreis, wie man früher ein Urlaubsvideo präsentiert hat.
Mein gesunder Menschenverstand sagt mir: Wir dürfen dieser Eskalation nicht länger zusehen. Die Behörden müssen handeln. Es darf nicht länger über Täter geschwiegen werden.
Mehr NIUS:
Jan Josef Liefers als Versöhner: Macht diesen Mann zum Bundespräsidenten!
Die neue Esskultur der Deutschen Bahn: Currywurst ohne Pommes, kein Speiseeis
Die Linke beweist auf ihrem Parteitag: Die SED ist nie untergegangen
Gelddruck-Maschine für die FIFA: Hört auf, von Trinkpausen zu sprechen!
Peinliche Polit-Propaganda – für wie bescheuert halten die uns eigentlich?!
Berliner Kino gedenkt der „Deutschen Schuld” mit „Gratis: Pelmeni und Vodka”
Beim Freigang stand das Fluchtmotorrad schon bereit: Warum der Fall des Frauenmörders Benjamin Fricke so unfassbar ist!
Kaufen, kaufen, kaufen – es gibt nichts Schöneres
Mehr NIUS:
Gelddruck-Maschine für die FIFA: Hört auf, von Trinkpausen zu sprechen!
Peinliche Polit-Propaganda – für wie bescheuert halten die uns eigentlich?!
Berliner Kino gedenkt der „Deutschen Schuld” mit „Gratis: Pelmeni und Vodka”
Beim Freigang stand das Fluchtmotorrad schon bereit: Warum der Fall des Frauenmörders Benjamin Fricke so unfassbar ist!
Kaufen, kaufen, kaufen – es gibt nichts Schöneres
Wegducken gilt nicht mehr: Die CDU muss vor der Wahl sagen, ob sie mit den Linken regieren würde
Die letzten Helden tragen Trikots
Gedenken an den 17. Juni: Die Einheit wurde uns nicht geschenkt
Louis Hagen
Artikel teilen
Kommentare