Die AfD ist die neue Arbeiterpartei … Und irre, dass immer noch 15 Prozent die Grünen wählen!
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Die Ergebnisse der Landtagswahlen in Bayern und Hessen sind aus vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Vor allem ein Aspekt manifestiert sich immer deutlicher: Die zwei zentralen gesellschaftlichen Pole, die AfD und die Grünen, stehen sich weiter unversöhnlich gegenüber. Unterschiedlicher könnten die Motive ihrer Wähler kaum sein. Doch nicht nur die Beweggründe weichen voneinander ab, auch ihre soziologischen Hintergründe unterscheiden sich stark.
Während die AfD sich in den vergangenen Jahren zur Arbeiterpartei entwickelt hat, sind die Grünen weiter fest in den Großstädten und im gehobenen bürgerlichen Milieu verankert. Es ist der alte Konflikt, den bereits der britische Philosoph David Goodhart 2017 mit zwei Idealtypen beschrieben hat: Der „Anywhere“, also der kosmopolitische Großstädter mit höherem Bildungsabschluss, der häufig im Staatsdienst tätig ist, steht dem „Somewhere“ gegenüber, einer heimatverbundenen Person, die meist auf dem Land oder in Ballungsräumen lebt, und in körperlichen Berufen arbeitet, die keinen hohen Bildungsabschluss verlangen.
Die Ergebnisse der Wahlen in Bayern und Hessen beweisen eindeutig: Mittlerweile entwickelt sich die AfD zur führenden Arbeiterpartei. In Bayern entschieden sich 31 Prozent der Arbeiter für die Rechtspartei, womit die Partei in dieser Berufsgruppe auf Platz 1 liegt. Ihre stärksten Werte erzielt die AfD zudem unter den 35- bis 59-Jährigen. Denjenigen also, die mitten im Leben stehen und das Land am Laufen halten.

Wahlentscheidung der Arbeiter in Bayern
Arbeiter wählen nicht die Grünen
Nur sechs Prozent der Arbeiter wählten in Bayern die Grünen. Noch schlechter war nur die FDP mit einem Prozent unter den Arbeitern. Bei den höher Gebildeten votierten hingegen 25 Prozent für die Grünen. Nur die CSU lag in diesem Ranking mit 32 Prozent vor der Öko-Partei. Gemessen am vollständigen Endergebnis der Grünen (14,8 Prozent), ist der Landesverband von Katharina Schulze hier jedoch eindeutig überrepräsentiert.
Auch in Hessen sind die Grünen, die von allen Ampel-Parteien am Sonntag am wenigsten abgestraft wurden, eine Partei der Bessergebildeten, jedenfalls legen das die Zahlen der Forschungsgruppe Wahlen nahe.
SPD wird nicht mehr als Arbeiterpartei wahrgenommen
Gleichzeitig wird deutlich: Die SPD ist keine Arbeiterpartei mehr und wurde hier von der AfD verdrängt. 27 Prozent aller Arbeiter entschieden sich für die Rechtspartei. Höher lag nur die CDU mit 33 Prozent bei den Arbeitern. Dagegen fällt die Unterstützung aus Beamtenkreisen für die AfD mit acht Prozent eher gering aus. Diese Berufsgruppe tendiert eher zu CDU, SPD und Grünen.

Arbeiter wählen in Hessen kaum links
AfD-Wähler glauben nicht an eine positive Zukunft für das Land
Und so stehen sich die Grünen und die AfD als die zentralen gesellschaftlichen Pole unversöhnlich gegenüber.
Die Grünen stehen für eine unbegrenzte Zuwanderung und sind fest gewillt, das Klima zu retten, die AfD hingegen lehnen die momentane Migration strikt ab und glauben nicht an den Untergang des Planeten. Kein Wunder also, dass für die Anhänger der AfD in Hessen die Zuwanderung die größte Rolle (51 Prozent) bei der Wahl spielte, bei den Grünen hingegen Klima und Energie (63 Prozent). Der feste Glaube an die grüne Klima-Utopie ist auch ein Grund, warum die Grünen nicht mehr unter 14 bis 15 Prozent rutschen. Die entsprechende Klientel bleibt treu, egal wie sich die wirtschaftliche Lage in Deutschland entwickelt.

Jubel bei der AfD-Wahlparty in Hessen
Die Grünen-Wähler in Hessen glauben laut Exit-Polls vom Sonntag zudem am stärksten, dass die Verhältnisse in Deutschland Anlass zur Hoffnung geben. Den 35 Prozent von ihnen stehen nur vier Prozent der AfD-Anhänger entgegen, die noch Hoffnung schöpfen. Auf der anderen Seite sind 90 Prozent der AfD-Wähler beunruhigt, wie die Zukunft des Landes aussieht – der Rekordwert unter den Parteien. Auch die Grünen-Anhänger sind mit 61 Prozent mehrheitlich beunruhigt, bilden damit jedoch den schwächsten Wert aller Parteien.
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