Gruber-Demo gegen geplantes Heizgesetz: Als Söder ausgepfiffen wird, schimpft er „Haut selber ab!“
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- 13.000 Menschen demonstrieren in Erding gegen das geplante Heizgesetz der Ampel.
- Kabarettistin Monika Gruber, eine Mit-Organisatorin, wurde gefeiert.
- Bayerns Ministerpräsident wurde ausgepfiffen.
Der Volksfestplatz in Erding (Bayern) war am Samstag rappelvoll: Rund 13.000 Menschen hatten sich laut Polizei dort versammelt, um gegen das geplante Heizgesetz der Ampel-Regierung zu protestieren. Auf der Bühne der Kundgebung, die zuvor abgehalten wurde: Redner aus Handwerk, Politik und natürlich Mit-Organisatorin Monika Gruber, die von den Teilnehmern wie ein Superstar gefeiert wurde.
Mehrere Menschen trugen Schilder, auf denen stand, was sie sich von der Kabarettistin wünschen: „Moni for President“ oder „Monika Gruber Ministerpräsidentin war dort zu lesen. Weniger gefeiert: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der eigentlich gekommen war, um im Kampf um Stimmen bei der Landtagswahl mit ein paar zu Nadelstichen gegen Berlin und die Ampel-Regierung zu setzen.
Doch zu Beginn seiner Rede wurde Söder heftig ausgepfiffen. Hätte Gruber nicht eingegriffen, die Teilnehmer um Rederecht auch für den Ministerpräsidenten gebeten, wären die Pfiffe vermutlich nicht so schnell abgeflaut. „Wir leben in einer Demokratie, Freunde. Lasst bitte jeden ausreden. Wir reden hier vom Bayerischen Ministerpräsidenten.“ Weil aber trotzdem noch Buhrufe zu hören waren, wütete Söder in Richtung der Demonstranten: „Haut selber ab! Wer so agiert, ist kein Demokrat! Von solchen Leuten grenzen wir uns ab.“

Dass der bayerische Ministerpräsident derart feindselig empfangen wurde, hat seine Wurzeln wohl in dessen Corona-Politik, die ihm die anwesenden immer noch übel nehmen. An zahlreichen Schildern war zu erkennen, dass das Publikum ein ähnliches war wie auf zahlreichen Corona-Demos in den Pandemiejahren. „Söder go Home“, war auf mehreren Plakaten zu lesen. „Das mit der Impfpflicht werde ich ihm nie verzeihen“, sagte eine Teilnehmerin der Kundgebung gegenüber Pleiteticker. Söder hatte eine Impfpflicht für Kinder ab 12 gefordert.
Einige Redner später schwoll dann der Applaus an, als Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger die Bühne betrat. Mit seinen Worten traf er den richtigen Nerv bei vielen Bayern, setzt er sich doch für den Erhalt von Holz- und Pellet-Öfen ein, einer im Bayerischen ländlichen Raum gängigen Heizform. „Hier steht die Mitte der Gesellschaft, wir zeigen euch, wo der Bartl den Most hat“, wütete er in Richtung Berlin. Und: „Es zeigt sich, wo die Grünen wirklich hinfahren wollen: Sie wollen nicht das Klima retten, sondern sie wollen Deutschland kaputt machen.“
Zu NIUS sagte der bayerische Wirtschaftsminister später: „Ich erlebe in meinem Umfeld täglich, wie die Menschen unter der Regierung der Ampel leiden“. Auslöser für Kundgebung und anschließende Demonstration war eine Aktion von Monika Grubers Nachbarn, dem Optiker Franz Widmann, der sich im Mai mit einem Plakat auf den Erdinger Schrannenplatz gestellt hatte, auf dem stand: „Stoppt die Heizungsideologie.“

Gruber teilte ein Bild der Aktion auf Facebook, sprach vom „Wirtschaftsvernichter Habeck“, kündigte später die Demo an – ohne mit derart großem Zulauf zu rechnen.
Was bei vielen Teilnehmern weniger gut ankam: Die Verlagerung AfD-Kundgebung, die parallel stattfand, an den Rand des Platzes. „Ich finde das nicht richtig. Auch wenn ich die Partei nicht wähle: Wenn man zu einer Kundgebung aufruft und immer wieder betont, wie wichtig Dialog sei, darf man auch die AfD nicht ausschließen“, sagte eine Teilnehmerin uns.
Das Stimmungsbild unter den meisten Demonstranten war relativ eindeutig: Fast alle erklärten im Gespräch, dass sie „Bevormundung“ satt hätten. Eine Teilnehmerin, die extra aus der Oberpfalz angereist ist, erzählt: „Ich habe mir über mein Leben lang mit viel Fleiß und Mühe ein eigenes Haus erarbeitet – und jetzt, in meinem Alter soll ich Zehntausende von Euros für eine Heizpumpe plus Dämmung ausgeben? Das geht so nicht, ich fühle mich verarscht.“
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Janina Lionello
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