Schulbuch-Manipulation und Climategate-Skandal: Wie beim Thema Klimawandel getäuscht wird
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Seit Jahrzehnten herrscht in Deutschland eine bestimmte Sichtweise auf den Klimawandel vor, die sich im Kern so zusammenfassen lässt: Mehr CO2 führt zu mehr Erderwärmung. Die Erderwärmung sei seit der Industrialisierung massiv angestiegen, während es zuvor deutlich kühler gewesen sei. Dabei handelt es sich um Tatsachenbehauptungen, die auf einer belastbaren Datengrundlage stehen müssen.
Der Biologe und Lehrer Markus Fiedler, der auch journalistisch tätig ist – unter anderem für Apolut und NachDenkSeiten –, beschäftigt sich intensiv mit genau dieser Datengrundlage. Seit vielen Jahren hält er Vorträge und betreibt einen YouTube-Kanal, auf dem er naturwissenschaftliche und klimabezogene Themen analysiert. NIUS stellt einige seiner Rechercheergebnisse vor.
Indoktrination im Schulbuch
Eines seiner brisantesten Beispiele für Indoktrination im Unterricht betrifft ein Biologie-Schulbuch, das den Anstieg des Kohlenstoffdioxids sowie die Entwicklung der planetaren Jahresdurchschnittstemperatur über einen Zeitraum von rund 420.000 Jahren darstellt.

Laut Biobuch nimmt die CO2-Dichte in der Atmosphäre mit der Industrialisierung schlagartig zu.
Da es für weite Teile dieses Zeitraums selbstverständlich keine direkten Messstationen gab, greifen Wissenschaftler auf indirekte Messmethoden zurück. Eine zentrale Rolle spielen dabei Eisbohrkerne, in denen sich Luftblasen aus vergangenen Zeiten eingeschlossen haben. Anhand dieser Luftblasen versucht man, frühere CO2-Konzentrationen zu rekonstruieren. Eine der bekanntesten Forschungsstationen ist die russische Wostok-Station in der Antarktis. Die dort erhobenen Daten bilden die Grundlage zahlreicher Klimadarstellungen – auch im IPCC-Klimabericht.
Wer allerdings genauer hinschaut, erkennt ein Problem: Der im Schulbuch dargestellte Graph reicht weiter als der ursprüngliche Datensatz aus der Originalstudie beziehungsweise dem IPCC-Bericht. Während die Eisbohrkerndaten nur bis etwa 3500 vor Christus reichen, führt das Schulbuch den Graphen bis in die Gegenwart fort.

Manipuliert: Der steilartige Anstieg am Ende des Graphen existiert im Original nicht.
Das bedeutet: Der rechte Teil des Graphen muss zwangsläufig auf einem anderen Datensatz beruhen, also auch auf einer anderen Messmethode.
Fiedler kritisiert das scharf: „Es ist absolut untersagt, zwei Datensätze in einer Grafik zusammenzufügen, ohne zu kennzeichnen, dass es sich um zwei verschiedene Datensätze mit unterschiedlichen Messmethoden handelt. Bei verschiedenen Messmethoden sind abweichende Messwerte zu erwarten. Datensprünge müssen normalerweise diskutiert und erklärt werden – besonders im Hinblick auf fehlerhafte Anpassungen der Werte zwischen den verschiedenen Messreihen“, so der Diplom-Biologe.
Weiter argumentiert er, dass Eisbohrkern-Daten und direkte Luftmessungen seit längerem nur eingeschränkt vergleichbar seien, was er mit Fachartikeln belegt. Der angebliche starke Anstieg der CO2-Konzentration am rechten Rand der Grafik sei deshalb fragwürdig, weil nicht gesichert sei, dass etwa 280 ppm CO2 aus Eisbohrkernen exakt denselben Wert darstellen wie 280 ppm aus direkten Atmosphärenmessungen.
Einige Forscher gingen inzwischen sogar davon aus, dass die historischen CO2-Werte aus Eisbohrkernen im Vergleich zur tatsächlichen Luftkonzentration zu niedrig ausfallen könnten. Sollte das zutreffen, so Fiedler, „wackelt das Hauptargument der Klimapaniker gewaltig. Denn dann gibt es nach 1850 keinen alarmierenden Anstieg der CO2-Konzentration mehr.“
Das Klima über 2000 Jahre betrachtet – versus über 200 Jahre betrachtet
Bemerkenswert ist auch, welche Ausschnitte bei der Entwicklung der Temperatur überhaupt gezeigt werden: Präsentiert man nur einen kleinen oder einen großen zeitlichen Ausschnitt? Das kann die Interpretation der Daten entscheidend beeinflussen. Eine besonders verbreitete Darstellung stammt von Ed Hawkins, einem leitenden Wissenschaftler des National Centre for Atmospheric Science der University of Reading. Bekannt wurde sie unter dem Namen „Warming Stripes“.

Die Botschaft dieser Darstellung: Es wird gefährlich heiß!
Das Streifendiagramm stellt den globalen Temperaturtrend dar – allerdings nur seit dem Jahr 1850. Es ist so gestaltet, dass die jüngste Erderwärmung durch die Verwendung immer dunkler werdender feuerroter Streifen auf der rechten Seite besonders dramatisch wirkt.
Zweierlei ist hier irreführend: Erstens beträgt der tatsächliche Temperaturunterschied zwischen Dunkelblau und Dunkelrot nur etwa ein Grad Celsius. Zweitens zeigt die Grafik lediglich einen vergleichsweise kurzen Zeitraum von rund 200 Jahren. Betrachtet man dagegen längere Zeiträume, ergibt sich ein wesentlich gemischteres Bild. Wärme- und Kälteperioden wechseln sich ab (zum entsprechenden Vortrag Fiedlers, siehe hier).

Auf größere Zeiträume betrachtet relativiert sich die momentane Wärmephase. Grundlage dieser Darstellung: Craig Loehle, „A 2000-Year Global Temperature Reconstruction Based on Non-Treering Proxies“, erschienen 2007 in der Fachzeitschrift Energy & Environment.
Die heutige Erwärmung erscheint dann nicht mehr zwangsläufig als historisch einzigartig, sondern als Teil natürlicher Schwankungen.
Climategate – der Skandal um manipulierte Klimadaten
Derartige Manipulationen haben eine lange Vorgeschichte, die bis an die Jahrtausendwende zurückreicht. Damals entwickelten Forscher des IPCC das sogenannte Hockeystick-Diagramm. Es sollte zeigen, dass die Temperaturen über 1000 Jahre weitgehend stabil geblieben und erst im 20. Jahrhundert plötzlich dramatisch angestiegen seien – wie die Form eines Hockeyschlägers.

Das Hockeyschläger-Diagramm nach einer im dritten Weltklimabericht von 2001 veröffentlichten Grafik.
Die Kurve floss in IPCC-Berichte ein und wurde damit zur zentralen grafischen Grundlage für die Vorstellung einer historisch einzigartigen Erwärmung. Doch wie vertrauenswürdig ist diese Darstellung überhaupt? Im Jahr 2009 wurden tausende interne E-Mails und Dokumente von IPCC-nahen Klimaforschern geleakt. So kam heraus, dass bestimmte Datenreihen offenbar nicht zu dem gewünschten Erwärmungsbild passten.
Besonders berühmt wurde die Formulierung „hide the decline“. Ein Klimawissenschaftler hatte darin zugegeben, einen „Rückgang versteckt“ zu haben – durch einen statistischen Trick. Gemeint war der Rückgang in einer bestimmten Temperaturrekonstruktion auf Basis von Baumringdaten, die ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr mit den modernen Temperaturmessungen übereinstimmten. Hintergrund ist, dass die Klimaforschung auch aus Baumringen Rückschlüsse auf frühere Temperaturen ableitet.
Der Klimawissenschaftler hatte einem anderen geschrieben: „Ich habe gerade Mikes Nature-Trick genutzt, indem ich die tatsächlichen Temperaturen bei jeder Serie der letzten 20 Jahre (also ab 1981) und bei den Daten von Keith ab 1961 mit berücksichtigt habe, um den Rückgang zu verbergen.“
Fiedler nennt das einen „Taschenspielertrick“. Das Hockeystick-Diagramm, das diese nachweisliche Manipulation beinhaltet, „wurde viele Male in den Medien wiederholt und als Beweis für eine menschengemachte Klimakatastrophe präsentiert.“ Der Biologe weiter: „Ein Diagramm, das auf Täuschungen und Weglassungen basiert. Das ist der Kern des Climategate-Skandals.“ (Ausführlicher wird das Thema hier dargelegt.)
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