Wokes Wolfsburg: Weihnachtsmarkt heißt hier „Winterwunderland“
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Sprache kann schmeicheln, Sprache kann einlullen. Aber wenn man die Absicht merkt, ist man verstimmt, wie Altmeister Goethe es so schön formulierte. Die Autostadt Wolfsburg liefert jetzt den Beweis – hier ist er: „Lassen Sie sich von unserem leuchtenden Winterwunderland verzaubern! Genießen Sie die kuschelig-kalten Tage beim Schlendern über den geschmackvoll dekorierten Wintermarkt …“
Und so geht es kitschig weiter im Werbeprospekt der VW-Stadt Wolfsburg. Ist Ihnen etwas aufgefallen, liebe Leser? Blumige Wortkreationen sollen ein gar nicht blumiges Wort kaschieren, übertünchen, camouflieren. Das Wort heißt „Weihnachten“. Als kirchlicher Feiertag ist der 25. Dezember seit 336 in Rom belegt. Im westlichen Christentum ist Weihnachten mit Ostern und Pfingsten eines der drei Hauptfeste des Kirchenjahres.
Ein Fest der Freude
Weihnachten ist also fast 2000 Jahre alt, die Familienweihnacht mit Tannenbaum und Festessen gibt es seit etwa 150 Jahren. Im Mittelalter wurde Weihnachten öffentlich gefeiert: Weihnachtsmärkte, Festumzüge und Krippenspiele fanden auf der Straße und in der Kirche statt. Es ist nicht bekannt, dass sich irgendeine Obrigkeit in diesen Jahrhunderten des Wortes Weihnachten geschämt hätte und es deshalb verbot. Im Gegenteil: Es war das Fest der Freude. Denn niemand anderes als Jesus Christus wurde in der Weihnachtsnacht geboren. Daran glauben Millionen Menschen, die sich Christen nennen, ob sie nun Katholiken, Protestanten oder andere Christen sind.
Einer der wunderbaren Bräuche, so finde ich, ist der geschmückte Weihnachtsbaum. Es ist der Baum aller Kinder, und die Kerzen (oder E-Lichtlein) lassen Kinderaugen funkeln, sage ich mal etwas sentimental. Für die Autostadt hat dieser Baum aber einen Makel, einen ganz wesentlichen. Er heißt nicht so, wie er heißen sollte: Weihnachtsbaum. Man könnte ihn auch Christbaum nennen, das ist regional verschieden. Wie er aber garantiert nicht heißt: Wünschebaum. Diesen Begriff haben die Wolfsburger exklusiv, ja weltexklusiv.
Das Zauberwort heißt „Weihnachten“
Der Text dazu heißt: „Der Wünschebaum steht im Eingangsbereich des Servicehauses, geschmückt mit zahlreichen Wunschzetteln von Kindern …“ Diese Wünsche können erfüllt werden, irgendwie eine schöne Idee – und sie ist so wunderbar weihnachtlich. Warum hat man nicht einfach gesagt: „Unser Weihnachtsbaum erfüllt Kinderwünsche“?
Die Antwort ist traurig. Weil das Wort „Weihnachten“ muslimische Besucher verletzen könnte. Das woke Wolfsburg traut sich nicht mehr auszusprechen, was unser jüdisch-christliches Abendland prägt und groß gemacht hat: Toleranz, Freiheit und Bildung. Besonders jetzt, in den vielleicht schönsten Tagen des Jahres, sollte man sich nicht schämen, dieses Zauberwort auszusprechen. Das Zauberwort heißt „Weihnachten“.
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