Wo Fleisch gegessen wird, sitzen fröhliche Menschen
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Du kommst nach Hause – kurz die Nachrichten checken. Als Erstes hörst du: Unser Fleisch soll teurer werden, damit es den Tieren und den Bauern besser geht, im Politik-Sprech „Tierwohlabgabe“ genannt. „Komm, wir gehen zu unserem Jugoslawen an der Ecke“, sage ich zu meinem Sohn. „Das passt heute.“ Die Karte, eine Retro-Reise ins dalmatinische Urlaubs-Paradies. Es gibt die „Räuberplatte“ mit 3 Ćevapčići, 2 Schweinekoteletts, 1 Spieß, Pommes Frites, Djuvečreis oder „Pola-Pola“ mit 5 Ćevapčići und einem kleinen Salat, wer es gesund mag. Natürlich gibt es den „Hausteller“, „Grillteller“, „Bauernteller“ usw.
Alle Gerichte vereint die Freude am Fleisch: immer krossgebraten, alles üppig, wenn sie es könnten, würden sich die Teller biegen. Die Menschen um uns herum trinken Pils. Sie sind, was den Body-Mass-Index angeht, alle etwas über dem Idealwert. Sie sind fröhlich, freundlich, lachen viel und laut. Das Lokal hat seit den 60er Jahren keine innenarchitektonische Veränderung erlebt. Es ist gemütlich, weil es schmeckt. Übrigens gibt es auch Fisch auf der Karte. Vegane Speisen nicht.

Eine leckere Fleischplatte geht immer.
Esst Tofu soviel ihr wollt – aber hört auf, uns das Fleisch mies zu machen
Warum ich das erzähle: Wo Fleisch gegessen wird, sind fröhliche Menschen, die Freude am Leben haben, da bin ich sicher. Mein gesunder Menschenverstand sagt: Um Himmelswillen – hört auf, uns das Fleisch mies zu machen. Von mir aus soll jeder Tofu, Kichererbsen, Sojamilch und Agavendicksaft zu sich nehmen, soviel er will. Ich esse auch nicht dauernd Fleisch, und die Menschen beim „Jugoslawen“ (der in Wahrheit ein Kroate ist), sicher auch nicht.
Aber wenn man Fleisch isst, dann darf man es krachen lassen, finde ich. Da bin ich ein Kind der Fünfziger Jahre, das liegt in meinen Genen. Fragen Sie mal einen aus meiner Generation (und alle Ehrlichen, die jünger sind), wonach ihm mehr der Magen knurrt: Hummus mit Brunnenkresse an Kichererbsen oder Wiener Schnitzel, vielleicht auch Königsberger Klopse oder eben Ćevapčići beim Jugoslawen?
Menschen wollen sich nicht vorschreiben lassen, was sie essen sollen und was nicht. Wenn unsere Regierung eine „Tierwohlabgabe“ durchsetzt, die für den Verbraucher das Fleisch teurer macht, ist das ein Eingriff in die persönliche Freiheit. Ich will keinen „Veggie-Day“, weil ich mir Fleisch nicht mehr leisten kann.
Und ich bin sicher: Millionen Bundesbürger wollen das auch nicht. Ein Hoch auf den Jugoslawen!
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