Genosse rechnet nach Wahlschlappe mit SPD ab: „Das passiert, wenn man scheiße performt!“
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Nach dem schlechten Wahlergebnis der SPD in Baden-Württemberg wächst die Wut in den eigenen Reihen. Der frühere Bundestagsabgeordnete Robin Mesarosch (34) hat seine Partei in einem Video auf Instagram ungewöhnlich scharf kritisiert. Vor seinen rund 119.000 Followern – nach eigenen Angaben etwa 5.000 mehr als Vizekanzler Lars Klingbeil – rechnete der Sozialdemokrat mit Strategie, Organisation und Kommunikation der SPD ab.
Zu Beginn seines Videos zeigt sich Mesarosch über das Ergebnis der Landtagswahl erschüttert: „Meine Partei hat am Sonntag ein Ergebnis eingefahren, für das es keine Worte gibt.“
Hier die Abrechnung des Ex-Abgeordneten im Video:
„Ergebnis wie eine Spaßpartei“
Der SPD-Politiker kritisiert vor allem die Parteiführung und die Kampagnenführung im Wahlkampf. Viele Parteimitglieder hätten sich voller Inbrunst engagiert, so Mesarosch: „Leute, die sich den Arsch aufgerissen haben, die teils ihren Jahresurlaub für den Wahlkampf genommen haben, die zu wenig geschlafen haben, die ihre Kinder kaum gesehen haben, um Wahlkampf zu machen. Und dann Ergebnisse einfahren mussten wie irgendwelche Spaßparteien.“

Robin Mesarosch im Jahr 2024 als Abgeordneter im Bundestag
„Gesamtsituation unterirdisch“
Als Gründe nennt er strukturelle Probleme innerhalb der Partei. Schuld seien „miserable Kommunikation, miserable Organisation und Inhalte, die teils gut waren, aber die am Ende auch oft zu wünschen übrig gelassen haben“. Und es gebe noch viel mehr Probleme, die Lage der SPD sei insgesamt schon lange kritisch: „Die Gesamtsituation ist bereits seit Jahren unterirdisch.“ Inzwischen gehe es nicht mehr nur um Stimmenverluste, sondern um mehr: „Es ist der Punkt, an dem es um die Existenz geht“, so Mesarosch. Die Tragik sei nicht, dass die SPD Wähler verliert oder verloren hat. Der SPD-Politiker fatalistisch: „Das passiert, wenn man scheiße performt.“ Noch schlimmer aber sei, dass Deutschland „eine Partei verlieren kann, die diesem Land so viel geben könnte, wenn man es denn nur richtig machen würde.“
Esken und Banaszak klicken „Gefällt mir“
Mesarosch weiter: „Seit Jahren machen wir dieselben Fehler!“ Nämlich: „Die SPD hat gar keine Strategie. Gar keine. Das ist der Umfang der Tragik. Das ist so behämmert und gleichzeitig die Riesenchance, wenn man sich nur etwas anstrengt.“

Die Ex-SPD-Vorsitzende Saskia Esken markierte den Wut-Beitrag mit „Gefällt mir“.
Mesarosch kritisiert auch die SPD-Spitze in Baden-Württemberg. Besonders stößt ihm auf, dass Generalsekretär Sascha Binder, der den aus seiner Sicht misslungenen Wahlkampf verantwortete und nach der Wahl zurücktrat, kurz darauf zum Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion gewählt wurde.
Das Video des SPD-Politikers sorgt innerhalb der Partei offenbar für Gesprächsstoff. Unter anderem klickten die frühere Parteivorsitzende Saskia Esken (64), die Bundestagsabgeordnete Rasha Nasr (33) sowie Juso-Chef Philipp Türmer (30) auf „Gefällt mir“. Auch Grünen-Chef Felix Banaszak (36) klickte aufs Herzchen. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Paula Piechotta (39) kommentierte: „Danke für Deine Ehrlichkeit. Ist nicht nur bei euch so, aber bei euch ist es besonders ausgeprägt.“
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