Armutsforscher Butterwegge hält Ampel-Beschlüsse für „Skandal“
Der Armutsforscher Christoph Butterwegge hat sich „entsetzt“ über die Einigung der Ampel-Koalition auf Eckpunkte zur Kindergrundsicherung geäußert. Übrig geblieben sei eine „Schrumpfversion“, kritisierte Butterwegge am Montag in Köln.
„Wenn die Kindergrundsicherung bloß ein paar kindbezogene Leistungen des Staates zusammenführt, die bisher separat zu beantragen sind, sich teilweise überschneiden und einzeln ausgezahlt werden, bringt die Reform keine finanzielle Verbesserung für das Gros der armen Familien.“
Die Ampel-Koalition stecke 100 Milliarden Euro in die Rüstung, und zahle einem US-Konzern zehn Milliarden Euro für den Bau einer Chip-Fabrik, aber für arme Familien habe sie gerade einmal 2,4 Milliarden Euro übrig. Dies sei „ein riesiger Skandal“, so der 72 Jahre alte emeritierte Hochschullehrer.

Finanzminister Christian Lindner (FDP), Familienministerin Lisa Paus
Die Ampel-Koalition hatte sich in der Nacht zum Montag nach monatelangem Streit auf ein Modell zur Kindergrundsicherung geeinigt. Darin sollen bisherige Leistungen wie das Kindergeld, Leistungen aus dem Bürgergeld für Kinder oder der Kinderzuschlag gebündelt werden.
Für die Kindergrundsicherung werden im Einführungsjahr 2025 zunächst 2,4 Milliarden Euro Mehrkosten veranschlagt. Unter dem Strich springen gerade mal 8 Euro mehr raus – und auch nur für eine bestimmte Altersgruppe von Kindern.
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