Enthusiasmus, Enttäuschung, Entsetzen: Der Wahlabend in Bildern
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Historisches Debakel für die SPD, die FDP fliegt aus dem Bundestag, der „Bündniskanzler“ strandet bei 11,6 Prozent. Jubel hingegen bei der siegreichen CDU, der verteufelten AfD (Stimmenanzahl verdoppelt!) und der überraschend starken Linken. Strahlende und lange Gesichter in Parteizentralen, bei Wahl-Partys und im Fernsehen. Sehen Sie hier ein Best-of!

Drei Jahre, zwei Monate, 15 Tage und 8 Stunden: Die Amtszeit von Olaf Scholz war kurz und von Misserfolgen geprägt. Nicht nur der Tiefpunkt der SPD bei den Bundestagswahlen seit 1949, sondern das schlechteste Ergebnis bei einer nationalen Parlamentswahl seit 138 Jahren. In diesem Augenblick wird dem Kanzler klar, dass es vorbei ist.

Fast 8,8 Prozent! Heidi Reichinnek und Jan van Aken, die Vorsitzenden der Linken, können ihr Glück kaum fassen.

Er hat gewonnen, aber nicht triumphiert: CDU-Chef Friedrich Merz kann Bundeskanzler werden, doch die Freude ist eher verhalten. Da war mehr drin. Und mit der linken SPD muss er den „Politikwechsel“ erst mal hinkriegen. Die andere Option hat er sich selbst verbaut.

Großer Auflauf im Konrad-Adenauer-Haus: Friedrich Merz umringt von christdemokratischen Mitstreitern und Pressemeute.

Platz 2, über 20 Prozent, Stimmenanteil gegenüber 2021 verdoppelt: Die AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla liegen sich in den Armen.

Lange Gesichter bei der FDP. Nach anfänglichem Bangen an der 5-Prozent-Hürde steht bald fest: Die Partei hat den Wiedereinzug in den Bundestag nicht geschafft, das klägliche Ergebnis ist die Bestrafung für die drei Jahre in der „Ampel“-Regierung. Christian Lindner hat die Reißleine zu spät gezogen. Jetzt verkündet er seinen Rücktritt.

Puuuh ... Lars Klingbeil hat ein unangenehmes Interview in einem TV-Studio der SPD-Parteizentrale hinter sich. Und es bleibt nicht das einzige an diesem Abend.

Nach Annalena Baerbock 2021 ist jetzt auch Robert Habeck als Kanzlerkandidat gescheitert. Das Ergebnis fällt noch mieser aus als beim letzten Mal: Nur 11,6 Prozent wollten einen „Bündniskanzler“. Trotz medialen Rückenwinds hat Habeck es verbockt. Man sieht es den Gesichtern an.

18.00 Uhr im Festsaal der Grünen in Berlin-Kreuzberg. Schon die Prognose zeigt: Es gibt nichts zu feiern. In der ersten Reihe steht das Entsetzen unter anderem den Parteivorsitzenden Felix Banaszak und Franziska Brantner ins Gesicht geschrieben. Katharina Dröge klatscht verhalten.

Das Bündnis Sahra Wagenknecht hat den Einzug ins Parlament nur um einige tausend Stimmen verpasst. Aber knapp daneben ist auch vorbei.

„Mission Silberlocke“ accomplished! Die Linken Gregor Gysi und Ines Schwerdtner genießen ihren Erfolg im Glashaus eher diskret.

Die „Elefantenrunde“ im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen war personell stark besetzt, jedenfalls von der Anzahl her. Im Bild von links nach rechts (im doppelten Sinne): Robert Habeck, Olaf Scholz, Friedrich Merz, Markus Söder und Alice Weidel.

Es gibt Beerdigungen, auf denen es fröhlicher zugeht. Die Protagonisten der FDP nehmen ihr Schicksal an. Nach Lindner verkündet auch Wolfgang Kubicki seinen Rückzug aus der Politik, aber die Absicht übersteht dann doch nur wenige Stunden. Wenn Marie-Agnes Strack-Zimmermann sich ins Spiel bringt, muss man auch mit fast 73 nochmal ran ...

Trotz des Erfolgs bleibt Alice Weidel vorerst nur die Rolle der Oppositionsführerin. Noch hält die „Brandmauer“ ...

Ganz unten angekommen: Olaf Scholz und Britta Ernst treffen in der Tiefgarage des Willy-Brandt-Hauses ein.
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Claudio Casula
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