Corona-Aufarbeitung: Deutschland ziert sich, Österreich legt vor
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- War der Ausnahmezustand während der Corona-Pandemie wirklich gerechtfertigt? Mit dieser Frage beschäftigt sich ab sofort ein Experten-Gremiun in Österreich.
- Anders als Deutschland hat die Alpenrepublik sich für eine Aufarbeitung der Pandemie-Poitik entschieden.
- Der österreichische Rechnungshof hatte das unkoordinierte Krisen-Management bereits im vergangenen Jahr gerügt.
Ziel der Aufarbeitung ist es laut der österreichischen Regierung, Lehren für künftige Krisen zu ziehen und wieder mehr Verständnis zwischen den gesellschaftlichen Gruppen herzustellen, die durch die allgemeine Polarisierung auseinandergedriftet seien, erklärten Regierungspolitiker auf einer Pressekonferenz.
Bereits bei der Vorstellung der Idee im Februar hatte Bundeskanzler Nehammer Corona als „eine Art Trauma“ für die Gesellschaft bezeichnet, das tiefe Gräben hinterlassen habe und das man nun bewältigen müsse. Ein wissenschaftlicher Zwischenbericht soll Ende des Sommers, der Abschlussbericht Ende des Jahres fertig sein.
In Deutschland ist eine Aufarbeitung bislang nicht geplant
Auch in Deutschland haben mehrere Wissenschaftler in einem offenen Brief eine Kommission zur Aufarbeitung der Pandemiepolitik gefordert, unter ihnen der Medizin-Statistiker Gerd Antes und der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit. Sie fordern insbesondere, dass die Verhältnismäßigkeit der langen Kita-, Schul- und Hochschulschließungen sowie die soziale Vereinsamung der vulnerabelsten Gruppen (also psychisch Kranker und hochbetagter Menschen) unter die Lupe genommen werden.
Anders als in Österreich, sieht die deutsche Regierung keine Notwendigkeit für eine kritische Rekapitulation. Am 19. April wies der Bundestag die Forderung der AfD-Fraktion zurück: Gegen deren Antrag stimmten 577 Abgeordnete, dafür waren lediglich 71 Stimmen.
Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen äußerte die Befüchtung, „dass es am Ende eher ein Kampf um Deutungshoheiten und nachträgliche Schuldzuweisungen wird und damit weiteres Vertrauen der Bevölkerung verloren geht“.
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Janina Lionello
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