Böhmermann, Antifa, Kirche: Das Finanz-Netzwerk hinter den Schlepper-Schiffen im Mittelmeer
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Acht deutsche NGO-Schiffe kreuzen im Mittelmeer, um Migranten von der Küste Nordafrikas nach Europa zu bringen. Finanziert werden sie unter anderem vom deutschen Steuerzahler, der Kirche und Prominenten. Am Ende profitiert vor allem eine linke Aktivistenklasse, die Nationen und Grenzen überwinden will.
Alles begann mit einem US-Millionär, der gemeinsam mit seiner Frau durch das Mittelmeer schipperte. Der Unternehmer Chris Catrambone, der mit Versicherungen ein Vermögen gemacht hatte, wollte 2013 mit seiner Frau Regina auf einer Motor-Yacht von Malta über Lampedusa bis nach Tunis reisen. Der Legende nach erblickte Regina Catrambone vor der Küste Lampedusas eine einsam schwimmende Weste. Beide hatten bereits über die Horrorgeschichten ertrunkener Migranten vor der Insel gehört.
Und so kam ihnen die Idee: Wir gründen eine Hilfsorganisation. Kurzerhand riefen sie die Migrant Offshore Aid Station (MOAS) ins Leben, kauften ein ehemaliges Fischereifahrzeug, statteten es mit zwei Drohnen aus und heuerten 20 ehemalige Angehörige der maltesischen Marine als Besatzung an. Seitdem haben sie mehr als acht Millionen Dollar in ihre Stiftung gesteckt und den Grundstein gelegt für die Arbeit der „Seenotretter“ im Mittelmeer.
Seine Aktivitäten hat MAOS mittlerweile in andere Regionen der Welt verlagert, dafür sind andere NGOs in ihre Fußstapfen getreten. Derzeit sind mindestens 13 Schiffe von „Seenotretter“-Vereinen im Mittelmeer aktiv und sorgen damit für Unmut bei der italienischen Regierung. Die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (Fratelli d’Italia) sieht in der Arbeit der „Seenotretter“ einen klaren Pull-Faktor, der noch mehr Menschen aufs offene Meer treibt und somit in Lebensgefahr bringt. Über die Hälfte der Boote segelt unter deutscher Flagge.
Acht NGO-Schiffe im Mittelmeer segeln unter deutscher Flagge
Acht deutsche NGO-Schiffe pendeln zwischen Italien und der Küste von Nordafrika, um Migranten nach Europa bringen. Drei von ihnen gehören zur Flotte von United4Rescue, einer Organisation, die durch den Ehemann der grünen Bundestagsabgeordneten Katrin Göring-Eckardt geleitet wird. Die Ampel-Koalition hatte Ende 2022 mit den Stimmen der CDU beschlossen, den Verein des früheren Vizepräsidenten des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), Thies Gundlach, von 2023 bis 2026 jährlich mit zwei Millionen Euro zu fördern.
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Die SOS Humanity erhält Geld direkt aus dem Auswärtigem Amt.
Doch obwohl der Verein im Beschluss des Bundestags explizit erwähnt wird, was an sich schon ein ungewöhnliches Vorgehen bei Haushaltsplänen ist, änderte das Auswärtige Amt kurzfristig den Empfängerkreis. Nun erhält nicht mehr United4Rescue das Geld, sondern drei NGO-Projekte. Zwei kommen aus Deutschland, eins aus Italien. Sea-Eye und SOS Humanity gehören zum Kreis der deutschen „Seenotretter“, die christliche NGO Sant’Egidio versorgt ankommende Migranten in Italien.
Warum aber fließt das Geld plötzlich doch nicht mehr direkt an United4Rescue?
Als die Nachricht der Förderung von United4Rescue Ende 2022 publik wurde, kamen sofort Stimmen auf, die der Bundesregierung Vetternwirtschaft vorwarfen. Da der Ehemann von Katrin Göring-Eckardt damit direkt von Steuergeldern profitiert hätte, fragte auch die Bild-Zeitung: „Verhalf Grünen-Politikerin ihrem Liebsten zu Millionen?“
Der kirchliche Verein United4Rescue ist finanziell bestens ausgestattet
Damit stellt sich die Frage: Wer drängte auf die jetzige Planänderung und weshalb gab es sie? „Während der Konzeption der konkreten Umsetzung der Förderung gab es einen engen Austausch des Auswärtigen Amts mit Abgeordneten des Bundestags“, schreibt das Auswärtige Amt auf Anfrage von NIUS. „Dieser Austausch umfasste auch die Frage des möglichen Empfängerkreises.“ Anschließend fiel der Entschluss.
Haben sich am Ende also Bundestagsabgeordnete in die Arbeit des Ministeriums eingemischt, um den Mann von Katrin Göring-Eckardt aus der Schusslinie zu nehmen? War es vielleicht sogar Frau Göring-Eckardt selbst? Welche Abgeordneten involviert waren, will das Ministerium von Annalena Baerbock (Grüne) auf Nachfrage nicht verraten: „Zu Einzelheiten vertraulicher Gespräche äußern wir uns grundsätzlich nicht öffentlich“, teilte die Behörde NIUS mit.
Doch auch wenn United4Rescue nicht mehr direkt involviert ist, ändert sich ohnehin nicht viel. Denn die Schiffe von Sea-Eye und SOS Humanity gehören zum Bündnis von United4Rescue. Sie wurden direkt durch den kirchlichen Verein mitfinanziert. 2020 zahlte das Bündnis des Theologen Thies Gundlach für den Kauf des Schiffes Sea-Eye 4 rund 434.000 Euro. Noch mehr Geld floss für den Kauf des Schiffes Humanity 1, das zunächst unter dem Namen Sea-Watch 4 auslief. Unter dem Motto #WirSchickenEinSchiff hatte die Evangelische Kirche 2019 Spenden gesammelt, um ein eigenes Schiff ins Mittelmeer zu entsenden.
Für den damaligen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, war die Sache eine Herzensangelegenheit. „Europa verliert seine Seele, wenn wir so weitermachen“, kritisierte er die Tatenlosigkeit. Zu diesem Zweck wurde der Verein United4Rescue gegründet. Gemeinsam kauften das kirchliche Bündnis und der Verein Sea-Watch im Januar 2020 für 1,3 Millionen Euro an Spendengeldern ein Schiff, das heute unter dem Namen Humanity 1 auf dem Mittelmeer unterwegs ist.

Pfarrerin Sandra Bild schwört auf dem Kirchentag 2019 die Zuschauer auf die Seenotrettung ein.
Die göttliche Mission hatte während der Gründung des Vereins bereits Pfarrerin Sandra Bils verkündet, die heute im Vorstand von United4Rescue sitzt. Beim evangelischen Kirchentag 2019 hielt Bils die Abschlusspredigt und nutzte die Bühne, um die Gläubigen auf den heiligen Autrag der „Seenotretter“ einzuschwören: „Wir sehen, wo Gott in der Welt wirkt – durch die Leute von Sea-Watch, SOS-Mediteranee und Sea-Eye, durch Greta Thunberg und die Schülerinnen und Schüler, durch so viele andere – und dabei machen wir mit … Behaltet euer Vertrauen, seid unerschrocken, zeigt gemeinsam euren Glaubensmut. Wir haben Gott an unserer Seite.“
Verbindungen in die Antifa-Szene
Seitdem ist die evangelische Kirche in Deutschland nicht nur der wichtigste Verbündete der deutschen „Seenotretter“, sondern zugleich auch wichtigster Finanzier. Über den Verein United4Rescue, der durch zahlreiche kleine Kirchengemeinden finanziell unterstützt wird, fließt das Geld reichlich, auch an andere NGOs: 2023 gaben die Kirchenvertreter knapp 657.000 Euro für Instandhaltungen oder Einsätze von Schiffen im Mittelmeer aus. Ein Jahr zuvor bezuschusste der Verein die „Seenotretter“ über verschiedene Projekte mit satten 1,25 Millionen Euro.
Die Kirchenvertreter arbeiten dabei eng zusammen mit einer Aktivistenklasse, die zum Teil direkt aus dem linksextremen Milieu stammt. Als das Kirchenschiff der Sea-Watch 4 vor zwei Jahren im Mittelmeer unterwegs war, hisste es provokativ die Antifa-Flagge und verkündete dazu: „Antifaschisten sind wir alle.“
Auch die Aktivistin und Schiffskapitänin Pia Klemp verbarg ihre Wurzeln in der Antifa-Szene nicht: „Ich sehe die Seenotrettung nicht als eine humanitäre Aktion, sondern als Teil eines antifaschistischen Kampfes“, sagte sie 2019 dem englischen Guardian. Klemp fuhr einst das Schiff Louise Michel, das derzeit noch immer im Mittelmeer aktiv ist und einem „anarcho-feministischen Kollektiv“ gehört. Das nach einer französischen Anarchistin benannte Schiff wurde komplett finanziert vom bekannten englischen Streetart-Künstler Banksy.
Und so erklärt neben der eingangs erwähnten religiösen Komponente vor allem die linksradikale Utopie einer grenzen- und bedingungslosen Welt den missionarischen Eifer beim Thema Seenotrettung.
Die linken Aktivisten wollen Nationalstaaten abschaffen und Grenzen einreißen. „Bis wir uneingeschränkte Bewegungsfreiheit für alle Menschen erreicht haben, ist es noch ein weiter Weg“, heißt es etwa in einer gemeinsamen Erklärung der deutschen NGOs Sea-Eye, Sea-Watch und Resqship. Grenzen gibt es in diesem Konzept nicht mehr, sie werden als anachronistisch wahrgenommen.

Das von Banksy finanzierte Schiff Louise Michel
Auch Prominente riefen zu Spenden auf
Auch der Verein „Seebrücke – schafft sichere Häfen“ fordert seit langem „globale Bewegungsfreiheit für alle Menschen“. Gründerin der Seebrücke ist Liza Pflaum, hauptberuflich Menschenrechtsaktivistin, die gleichzeitig auch im Vorstand von United4Rescue aktiv ist. In der Seebrücke versammeln sich 321 deutsche Kommunen und Städte, die bereit sind, mehr Migranten in Deutschland aufzunehmen. Und dafür den „Seenotrettern“ auch finanzielle Hilfen garantieren.
Ein Beispiel: Die Stadt Jena trat erst Anfang September dem kommunalen Bündnis bei. Dazu übernahm sie ab Oktober für zwei Jahre eine Schiffspatenschaft für das Seenotrettungsschiff MARE*GO, das derzeit in Sizilien von den italienischen Behörden festgesetzt ist. Die Stadt überwies 10.000 Euro. In Frankfurt am Main, ebenfalls Teil des Bündnisses, hat man 20.000 Euro für „Seenotretter“ im Etat eingeplant. Bei 321 Städten dürfte also eine hübsche Summe zusammengekommen sein.
Auch zahlreiche Prominente unterstützen die linke Aktivistenklasse: TV-Moderator Klaas Heufer-Umlauf startete etwa 2019 ein Spendenprojekt für „Civilfleet“, um ein Schiff zu chartern, das Flüchtlinge auf dem Mittelmeer vor dem Ertrinken retten sollte. 300.000 Euro sammelte der Verein. Das Problem: ein Schiff der NGO erreichte nie das Mittelmeer. Aufgrund diverser Anlaufschwierigkeiten versandete das Projekt. Das Geld soll trotzdem an verschiedene NGOs ausgezahlt worden sein, die im Mittelmeer aktiv sind.
Besser lief es später mit einem Spendenaufruf von Klaas Heufer-Umlauf gemeinsam mit ZDF-Moderator Jan Böhmermann. Nach der Festnahme der Kapitänin Carola Rackete durch italienische Behörden sammelten die beiden über eine Million Euro an Spenden für die „Seenotretter“ der Sea-Watch ein.
Den Verein Civilfleet von Heufer-Umlauf gibt es übrigens noch heute. Im Vorstand sitzt ein alter Bekannter: Der Europaabgeordnete der Grünen, Erik Marquardt, Verfechter einer Welt ohne Grenzen.
Sehen Sie hier das NIUS Original:
Lampedusa – Ansturm auf Europa
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Björn Harms
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