Die Polizei macht Trumps bestes Wahlplakat!
Ein Beitrag von
Er ist wieder da. Oder war er nie weg? Donald Trump greift nach einer zweiten Amtszeit als US-Präsident. Seine Gegner wollen ihn hinter Gittern sehen. Aber je heftiger sie ihn attackieren, desto geschlossener sind die Reihen seiner Anhängerschaft.
Das Phänomen Trump hat ein neues Level erreicht. Trump als Angeklagter, dokumentiert mit dem in den USA typischen Mugshot – das Bild sollte ihn demütigen. Aber seine Fans feiern das Foto wie eine Heiligen-Ikone. Der polarisierende Rotblondschopf ist wieder auf allen Kanälen präsent und selbst, wenn der ehemalige Reality-TV-Star bewusst der großen Bühne fernbleibt, dreht sich doch alles wieder nur um ihn. Doch der Reihe nach.
Am Donnerstagabend flimmerte Trump über alle Bildschirme des Landes. Von Maine bis Kalifornien saß Amerika gebannt vor dem Fernseher oder starrte auf das Smartphone. Denn Trump musste im Gefängnis in Fulton County im Bundesstaat Georgia vorstellig werden. Der Vorwurf: Er habe die Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen 2020 fälschen wollen. Eine schwerwiegende Anschuldigung.

Schnell weg aus Atlanta: Trump vorm Abflug nach dem Termin im Bezirksgefängnis
Doch Trump wäre nicht Trump, wenn er den Spieß nicht einfach umdrehen würde. Trump postete den „Mugshot“, also das Foto, dass die Polizei von ihm machte, und verlinkte gleichzeitig seine Fundraising-Seite. Es war nach zwei Jahren sein Comeback bei „X“, vormals „Twitter“, also der Plattform, die während seiner Präsidentschaft seine Hauptplattform war. Trump machte auf Twitter Weltpolitik. Genau dahin will er wieder zurück. Aus der vermeintlichen Demütigung machte Trump so einen PR-Stunt, der Ex-Präsident bestimmte wieder das Narrativ, nicht seine Gegner. Trump schrieb: Never surrender! Niemals aufgeben!
Trump zeigt wieder einmal, dass er Popkultur und Medienrummel beherrscht wie sonst niemand neben ihm. Am Freitagvormittag lokaler Zeit war das Bild bereits mehr als 330.000 Mal repostet worden und hatte über 120 Millionen Aufrufe.
Trump nutzt die Aufnahme auch für weitere Spendensammelaktionen, indem er Hemden und andere Utensilien mit seinem Bild verkauft. Auch seine Anhängerschaft produziert derweil unzählige Memes mit dem „Mugshot“. Für seine Fans ist das Bild des Präsidenten in Polizeigewahrsam Ausdruck eines korrupten Systems, das gestürzt werden muss, und für die politische Instrumentalisierung des Sicherheitsapparates durch radikale Demokraten.
Man kann es nicht anders sagen: Trumps bestes Wahlplakat stammt von der Polizei. So kommt es, wie es auch schon 2016 geschah. Je mehr Trump von außen attackiert wird, desto konsequenter verteidigen ihn seine Anhänger. Neben der republikanischen Basis, die eisern zu ihm hält, erhält er nun auch lautstarke Unterstützung aus dem republikanischen Bewerberfeld für die Präsidentschaftskandidatur – also seinen eigentlichen Konkurrenten.
„Safe America“ – Trump-Anhänger vor dem Gerichtstermin in Atlanta
Vivek Ramaswamy, der derzeit in den Vorwahlen auf Platz 3 hinter Donald Trump und Ron DeSantis rangiert, nannte das Verfahren, das durch den demokratischen Bezirksstaatsanwalt Fani Willis angestrebt wird, „politisch motiviert“. Der Vorgang solle zudem nicht nur Republikaner beunruhigen, sondern auch Demokraten. Die Grundprinzipien Amerikas seien in Gefahr, und eine Art neuer Obrigkeitsstaat drohe.
Diese Stimmung spiegelt sich auch in verschiedenen Umfragen wider: 77 Prozent der republikanischen Anhängerschaft glauben, dass Trumps Anklage in Georgia politisch motiviert ist, laut einer Umfrage von CBS News/YouGov, die Mitte August durchgeführt wurde. 85 Prozent der Republikaner-Wähler sind der Meinung, dass Trump nicht strafrechtlich verfolgt werden sollte. Bei den Demokraten ist der Wert genau umgekehrt. 95 Prozent der Demokraten sind der Meinung, dass Trump strafrechtlich verfolgt werden sollte. Dies geht aus einem nationalen Meinungsforschungsbericht der Quinnipiac University hervor, der vorletzte Woche veröffentlicht wurde.
Trump gewinnt Debatte, bei der nicht mal vor Ort ist
Das Land ist gespalten, doch die Republikaner stehen fest an der Seite von Donald Trump. Die Vorwürfe stärken seine Position im parteiinternen Kampf um die Präsidentschafts-Kandidatur.
Eine weitere bemerkenswerte Beobachtung dieser Woche: Donald Trump ist wieder voll da, selbst wenn er bewusst Events fernbleibt. So geschehen am Mittwoch. Alle republikanische Präsidentschaftskandidaten traten in Milwaukee zur ersten republikanischen Vorwahldebatte gegeneinander an und warben in einer voll besetzten Arena für ihre Kandidatur. Alle – bis auf Trump. Der große konservative Kabelsender Fox News übertrug das Spektakel.

Die republikanischen Präsidentschaftskandidaten bei der Fox-Debatte
Die unterschiedlichen Kandidaten stritten sich über eine Vielzahl von Themen, von Abtreibung über Wirtschaft bis hin zur Ukraine und Bildung. Am heftigsten wurde es jedoch, als sich die Diskussion um den ehemaligen Präsidenten Donald Trump drehte, der die Debatte ganz bewusst schwänzte und doch „der Elefant im Raum“ war, wie Fox News-Moderator Bret Baier es treffend ausdrückte.
So wurden die acht Kandidaten beispielsweise gefragt, ob sie Trump als Kandidaten der Partei unterstützen würden, selbst wenn er wegen eines Verbrechens verurteilt würde. Sechs von acht Händen gingen hoch, teilweise schnell, teilweise zögerlich.
Doch nicht nur auf der überdimensionierten Bühne in Milwaukee war Trump trotz seiner Abwesenheit Dauerthema, sondern parallel auch auf der Plattform „X“ (früher Twitter). Anstatt nach Wisconsin zu fliegen, um sich von seinen Herausforderern zu stellen, entschied sich Trump für eine andere Option. Tucker Carlson lud zu einem intimen Interview ein, das fünf Minuten vor der TV-Debatte hochgeladen wurde. Das Video hat mittlerweile 250 Mio. Views.
Die eindeutige Botschaft: Der ehemalige Präsident genießt es, seine Gegner in den Schatten zu stellen und vorzuführen. Mit diesem Schritt demütigte er nicht nur seine republikanischen Kontrahenten, sondern auch Fox News, der Sender, der ihn einst groß gemacht hatte, sich jedoch inzwischen gegen ihn gestellt hat. Eine Machtdemonstration.
Die Bilanz dieser Woche: An Trump führt aktuell kein Weg bei den Republikanern vorbei. Man wird sich in der Partei mit ihm arrangieren müssen und man sollte vor allem nicht den Fehler machen, ihn abzuschreiben. In der Regel geht das für einen nicht gut aus. Hillary Clinton kann ein Lied davon singen.
Mehr NIUS:
Alle Linken ganz verzweifelt: NIUS-Kampagne überrollt die BVG
Vorwurf Steuerhinterziehung: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Grünen-Chef Felix Banaszak
Warum Friedrich Merz in den eigenen Reihen als „Quassel-Kanzler“ gefürchtet ist
Neues 13-Milliarden-Loch für Klingbeil! Bund muss Arbeitsagentur noch viel mehr Steuergeld zuschießen
Gewerkschaften kündigen Widerstand an: Fliegt Kanzler Friedrich Merz sein Reform-Gipfel um die Ohren?
Correctiv lässt sich von der EU bezahlen, um über die EU zu berichten
IPCC-Skandal – der Mann, der dem Klima-Papst widersprach: „Ich glaube, dass die jüngste Erwärmung wohl auch schon vor 1000 Jahren erreicht wurde“
Die hartnäckigste Klima-Lüge: 97 Prozent der Wissenschaftler gehen von menschengemachtem Klimawandel aus
Mehr NIUS:
Neues 13-Milliarden-Loch für Klingbeil! Bund muss Arbeitsagentur noch viel mehr Steuergeld zuschießen
Gewerkschaften kündigen Widerstand an: Fliegt Kanzler Friedrich Merz sein Reform-Gipfel um die Ohren?
Correctiv lässt sich von der EU bezahlen, um über die EU zu berichten
IPCC-Skandal – der Mann, der dem Klima-Papst widersprach: „Ich glaube, dass die jüngste Erwärmung wohl auch schon vor 1000 Jahren erreicht wurde“
Die hartnäckigste Klima-Lüge: 97 Prozent der Wissenschaftler gehen von menschengemachtem Klimawandel aus
Verdi-Chef Frank Werneke: „Der Kanzler hat inhaltlich und im Stil komplett am Saal vorbeigeredet“
„Lügenfritz“ ist strafbar: Bürger muss wegen Merz-Beleidigung zahlen
Tabaksteuer: Lassen sich Kanzler Merz und Finanzminister Klingbeil von Brüssel über den Tisch ziehen?
Armin Petschner-Multari
Artikel teilen
Kommentare