Warum der Feminismus bei Iran, Venezuela und Israel versagt
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Wo uns sonst die moralischen Appelle diverser Feministinnen erreichen, ist in den letzten Tagen plötzlich vermehrt Stille aufgetreten. Ausgerechnet dann, wenn sich im Iran eine feministische Revolution vor den Augen der Weltöffentlichkeit abspielt, schweigt der moderne Feminismus. Warum nur?
Dass das Leben in Venezuela unter Maduro für die Bevölkerung von Repression, Angst und Gewalt geprägt war, dürfte allgemein bekannt sein. Das gilt natürlich auch für Frauen, die genauso von Verfolgung, Folter und Gewalt bedroht waren. Es ist somit auch als wahrlich positiver Fortschritt für die venezolanischen Frauen einzustufen, dass mit Nicolás Maduro nun ein grausamer Diktator entmachtet wurde.

Der ehemalige venezolanische Autokrat Nicolás Maduro (2 v.l.) bei seiner Ankunft vor dem Federal Court in Manhattan, New York, am 5. Januar 2026. Dahinter im Partnerlook: seine Frau, Cilia Flores.
Das sehen allerdings ausgerechnet viele Vertreter des modernen Feminismus anders. So veröffentlichte beispielsweise die internationale feministische Organisation AWID („Association for Women’s Rights in Development“) anlässlich des Coups der US-Administration in Venezuela eine Aussendung, die einen nur ins Staunen versetzen kann. AWID sieht in der „gewaltsamen Handlung der Vereinigten Staaten auf venezolanischem Territorium“ ein „erhöhtes Risiko“ für Gewalt und Diskriminierung gegenüber „Frauen, Mädchen und geschlechtlich vielfältige Menschen“. Und weiter lehne die Organisation „patriarchale und militaristische Fantasien von schnellen Lösungen ab, die letztlich Gewalt, Enteignung und Ungerechtigkeit reproduzieren“.
Was an dem Verbrecherregime von Maduro, das für den Tod von tausenden Menschen verantwortlich ist, in irgendeiner Weise besonders feministisch war, geht aus diesem Text nicht weiter hervor. AWID steht mit einer solch abenteuerlichen Einschätzung allerdings nicht alleine da. Der internationale Feminismus scheint damit an gewalttätigen Diktatoren offensichtlich mehr Gefallen zu finden, als an Donald Trump. Dass moderne Feministinnen weltweit derart falsch abgebogen sind und sogar solche kommunistische Unrechtsregime völlig unreflektiert verteidigen, zeigt, in welch bedenkliche Richtung sich der moderne Feminismus in den letzten Jahren entwickelt hat.

Italienische Kommunisten und Feministen demonstrieren für die Freilassung Maduros und gegen den Staat Israel.
Wo bleibt die feministische „Free Iran“-Bewegung?
Ein ähnlich verstörendes Bild zeichnet sich auch im Falle des Iran ab. Denn es sind im Iran vor allem auch die Frauen, die auf die Straßen gehen und für ihre Freiheit kämpfen. Sie kämpfen gegen den Zwang zur Verschleierung, gegen ein verbrecherisches Regime, das versucht, ihnen ihre Rechte zu rauben, und sie kämpfen gegen ein Weltbild, das Frauen als Menschen zweiter Klasse abstempelt. Die Frauen im Iran riskieren dabei nicht nur ihr Leben, sondern stehen damit sinnbildlich für den ursprünglichen Gedanken des feministischen Kampfes. Man würde meinen, dass sie dafür auch entsprechende Aufmerksamkeit und Solidarität verdienen.

Im Iran gilt eine Kopftuchpflicht.
Doch damit stoßen sie bei modernen Feministinnen auf hauptsächlich taube Ohren. Die sonst so lautstarken feministischen Aktivistinnen, die sich durch regelmäßige moralische Appelle an die Politik und die Öffentlichkeit auszeichnen, sind im Fall des Iran erschreckend leise. Zuletzt schmückte man sich noch leidenschaftlich gerne mit „Free Gaza“ Aufklebern und Plakaten. Doch eine feministische „Free Iran“-Bewegung bleibt aus. Dass diese anhaltende Doppelmoral zuletzt auch im Israel-Gaza-Konflikt ihr wahres Gesicht zeigte, ist mittlerweile ebenfalls bekannt. Während das Leid der israelischen Frauen, die von den Hamas missbraucht, vergewaltigt und ermordet wurden, für viele Feministinnen keine Silbe der Empörung wert war, ist die Solidarität mit Gaza nach wie vor in aller Munde.

Ein Besucher der anti-israelischen „Internationalist Queer Pride“ in Berlin.
Der moderne Feminismus hat seine Existenzberechtigung längst verloren
Gerade dann, wenn die so vielerorts hochgelobte „feministische Solidarität“ vonnöten wäre, lässt sie sich nicht blicken. Liegt das daran, dass ein Kampf gegen das Kopftuch für viele moderne Feministinnen nicht in ihr linkes Weltbild passt? Oder sträubt man sich gegen diese eindeutige Einordnung der Mullahs als grausames Verbrecherregime?
In jedem Fall ist klar, dass die viel gepriesene Moral des linken politischen Spektrums im Fall des Irans sträflich versagt. Ein weiterer Beweis dafür, dass der moderne Feminismus seine Existenzberechtigung längst verloren hat und nur noch der Inszenierung einzelner Partikularinteressen dient. In keinem Fall orientiert er sich an der tatsächlichen Sicherheit, dem Schutz und den Rechten von Frauen weltweit.
Besonders tragisch ist das jedoch für die mutigen Frauen im Iran, die eine tatsächlich kämpferische feministische Bewegung wirklich dringend gebraucht hätten.
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