Autorin Bettina Röhl für Verhandlungen mit Russland: „Auch die Ukraine ist es nicht wert, einen dritten Weltkrieg zu erzeugen“
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Die Diskussion um Waffenlieferungen an die Ukraine spaltet die deutsche Gesellschaft. Laut ZDF-Politbarometer sind 32 Prozent gegen weitere militärische Unterstützung, 62 Prozent dafür. Nach zwei Jahren Krieg scheint die Situation festgefahren.
Autorin Bettina Röhl hält es für zynisch, den Krieg weiter anzufeuern. „Das Wichtigste, was der Ukraine fehlt, sind im Moment Menschen“, sagt sie im Nachrichten-Talk „Stimmt!“. „Wollen wir einfach so eiskalt über die Menschenleben und über die Zerstörung reden?“ Das Argument, mit Putin müsse aus einer „starken Position“ heraus verhandelt werden, hält sie für Unsinn. „Was tut es Putin denn weh, noch 50.000 Soldaten mehr in den Krieg zu schicken?“

Autorin Bettina Röhl bei „Stimmt!“
„Die Ukraine ist dabei, zu verlieren“
Schon vor zwei Jahren, zu Kriegsbeginn, hieß es, nur mit Stärke lasse sich Putin maßregeln. „Die Verhandlungsposition der Ukraine ist seither eher schlechter geworden“, sagt Röhl. „Wenn man jetzt die Nachrichten hört, muss man eingestehen, dass die Ukraine dabei ist, zu verlieren“.
In Deutschland herrsche jedoch ein Klima der Kriegsbegeisterung, findet Röhl. Statt auf Verhandlungen zu pochen, werden weitere Waffenlieferungen gefordert. „Das Wort Frieden ist im Moment etwas Negatives.“ Verständlich findet die Autorin des Buchs „So macht Kommunismus Spaß“. Die Friedensbewegung der 80er-Jahre sei schließlich gänzlich von Stalinisten unterwandert gewesen. „Das bedeutet aber nicht, dass Frieden an sich schlecht ist“.

Lässt sich mit ihm verhandeln? Bundeskanzler Olaf Scholz bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am 15. Februar 2022. Noch vor Kriegsbeginn.
„Unabhängig von rechts oder links, die Verhandlungen müssen auf den Tisch. Es kann nur einen Verhandlungs-Sieg geben. Und der sollte lieber so schnell wie möglich erfolgen“. Dass Putin nicht bereit ist, sich an einen Tisch zu setzen, sieht die Journalistin und Autorin nicht. „Ich höre relativ häufig, dass er es will“, sagt sie im Stimmt-Talk.
Jetzt müsse ein „Team von Könnern“ mit dem russischen Präsidenten verhandeln. Denn „auch die Ukraine ist es nicht wert, einen dritten Weltkrieg zu erzeugen“.
Die ganze Sendung „Stimmt!“ gibt es hier:
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