Freigang, Verständnis, schwere Kindheit: Deutschland ist DAS Paradies für Gewalttäter
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Es gibt einen ganz einfachen Grund dafür, dass immer mehr Menschen in unserem Land sich nicht mehr sicher fühlen. Der Grund lautet: Wir lassen rein, wen wir nicht reinlassen sollten. Und wir lassen raus, wen wir nicht rauslassen sollten.
Über unsere Grenzen kann man einfach zu uns reinspazieren. Aus unseren Gefängnissen und Psychiatrien kann man einfach zu uns rausspazieren. Das Ergebnis ist: Auf unseren Straßen lauern und lungern gemeingefährliche Psychopathen, die entweder gar nicht im Land oder aber im Gefängnis sein sollten oder beides. Das ist ein schrecklicher Missstand, der nahezu wöchentlich Leben kostet. Diese Woche schon wieder.
In Diepholz bei Bremen wurde in der Nacht von Samstag auf Sonntag die siebzehnjährige Mara-Sophie grausam ermordet. Sie wollte nur auf eine abendliche Inline-Skating-Fahrt gehen. Gefunden wurde sie Stunden später in einem Straßengraben mit einer tödlichen Stichwunde im Hals.

Andreas B. tötete Mara-Sophie und verletzte eine weitere Frau schwer.
In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch um 0:35 Uhr dann die nächste Bluttat, nur zehn Minuten entfernt von dem Ort, an dem Maras Leiche gefunden worden war. Auf dem Parkplatz eines McDonalds attackierte ein Mann, 42 Jahre alt, eine dreißigjährige Frau mit einem Messer, verletzte sie schwer mit mehreren Stichen in den Oberkörper. Eine junge Frau ist tot, eine zweite liegt schwer verletzt im Krankenhaus.
Der mutmaßliche Mörder heißt Andreas B., ein Landwirt aus dem kleinen Örtchen Kirchdorf. Andreas B. hat einen Tannenbaumhof, er verkauft Weihnachtsbäume und engagiert sich bei der Freiwilligen Feuerwehr. Die Welt dieses Mannes könnte heiler kaum klingen, aber Andreas B. hat auch eine furchteinflößende Vorgeschichte.
Die ganze Folge „Achtung, Reichelt!“ sehen Sie hier:
Im Juni 2016, also vor sieben Jahren, zerrte Andreas B. einen vierzehnjährigen Jungen in sein Auto, entführte ihn gewaltsam und raste davon. Als der Junge, der bis heute traumatisiert ist, fragte, was er von ihm wolle, antwortete Andreas B.: „Ein bisschen kuscheln.“ Der Junge konnte sich befreien und flüchten, im Polizeiverhör sagte Andreas B.: „Ich weiß nicht, ob ich den Jungen nicht vergewaltigt hätte.“
„Versucht, seiner Einsamkeit zu entfliehen“
Der Verteidiger von B. sagte vor Gericht, sein Mandant habe nur versucht, „seiner Einsamkeit zu entfliehen. Das ist das Hauptproblem seines Lebens.“ B. erklärte sich bereit, an einer Therapie teilzunehmen. Das beeindruckte den Richter so sehr, dass Andreas B. mit 18 Monaten auf Bewährung und einer Geldstrafe von 1.000 Euro davon kam. 1.000 Euro dafür, dass man ein Kind entführt hat – das ist keine Strafe, sondern ein Hohn für jedes Kind in unserem Land.
Wir sind das einzige Land auf der Welt, in dem Richter Kindern sagen: Die Unversehrtheit Deines zerbrechlichen Lebens, Deine Seele, die ewigen Schäden, die Du mit Dir rumtragen wirst – all das ist bei uns in Deutschland tausend Euro wert, so viel wie ein iPhone. Ich kann es nur so sagen, mich macht das wahnsinnig.
Man würde seinen Kindern gerne sagen: In diesem Land beschützen wir Euch vor Menschen, von denen wir mit absoluter Sicherheit wissen, dass sie gefährlich sind. Aber wir tun es nicht. Stattdessen lassen wir diese Leute laufen, lassen sie frei, lassen sie ins Land – und warten, bis das nächste Kind tot ist. So wie nun Mara-Sophie.
Andreas B. hat ein Kind entführt und ausdrücklich angekündigt, sich an ihm vergehen zu wollen. Auf Kindesentführung stehen in Deutschland bis zu zehn Jahre Haft, was immer noch lächerlich wenig für solch eine Tat ist, aber immerhin. Es gibt im Fall Andreas B. also eine ganz einfache Frage: Warum konnte er als freier Mann aus dem Gericht spazieren, eine tickende Zeitbombe auf freiem Fuß? Warum hat das Gericht ihn nicht für zehn Jahre eingesperrt?
Kein Mensch in diesem Land versteht, warum man einen Kindesentführer und Sexualstraftäter auch nur einen Tag früher raus lässt als unbedingt nötig, und schon gar nicht, warum man ihn gar nicht erst einsperrt.
Ein gutgläubige Psychologe findet sich fast immer
Die Mathematik zu diesem Skandal ist so einfach wie brutal: Hätte Andreas B. vor sieben Jahren zehn Jahre Haft bekommen, dann hätte er am vergangenen Samstag nicht Mara-Sophie auflauern und ihr Leben mit nur 17 Jahren kaltblütig beenden können. Inzwischen ist Andreas B. gefasst. Er ließ sich widerstandslos festnehmen. Wenn er schlau ist, erzählt er vor Gericht, dass es die Stimme des Teufels in seinem Kopf war, die ihm befohlen hat, zu morden. Dann wird er schon bald wieder als schuldunfähiger Freigänger einer Psychiatrie durch unsere Straßen wandeln. Bis er wieder zuschlägt.
So wie dieser Mann, der Somalier Ahmad N. Ein mehrfach vorbestrafter Gewalttäter, der gar nicht bei uns im Land hätte sein dürfen. Wie auch immer er zu uns kam, an unserer Grenze hätte man ihn aufhalten müssen. Verurteilt war Ahmad N. wegen Körperverletzung und sexueller Nötigung, aber wegen „Schuldunfähigkeit“ saß er nicht im Gefängnis, sondern genoss das Leben in Deutschland in einer Klinik. Die Ärzte dort bescheinigten ihm „Therapiefortschritte“.
Auch das kennen wir seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten. Es gibt kaum einen Mörder, dem nicht irgendein gutgläubiger Psychologe kurz zuvor noch große Fortschritte attestiert hatte. Nichts ist in Deutschland gefährlicher als eine positive Gefährlichkeitsprognose. Dieser Mann also, Ahmad N., den man niemals hätte reinlassen UND niemals hätte rauslassen dürfen, durfte aufgrund seiner großen Fortschritte spazieren gehen und sich so frei bewegen, dass er sich letzte Woche davon machen konnte, in einer Bäckerei ein Messer klaute und in einem nahen Tedi-Markt Lisa S., 30 Jahre alt, niedermetzelte.

Ahmad N. metzelte eine 30-Jährige in der Fußgängerzone von Wiesloch nieder – und sitzt jetzt in der Psychiatrie. Wie lange noch?
Im Krankenhaus erlag die junge Frau ihren Verletzungen. Lisa S. war Verkäuferin, sie hatte Urlaub und wollte in Wiesloch shoppen gehen. Nun ist sie tot. Die Staatsanwaltschaft machte dazu folgende Mitteilung: „Der Beschuldigte ist dringend verdächtig, aufgrund einer wahnhaften Störung im Zustand der Schuldunfähigkeit heimtückisch einen Menschen getötet zu haben.”
Zauberwort „schuldunfähig“
Schuldunfähig. Natürlich. Der Mörder Ahmad N. sitzt nun wieder in einer Psychiatrie. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er wieder durch deutsche Straße spaziert. Nach Somalia werden wir ihn niemals abschieben. Nach allem, was wir in den letzten Tagen, in den letzten Jahren erlebt haben, müssen wir annehmen, dass Lisa S. nicht sein letztes Opfer gewesen sein wird.
Jetzt sagen Sie, naja, jetzt, wo der Mann gemordet hat, kommt der doch nicht so einfach wieder raus, übertreiben Sie mal nicht, Reichelt. Aber leider übertreiben wir nicht. Hier sehen Sie die Berichterstattung der Mittelbadischen Presse.
Die Überschrift lautet: „Somalier darf Klinik verlassen“. Es geht dabei um Ali M. aus Somalia, heute um die 30 Jahre alt, der 2019 einen Rentner mehrfach gegen den Kopf trat und ihn so schwer verletzte, dass er starb. Zuvor hatte er schon einen Taxifahrer verprügelt und gegen den Kopf geschlagen, aber die Polizei ließ ihn einfach laufen, obwohl er die Beamten nach Marihuana fragte.
Verurteilt wurde er nur wegen schwerer Körperverletzung, dazu galt er, Sie ahnen es, als „schuldunfähig“.
Die Mittelbadische Presse schreibt: Ali M. dürfe „das Klinikgelände tagsüber nach individueller Absprache in das angrenzende Stadtgebiet und den Umkreis verlassen.“ Ali M., so die Staatsanwaltschaft, habe sich „stets zuverlässig und absprachebereit gezeigt. Nach Einschätzung der behandelnden Ärzte ergaben sich keine Hinweise auf Fluchttendenzen oder Fremdgefährdungen.“ Ali M. solle nun „auf die Entlassung vorbereitet werden.“
Keine Fremdgefährdung. Genau diese Einschätzung hat sich schon zu oft wenig später als Todesurteil für einen Menschen erwiesen, der einfach zur falschen Zeit am falschen Ort war. So wie Lisa S. Wir sollten sie nicht rein lassen. Wir sollten sie nicht raus lassen. Aber wir tun beides. Kein Mensch in diesem Land möchte, dass verurteilte Killer aus Somalia durch unsere Fußgängerzonen laufen und trotzdem geschieht es. Die gute Nachricht für Ali M. lautet: Er muss sich als vorbestrafter Killer in Offenburg, fernab der Heimat, nicht einsam fühlen.
Denn irgendwo da draußen im Schwarzwald ist auch sein somalischer Landsmann Suleiman A. unterwegs. Suleiman A. hat 2018 einen Arzt und seine Helferin in einer Praxis niedergestochen. Der Arzt starb in den Räumen, in denen er sonst Menschen behandelte, die Helferin überlebte schwer verletzt. Inzwischen hat Suleiman A. täglich mehrere Stunden Freigang und spaziert unbehelligt durch Freiburg oder Offenburg, obwohl in diesem Fall sogar ein Gutachter ausgesagt hat, Suleiman A. könnte seine psychische Erkrankung vorgetäuscht haben, um einer härteren Strafe zu entgehen.
Abdirahman Jibril A. rief bei seiner schrecklichen Tat Allahu Akbar, er war eindeutig und vollkommen offensichtlich Islamist, aber das passte der Politik nicht ins Weltbild. Im Nachhinein konnte sich Abdirahman Jibril A. dann aber doch daran erinnern, dass Stimmen ihm die Tat befohlen hatten. Er wurde zwar wegen Mordes verurteilt, gilt aber als, Sie ahnen es, als „schuldunfähig” und sitzt nun in einer Psychiatrie, natürlich nicht in einer Psychiatrie in Mogadischu, sondern hier bei uns. Sobald er als therapiert gilt, darf er wieder raus und sich ungehindert in der Messerabteilung des nächsten Küchengeschäfts umsehen.
Es geschehen inzwischen so viele dieser Gewalttaten in Deutschland, dass sie kaum noch berichtet werden. Gerade mal zwei Wochen ist es her, dass ein Wirt niedergestochen in seiner Gaststätte in Ludwigshafen aufgefunden wurde.

Jibril A. lief mit gezücktem Messer durch Würzburg.
Er wurde noch reanimiert, starb aber wenig später an seinen schweren Verletzungen. Letzten Sonntag wurde ein Tatverdächtiger festgenommen: ein Mann aus Somalia. Der Mann ist polizeibekannt, also vorbestraft, trotzdem ging er unbehelligt durch Ludwigshafen und konnte einen unschuldigen Menschen ermorden, der brav hinter seinem Tresen stand. Auch hier gilt: Wir hätten diesen Mann niemals reinlassen und niemals rauslassen sollen. Für verurteilte Gewalttäter dürfte es eigentlich nur einen Weg geben: nach Hause oder so lange wie irgendwie möglich ins Gefängnis.
Aber immer wieder lässt man sie auf unsere Städte und Dörfer los. Die meisten Mordopfer in Deutschland dürfte es eigentlich niemals geben, weil ihre Mörder entweder gar nicht hier sein dürften oder aber im Gefängnis sitzen müssten. Deutschland ist Europas größtes und komfortabelstes Erholungsgebiet für Gewalttäter.
Was ist der Unterschied zwischen Deutschland und einem Gefängnis in Deutschland? In das eine kommt man leicht rein, aus dem anderen leicht wieder raus.
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Julian Reichelt
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