Über 370.000 Migranten aus Nicht-EU-Ländern: So viele Asyl- und Schutzsuchende kamen 2025 nach Deutschland
Ein Beitrag von
Björn HarmsÜber das Asylsystem, den Familiennachzug und andere Aufnahmeprogramme kamen 2025 über 340.000 Migranten aus Nicht-EU-Staaten nach Deutschland. Das geht aus Zahlen der Bundesregierung hervor, die NIUS exklusiv vorliegen.
In Deutschland stellten im vergangenen Jahr 113.236 Personen einen Asyl-Erstantrag. Das ist der niedrigste Wert seit 2020 (102.581) und etwas weniger als die Hälfte der Anträge im Vorjahr (229.751). 2023 hatten noch 329.120 Personen erstmals Asyl verlangt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) ist sich sicher: „Wir ordnen mit Klarheit und Konsequenz das Migrationsgeschehen. Wer keinen Schutzanspruch hat, soll nicht kommen – wer Straftäter wird, muss gehen. Das klare Signal aus Deutschland heraus, dass sich die Migrationspolitik in Europa geändert hat, ist in der Welt angekommen.“

Der Rückgang der Asylzahlen ist jedoch kein Phänomen, das sich auf Deutschland beschränkt. Denn die Zahlen sind in der gesamten Europäischen Union deutlich zurückgegangen – in den ersten drei Quartalen 2025 um rund 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In einigen Ländern wie Zypern oder Bulgarien sanken die Zahlen sogar um mehr als 60 Prozent.
Die Zahlen beim Familiennachzug gingen nur leicht nach unten
Gleichzeitig verteilten die Auslandsvertretungen des Auswärtigen Amtes 110.400 Visa zum Zwecke des Familiennachzugs. „Am häufigsten vertreten waren dabei die Länder Türkei, Syrien, Indien, Kosovo und Albanien“, heißt es aus dem Außenministerium von Johann Wadephul (CDU) auf Anfrage von NIUS.
2024 lag die Zahl der Familiennachzügler bei 123.675 Migranten. Das Niveau wurde also im vergangenen Jahr fast gehalten. Die im Juni getroffene Entscheidung des Bundestags, den Nachzug für „subsidiär Schutzberechtigte“ ab dem 24. Juli 2025 für zwei Jahre auszusetzen, spielte nur eine geringe Rolle. Voraussetzung für die Person, die Familienmitglieder nach Deutschland holen will, ist ein gültiger Aufenthaltstitel, ausreichender Wohnraum und ein gesicherter Lebensunterhalt.

Damit haben seit 2015 rund 2,8 Millionen Personen einen Asyl-Erstantrag gestellt, während 1,2 Millionen über den Familiennachzug nach Deutschland gelangten – ergibt zusammen vier Millionen Migranten.
Umsiedlungsprogramme der EU
Neben der klassischen Asyleinwanderung und dem Familiennachzug gab es im vergangenen Jahr noch weitere Formen der Einwanderung aus Nicht-EU-Ländern: „Im Rahmen des Bundesaufnahmeprogramms für Afghanistan sind im Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2025 insgesamt 1.137 Personen nach Deutschland eingereist“, teilt die Bundesregierung auf eine schriftliche Frage des AfD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Münzenmaier mit.
Zudem seien „durch das Resettlementverfahren (nach § 23 Absatz 4 AufenthG) insgesamt 1.093 Personen im gesamten Jahr 2025 nach Deutschland eingereist“.
Auch der Zuzug von Flüchtlingen aus der Ukraine setzte sich 2025 fort. Im Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2025 sind ausweislich des Ausländerzentralregisters 145.222 Personen eingereist, die im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine einen Aufenthaltstitel nach § 24 AufenthG erhalten haben, wie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge auf Anfrage von NIUS bestätigt.
Rechnet man die Zahlen zusammen, ergibt sich das folgende Bild: 113.236 Asyl-Erstanträge, 110.400 Visa zum Zwecke des Familiennachzugs, 1.137 eingeflogene Afghanen über das Bundesaufnahmeprogramm, 1.093 Personen über das Resettlementverfahren und mindestens 145.222 Ukraine-Flüchtlinge bedeuten eine Einwanderung von mindestens 371.088 Personen aus Drittstaaten.
Über die Westbalkan-Regelung kommen über 50.000 Migranten pro Jahr
Nicht berücksichtigt sind dabei andere Formen der legalen Einwanderung aus Nicht-EU-Ländern. 50.000 Personen pro Jahr können beispielsweise über die Westbalkan-Regelung eine Arbeitsgenehmigung und damit einen Aufenthaltstitel in Deutschland erlangen. Durch diese Regelung können Personen aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Nordmazedonien, Montenegro und Serbien ohne jegliche Qualifikation nach Deutschland gelangen. Sie benötigen lediglich ein verbindliches Arbeitsangebot eines deutschen Betriebes. „Aufgrund der hohen Nachfrage wurde das Kontingent für das Jahr 2025 zwischenzeitlich vollständig ausgeschöpft“, schreibt die Bundesagentur für Arbeit.
„Dobrindts angebliche Asylwende entpuppt sich bei genauer Betrachtung als reiner Taschenspielertrick“, meint AfD-Politiker Münzenmaier zu NIUS. „Mindestens 300.000 Sozialmigranten und sogenannte Flüchtlinge, eher 400.000, in einem Jahr: Das entspricht einer deutschen Großstadt. Wer angesichts dieser Größenordnung von einer Wende fanatisiert, will die Bürger betrügen.“ Eine echte Wende gebe es erst, „wenn mehr Migranten gehen als kommen“.
Lesen Sie auch:
In diesen Bundesländern hat fast die Hälfte der verurteilten Straftäter keinen deutschen Pass
Weitere Artikel zum Thema
Merz will Trump im September nach Rheinland-Pfalz einladen
Weimer fördert Solidaritäts-Abend für RAF-Terroristen: Auch ein verurteilter RAF-Doppelmörder war geladen im Buchladen „Bibabuze“
„Wir stellen das Programm grundsätzlich neu auf”: Familienministerium lässt Förderung von 200 NGOs auslaufen
CDU-Bürgermeister von Celle nimmt am Ditib-Fastenbrechen teil
Wahlrecht, Steuern, Sozialkassen: Wie Union und SPD versuchen, Reformen für sich zu nutzen
Boris Palmer zu CDU-AfD-Zusammenarbeit: „Ich rate nicht dazu“, aber man „sollte Alternativen argumentativ abwägen“
Hinter verschlossenen Türen: Regierung arbeitet an Steuererhöhungen und Reformen
Björn Harms
Autor
Artikel teilen
Kommentare