Angst um Deutschland! Arbeitgeber-Boss schlägt Job-Alarm
Angst um Deutschland
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Dieser Boss redet Klartext! Gleich zur Eröffnung des Deutschen Arbeitgebertages in Berlin hat der Präsident der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Rainer Dulger, mit der Politik der Bundesregierung abgerechnet. Seine Zustandsbeschreibung: alarmierend!
„Deutschland hat bereits heute mit 1349 Stunden die mit Abstand kürzeste Jahresarbeitszeit der Welt. Und wir diskutieren ernsthaft über die Vier-Tage-Woche mit vollem Lohnausgleich, möglichst mit zwei Tagen Homeoffice zur verbesserten Work-Life-Balance? Wenn wir unseren Wohlstand halten wollen, dann habe ich folgende Botschaft: Wir werden uns das nicht leisten können. Und werden mehr, statt weniger arbeiten müssen. Auch Arbeitszeit ist ein Standortfaktor. Wir werden nicht mehr besser, wenn wir stehen bleiben! Als Arbeitgeberpräsident sage ich: Das darf kein Zustand sein. Wir dürfen uns nicht ambitionslos damit abfinden. Wir müssen jetzt handeln!“

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) spricht während des Deutschen Arbeitgebertages 2023. Zuvor wurde seine Regierung vom Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger scharf kritisiert.
Doch das ist noch nicht alles. „Die Lage in unseren Betrieben ist ernst. Das Ausmaß und die Gleichzeitigkeit unterschiedlicher wirtschaftlicher Herausforderungen sind umfassender als viele vorherige Krisen, die ich bisher als Unternehmer miterlebt habe.“
Was sind die Anzeichen dieser Krise? Dulger gibt die Antwort und nennt die folgenden Punkte:
- Die Stimmung ist in der Breite der Wirtschaft gekippt.
- Die Arbeitsproduktivität sinkt seit Jahren.
- Wir haben 2 Millionen offene Stellen, dadurch einen massiven Fach- und Arbeitskräftemangel.
- Jedes vierte Unternehmen mit mehr als 3000 Beschäftigten erwägt eine Standortverlagerung ins Ausland. Selbst standorttreue Familienunternehmen überlegen, Investitionen zu stoppen oder zu verlagern.
- Die Attraktivität des Standorts Deutschland hat massiv gelitten.
Abrechnung mit dem Bildungsföderalismus: verheerende Ergebnisse
Auch mit dem Bildungssystem ging Dulger hart ins Gericht: Der Fachkräftemangel sei „auch ein klares Anzeichen für unser desolates Bildungswesen in diesem Land.“
Und weiter: „Ich muss es leider so hart sagen: Unser Bildungsföderalismus ist gut in der Vielfalt, aber schlecht im Ergebnis. 25 Prozent der Schulabsolventen erfüllen noch nicht einmal die Basisanforderungen um überhaupt ausbildungsfähig in Handwerk und Industrie zu sein.
Wir leisten uns jedes Jahr rund 50.000 junge Menschen, die die Schule ohne Abschluss verlassen und ein Drittel aller Studenten brechen ihr Studium ab.“

Das Containerschiff „Berlin Express“ der Reederei Hapag-Lloyd fährt in den Hamburger Hafen ein. Im Bereich Containerschifffahrt verfügt Deutschland über rund 12,5 Prozent der weltweiten Containerschifffahrtskapazitäten
Migration: Zuwanderung in den Arbeitsmarkt oder in unser Sozialsystem?
Auch bei der Migration läuft es nicht, so Dulger. „Zuwanderung bedarf einer breiten Akzeptanz in der Bevölkerung. Diese Zustimmung leidet durch eine irreguläre Migration. Unser Land braucht eine gesteuerte Zuwanderung in den Arbeitsmarkt und nicht in unser Sozialsystem. Das dürfen wir in der aktuellen Debatte nicht weiter miteinander vermischen.“
Falsche Anreize beim Bürgergeld
Beim Bürgergeld setzt die Politik die falschen Anreize: „Und was ist mit dem Wert von Arbeit in unserem Land? Wir müssen aufpassen, dass die Politik beim Thema Bürgergeld keine falschen Anreize für Geringverdiener setzt. Es darf nicht für Demotivation bei denjenigen sorgen, die mit einem geringen Gehalt zur Arbeit gehen. Am unteren Einkommensende verschwimmen immer mehr die Grenzen zwischen regulärer Arbeit und Bürgergeld.“
Dulger macht keinen Hehl daraus, wer die Verantwortung für diesen Zustand trägt:
„Mein Fazit: Viele dieser negativen Standortbedingungen sind hausgemacht. So steht einer hohen Steuer- und Beitragslast ein nicht mehr eingehaltenes Leistungsversprechen des Staates gegenüber. Von Infrastrukturmängeln bei den Verkehrsnetzen, Energienetzen und Datennetzen – bis zu Genehmigungsverfahren, die Generationen überdauern.“

Die Temperatur von flüssigem Eisen wird von Arbeitern in einer Eisengießerei vor der Weiterverarbeitung kontrolliert.
Bürokratiehürden
Dulger sagt weiter: „Und was die deutsche Bürokratie nicht schafft, besorgt Brüssel dann. Da ist geplant auf die deutsche Lieferkettenbürokratie noch eins drauf zu setzen. Das macht aus meiner Sicht wenig Sinn. Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Für diese Lage kann man nicht alleine die aktuelle Bundesregierung verantwortlich machen. Da waren viele beteiligt und manche Entscheidungen der Vergangenheit, würde man mit dem Wissen von heute anders treffen.
Es ändert aber nichts: Wir müssen handeln.“
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Ralf Schuler
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