Ideologie-Debakel live im TV: ntv spekulierte über rechten CSD-Attentäter
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Die Polizei sucht nach dem Islamisten Abdul Rahman Ballout, der den Terror-Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin verübt haben soll.
Bei ntv ist in der Live-Berichterstattung am Abend über die möglichen Gefahren von rechts gegen die „queere Community“ spekuliert worden.
„Die queere Community fühlt sich natürlich vor allen Dingen von rechts bedroht“, hatte eine Reporterin von ntv in der Livesendung in der Nacht gesagt, als über Tatverdächtige noch nichts bekannt war. An anderer Stelle wiederholt sie ähnlich lautend: „Aber nochmal, klar: Die queere Community fühlt sich natürlich vor allen Dingen von rechten Kräften bedroht – das habe ich auch heute auf den Demonstrationen, bei den Interviews, die ich geführt habe, immer wieder gehört.“
Zwar sagte die Reporterin auch, dass es schwierig sei, den Anschlag auf den CSD und die gemutmaßten Gefahren von rechts in einen Zusammenhang zu bringen – „dazu wissen wir, das muss man noch einmal ganz deutlich sagen, zu wenig“ –, dennoch mutmaßte sie gleich doppelt die Bedrohung von der politisch rechten Seite.
Die Mutmaßung sollte sich als sagenhaft falsch erweisen: Die Polizei sucht nach dem bekannten Islamisten Abdul Rahman Ballout. Der 21-Jährige soll mit einem weißen Van in die Menschenmenge beim CSD gerast sein. Mindestens eine Frau ist tot, 16 weitere Menschen sind teils lebensgefährlich verletzt worden.
Motto: „Haltung ist sexy“
Der CSD in Berlin fand unter dem Motto „Haltung ist sexy“ statt. Seit Wochen haben die Veranstalter angesichts der Landtagswahlen in Berlin und im Osten der Republik im September auch mit Wahlaufrufen für die Veranstaltung geworben. „Wir wählen, damit Berlin weltoffen bleibt“, heißt es auf einem der Plakate.

Mit diesem Wahlaufruf ist für den CSD in Berlin geworben worden.
Mit Weltoffenheit ist beim CSD nicht nur jede Form von sexueller Präferenz oder Identität gemeint – auch die Asyl-Migration, die seit mehr als zehn Jahren zu Hunderttausenden allen voran aus islamistisch geprägten Ländern wie Syrien, Afghanistan und dem Irak kommt, gehört dazu.
Politische Parteien, die die Migration nach Deutschland begrenzen wollen – auch um den Zuzug von Islamisten zu unterbinden – sind rund um den CSD heftig kritisiert worden.

Nach dem Angriff auf den CSD hat NIUS-Chefredakteur Julian Reichelt dieses Foto eines Plakats gegen die CDU aufgenommen.
NIUS-Chefredakteur Julian Reichelt berichtete in der Nacht vom Tatort. Am Boden liegend und im blauen Licht der Einsatzfahrzeuge fotografierte er ein Plakat mit der Aufschrift „CDU: keine Haltung + nicht hot“ – eine Kritik an der CDU, nicht die „korrekte Haltung“ zu haben.

„Haltung ist hot“ war das Motto des CSD.
Thomas Hoffmann, Vorstandsmitglied des Berliner CSD, äußerte sich auch besorgt über die Umfragewerte der AfD in Sachsen-Anhalt, wo Anfang September ein neuer Landtag gewählt wird. „Die Positionen dieser Partei sind eindeutig und die queere Community hat Angst.“
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