Urlaubsbuchungen brechen ein: Was wird nur aus der schönsten Zeit des Jahres?
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Was den Urlaub angeht, sind sich die Hälfte der Deutschen einig: Lieber auf neue Klamotten für den Urlaub verzichten als auf den Urlaub selbst. Nach dieser Devise handeln statistisch gesehen 46 Prozent der Befragten. Gemäß einer Studie des Unterkunft-Suchportals Trivago, über deren Ergebnisse die FAZ berichtet, würde jeder zweite Deutsche über drei Monate auf den Kauf sämtlicher Bekleidung verzichten, um die Urlaubskasse aufzubessern. 31 Prozent würden Videostreamingdienste kündigen, 33 Prozent den Besuch im Fitnessstudio streichen, bevor sie auf den Urlaub verzichteten. Urlaub genießt einen hohen Stellenwert, nur drei Prozent stufen ihn als „nicht notwendig“ ein.
Wissenschaftlich bewiesen ist: Reisen aktiviert unser Gehirn und lässt das Glückshormon Dopamin ausschütten. Während der Reise erleben wir intensive Glücksmomente, die unser Gehirn regelrecht speichert. Laut neuer Untersuchungen wirkt Reisen sich nicht nur auf das allgemeine Wohlbefinden, die Zufriedenheit und das Stresslevel positiv aus, sondern auch auf die Länge und Qualität des Schlafs.
Wie sieht es nun mit dem Urlaub aus in diesem Jahr?
Krisen und Preisrisiken fordern ihren Tribut
Die Neubuchungen sind eingebrochen – vor allem für Reiseveranstalter mit dem Schwerpunkt Pauschalreisen, stellte der Marktforscher Travel Data and Analytics (TDA) fest: 19 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahresmonat. „Die Kombination aus einer Krise und Preisrisiken führt zur Buchungszurückhaltung“, sagt TDA-Fachmann Roland Gassner der FAZ. „Das, was im März und Anfang April nicht gebucht wurde, fehlt bei Reisen im Mai und Juni. Für das Geschäft mit Best Agern, kinderlosen Paaren und Singles sind diese Monate aber eigentlich eine wichtige Phase.“

Urlaub in Deutschland: Am Strand von Binz erholt man sich bestens.
Hinter den Kulissen der Reisebranche spricht mancher von einem „Sturm“, der durch die Branche wirbele. Der touristische Klimaindex des Beratungsunternehmens Dr. Fried und Partner, eine Art Ifo-Index für die Reisebranche, ist auf 75 gestürzt. Werte unter 100 zeigen Pessimismus an. Der Index lag in den vergangenen zwei Jahrzehnten nur im ersten Corona-Jahr niedriger.
Reisebuchungen in die Türkei halbierten sich
Der Lufthansa-Konzern nahm gerade Tausende Flüge für die nächsten Monate aus dem Plan. Die Krise verschiebt Reiseströme. In der Trivago-Umfrage gaben 32 Prozent an, Ziele zu meiden, die sie früher in Betracht gezogen hätten. 46 Prozent fokussieren sich auf Ziele, die ihnen vertrauter seien oder die sie als sicher ansähen. Dabei werden Länder in einem sehr weiten Umkreis um die Golfregion aussortiert. Laut TDA war die Türkei vor Kriegsbeginn zum meistgebuchten Pauschalreiseziel aufgestiegen, im März halbierten sich die Neubuchungen.
Viele Deutsche scheinen in diesen krisengeschüttelten Wochen ein neues Urlaubsziel ausgemacht zu haben. Eines, in dem sehr viele Menschen noch nie Urlaub gemacht haben.
Das neue Reiseziel heißt Deutschland. Vielleicht wird für viele die Reise ins eigene Land die schönste Zeit des Jahres. Mein gesunder Menschenverstand sagt mir: Das wäre großartig!
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