EU plant Verbot von Filterzigaretten
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Tabak-Aus in Etappen? In Brüssel wird über radikale Maßnahmen gegen das Rauchen beraten – bis hin zu einem Verbot von Zigarettenfiltern und einem Ende für Kioske und „Spätis“, wie man sie kennt.
Die EU-Kommission steht offenbar kurz davor, den Tabakmarkt auf den Kopf zu stellen. In einem internen Papier werden demnach weitreichende Schritte hin zu einer „rauchfreien Generation“ gefordert, darunter die Schließung von Verkaufsstellen, Werbeverbote und ein mögliches Aus für Zigarettenfilter, wie die Krone berichtet.
„Ein Verbot der Herstellung, Einfuhr, des Vertriebs und des Verkaufs von Filterzigaretten würde einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung des Tabakkonsums darstellen“, heißt es seitens der WHO.
Die WHO empfiehlt „ausdrücklich, Filter zu verbieten, um die Genießbarkeit und Attraktivität von Zigaretten zu verringern.“
Rund 95 Prozent der Zigaretten sind mit einem Filter bestückt, berichtet die Bild. Ein Verbot von Filtern würde nahezu einem Zigarettenverbot gleichkommen.
Brüssel folgt WHO-Linie
Die EU-Kommission will die radikalen Vorschläge der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aktiv unterstützen. In einem Mandatsentwurf für die kommende WHO-Konferenz in Genf bekennt sich Brüssel zu dem Ziel einer „nikotinfreien Generation“.
Das der Kronen Zeitung vorliegende Dokument zeigt: Die Kommission plant eine Anpassung der europäischen Gesetzgebung an die Empfehlungen der WHO – und geht damit deutlich über die bisherigen EU-Regelungen hinaus.

Ursula von der Leyen (CDU), Präsidentin der Europäischen Kommission
Kioske im Visier – Filter bald verboten?
Besonders brisant: Die Zahl der Verkaufsstellen soll drastisch reduziert werden. In Deutschland beträfe das die Kioske und „Spätis“, die seit Jahrzehnten das Herz des legalen Tabakverkaufs bilden. Auch der kommerzielle Verkauf selbst steht infrage – Gewinne sollen möglichst entfallen, Verkaufsanreize und Werbung komplett verboten werden.
Für viele Kiosk-Besitzer wäre das das wirtschaftliche Aus. Noch schärfer: Brüssel befürwortet laut dem Papier sogar ein Verbot von Zigarettenfiltern. Der Grund ist aus Umweltsicht nachvollziehbar, denn Filter aus Kunststoff verschmutzen weltweit Straßen und Gewässer.
Doch Kritiker warnen: Ohne Filter gelangt Teer ungefiltert in die Lunge – und die gesundheitlichen Risiken steigen. Zwischen Ökologie und Gesundheit bahnt sich ein Zielkonflikt an.

Wird bald ohne Filter geraucht?
Rauchfreie Generation – oder Schwarzmarkt?
Die WHO fordert außerdem, dass künftig niemand, der nach einem bestimmten Jahr geboren wurde, Tabak kaufen darf. Die EU-Kommission will auch diese Idee unterstützen. In Neuseeland war ein solches Gesetz bereits beschlossen – wurde aber wegen wirtschaftlicher Bedenken wieder abgeschafft.
Fachleute befürchten, dass ein solches Verbot den Schwarzmarkt befeuern könnte. Trotzdem steht das Thema nun auch in Europa auf der Agenda. Am Donnerstag soll eine Ratsarbeitsgruppe der EU darüber beraten, wie weit Brüssel tatsächlich gehen wird.
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