Zwei Drittel aller gewalttätigen Angriffe auf Politiker treffen AfD-Repräsentanten
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NIUS exklusiv: Zwei von drei Gewalttaten gegen Politiker haben 2025 einen AfD-Repräsentanten getroffen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten Martin Hess hervor. Demnach gab es 2025 insgesamt 121 gewalttätige Angriffe auf Mitglieder der AfD. Politiker aller anderen Parteien wurden 62 Mal Opfer von gewalttätigen Attacken.
Am zweithäufigsten wurden Parteimitglieder der Linkspartei angegriffen. Es kam zu 16 entsprechenden Übergriffen im vergangenen Jahr. Gewalttätige Angriffe gab es auch gegen die Grünen (13), die Union (12), die SPD (12) und die FDP (9).

Im Jahr 2025 gab es 183 Gewaltdelikte gegen Politiker – zumeist traf es die AfD.
Laut der Datenbasis des Bundeskriminalamts kam es somit im vergangenen Jahr zu 183 gewalttätigen Angriffen auf Parteirepräsentanten. Das ist ein leichter Anstieg im Vergleich zu 2024, als es 143 entsprechende Gewaltdelikte gab. 2023 war die Zahl der Gewaltdelikte jedoch deutlich höher und lag bei 234.
Zumeist werden die Taten der linksextremen Szene zugeordnet
Die Statistik wird dabei seit Jahren von linksextremen Tatverdächtigen dominiert – auch die Zahlen aus dem vergangenen Jahr machen deutlich, dass die politische Gewalt vor allem auf einer Seite stattfindet. 60 Prozent der gewalttätigen Attacken auf Parteirepräsentanten wurden linken Tätern zugeschrieben. In elf Prozent der Fälle geht das Bundeskriminalamt von rechten Tätern aus. 26 Prozent der Angriffe fallen in die Kategorie „sonstige Zuordnung“.

Die Täter sind meist in der linken Szene verortet.
Elf Mal wurden linke Gewalttaten sogar im Gemeinsamen Extremismus- und Terrorismusabwehrzentrum – links (GETZ-L) thematisiert. Dabei betrafen sieben Sachverhalte die AfD, drei die Union und ein weiterer die Grünen. Viermal wurden rechte Straftaten im GETZ-R diskutiert. In zwei Sachverhalten war die SPD betroffen, in zwei weiteren Sachverhalten die Grünen.
Auch wenn man alle Angriffe auf Politiker betrachtet, also auch Äußerungsdelikte hinzuzieht, ist die AfD am häufigsten betroffen. Die Statistik des Bundeskriminalamts zählt 1.852 Angriffe auf AfD-Repräsentanten. Dahinter liegen CDU und CSU, deren Parteimitglieder und Politiker zusammen 1.339 Mal angegriffen wurden. Dann folgen Grüne (1.005), SPD (804), Linke (273), FDP (167) und BSW (51). Unter die Äußerungsdelikte fallen unter anderem Beleidigung, Bedrohung, üble Nachrede, Nötigung, verhetzende Beleidigung, Verleumdung, Verunglimpfung und Volksverhetzung. 2024 waren bei Äußerungsdelikten noch die Grünen am häufigsten betroffen.
In einer Woche 30 Angriffe auf CDU-Gebäude
Auch die Parteieinrichtungen und Parteigebäude der AfD wurden im Vergleich zu allen anderen Parteien am häufigsten zur Zielscheibe. Mit 239 Angriffen liegt die Partei knapp vor der Union, die in 235 Fällen Opfer von Attacken auf ihre Parteigebäude wurde.

Die Gebäude der AfD und der Union wurden am häufigsten attackiert.
Meist handelt es sich bei diesen Angriffen um Sachbeschädigungen. Brandstiftungen gab es nur in vier Fällen (2x AfD, 1x CSU, 1x Grüne). Zudem kam es zu einem Sprengstoffdelikt gegen ein Gebäude der Grünen. Dieser Anschlag wurde jedoch nicht rechten Tätern zugeschrieben, sondern vom BKA der Kategorie „sonstige Zuordnung“ zugeordnet.
Interessant sind im Zusammenhang mit den Angriffen auf Parteieinrichtungen auch die Ereignisse rund um den 29. Januar 2025, als die CDU den 5-Punkte-Plan in den Bundestag einbrachte, der gemeinsam mit den Stimmen der AfD eine Mehrheit fand. Anschließend kam es zu zahlreichen Demonstrationen gegen die Union, bei denen es auch zu Übergriffen auf Parteizentralen kam.
Allein vom 27. Januar (Montag) bis zum 2. Februar (Sonntag) listet die Antwort der Bundesregierung 30 Übergriffe auf Parteieinrichtungen der CDU. So attackierten CDU-Gegner in nur einer Woche Parteigebäude der Union in Lemgo, Münster, Weimar, Göttingen, Halberstadt, Berlin, Freiburg, Bamberg, Bremen, Lüneburg, Bonn, Lünen, Trier, Saarbrücken, Jena, Halle, wieder Berlin, Hamburg, Oldenburg, wieder Lemgo, Köln, Mainz, nochmal Jena, wieder Berlin, Neu-Isenburg, Landau, Leipzig, Ludwigsburg, erneut Bonn und Laer. Nur in Oldenburg griff die Polizei fünf Tatverdächtige auf, an allen restlichen Orten blieb nach dieser Woche unklar, wer die Tat verübt hat.
Bundesregierung erkennt keine Systematik hinter den Angriffen auf die AfD
Während linke Parteien und Medien Hass und Gewalt also meist der politischen Rechten zuschreiben, beweisen die Zahlen aus dem Bundesinnenministerium das Gegenteil. Jahr für Jahr gibt es bei Angriffen auf Politiker deutlich mehr linksextreme Gewalttäter, wobei Politiker der AfD am häufigsten zum Opfer werden – und das mit weitem Abstand. Mittlerweile ist es für die Partei nicht mehr möglich, Parteitage abzuhalten, ohne dass es zu gewalttätigen Übergriffen durch Linksextremisten kommt und riesige Polizeiaufgebote die Veranstaltung schützen müssen.

Parteitage der AfD sind ohne Gewalt von links wie hier in Gießen nicht mehr denkbar.
„Diese Entwicklung ist auch das Ergebnis einer jahrelangen politischen und medialen Enthemmung“, beklagt der stellvertretende innenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Martin Hess, gegenüber NIUS. „Wer die AfD und ihre Wähler ständig diffamiert, delegitimiert, moralisch entrechtet und sogar entmenschlicht, darf sich nicht wundern, wenn Demokratiefeinde daraus einen vermeintlichen Auftrag zur Gewalt ableiten.“ Insbesondere der Linksextremismus werde von den etablierten Parteien „unentwegt verharmlost, obwohl genau dort ein erheblicher Teil der politischen Gewalt gegen Oppositionelle seinen Ursprung hat“.
Von einer Systematik hinter den Angriffen auf die AfD will die Bundesregierung jedoch nichts wissen. In der Antwort auf die Anfrage des AfD-Politikers heißt es: „Der Bundesregierung liegen derzeit keine Erkenntnisse vor, die auf eine systematisch geplante Einschüchterung oder Bedrohung von Mitgliedern oder potenziellen Wählern der AfD schließen lassen.“
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