Wehrpflicht: Ich bin DAFÜR, weil ...
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Das Thema Wehrpflicht bewegt viele Menschen in Deutschland. Braucht das Land ihre Wiedereinführung? So jedenfalls fordern es immer mehr Politiker. Auf ihrem Parteitag in Berlin beschloss die CDU am Dienstag, die 2011 ausgesetzte Wehrpflicht in veränderter Form wieder einführen zu wollen. Die Christdemokraten schlagen ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr vor.
Bei NIUS diskutieren zwei junge Redakteure über Sinn und Unsinn einer solchen Wiedereinführung der Wehrpflicht. Helena Gebhard jedenfalls hat eine klare Meinung. Sie ist für die Rückkehr zur Wehrpflicht.
Weshalb?
Disziplin und Ordnung täten uns gut
In dieser hypersensiblen Zeit, in der so manche Grundwerte, wie etwa Ordnung und Disziplin, auf der Strecke bleiben und die Gesellschaft vor einer Fülle von Herausforderungen steht, kann die Wehrpflicht ganz bestimmt einen wertvollen Beitrag leisten, um eben jene Werte wieder zu stärken. Sie bringt nicht nur wichtige Skills wie Teamwork und körperliche Fitness mit sich, sondern fördert auch das Verständnis für klare Strukturen. Vor allem für die junge Generation, die in einer scheinbar freigeistigen, aber orientierungslosen Zeit aufwächst, in der Männer jederzeit Frauen sein können, Drogenkonsum legal ist und es an jeglichen klaren (normalen) Leitlinien mangelt, sind eben genau diese Werte von entscheidender Bedeutung. Auch in anderen Lebensbereichen können die erlernten Fähigkeiten, wie Teamgeist, Durchhaltevermögen und die Überwindung des inneren Schweinehunds von Nutzen sein und zur persönlichen Entwicklung und Stärkung jedes Einzelnen – und damit der Gesellschaft – beitragen.

(Quelle: Instagram Bundeswehr)
Wir haben eine gesellschaftliche „Verpflichtung“
Jeder deutsche Bürger hat Rechte und mit diesen Rechten gehen auch Pflichten einher. Die Wehrpflicht bietet eine Möglichkeit, der Gesellschaft etwas zurückzugeben: Indem man Lebenszeit in die mögliche Verteidigung seines Landes investiert, trägt man aktiv zur Sicherheit und Stabilität bei. Daraus kann wieder ein Gefühl der Verbundenheit und des Zusammenhalts entstehen, was seit Corona und dem Krieg in der Ukraine nahezu gänzlich verloren gegangen ist.
Darüber hinaus ist die Diskussion über die Wehrpflicht auch eine Diskussion über einen allgemeinen „Gesellschaftsdienst“. Vor allem durch den Zivildienst könnten Entlastungen in sozialen Bereichen erreicht werden. Auch wenn das nicht alle Probleme im Gesundheitssystem lösen wird, ist es ein wichtiger Schritt in Richtung Entlastung.
Verteidigungsfähigkeit und Außenwirkung sind wichtig
Die Wiedereinführung der Wehrpflicht ist ein wichtiger Schritt, um Deutschlands Verteidigungsfähigkeit zu stärken und eine einsatzbereite Bundeswehr aufzubauen. Die Sicherheitslage in der Welt verschlechtert sich zunehmend, umso entscheidender ist es, dass Deutschland über gut ausgebildete und einsatzbereite Streitkräfte verfügt. Dabei ist es erstmal irrelevant, wen wir als Feind erachten – es geht darum zu erkennen, wer unsere Mitstreiter sind. Natürlich kann man sich auf die NATO verlassen, doch im Notfall muss Deutschland auch auf sich selbst zählen können und ohne die westlichen Partner über militärische Relevanz verfügen. Militärische Abhängigkeit von anderen Ländern führt zu weiteren Abhängigkeiten, denen eine souveräne Nation aus dem Weg gehen sollte.
Ohne Wehrpflicht keine vernünftige Reserve – ohne Reserve keine Armee – ohne Armee keine Souveränität – ohne Souveränität wird man Vasall.
Die Welt steht geopolitisch vor dramatischen Herausforderungen. In anderen Ländern hat man die Zeichen der Zeit erkannt. Schweden, das im März der NATO beigetreten ist, hatte die Wehrpflicht ebenfalls 2010 abgeschafft, führte sie aber 2018 wieder ein, als das Land sich auf den NATO-Beitritt vorbereitete. Soll Deutschland wieder einen Sonderweg einschlagen?
Die Auffassung von Patrick Sensburg, dem Präsidenten des Verbands der Reservisten der Deutschen Bundeswehr, dass Deutschland ohne Wehrpflicht nicht verteidigungsfähig ist, teile ich. Neben einer gut ausgebildeten und ausgestatteten Truppe ist eine ebenso starke Reserve von entscheidender Bedeutung.
Hier geht’s zur Contra-Meinung von Helenas Kollegen Marc: Wehrpflicht: Ich bin dagegen, weil ...
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