Kanzler-Koch gesucht: Bewerbungsfrist endet am Sonntag!
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Na Mahlzeit! Wenn Sie dem Kanzler schon immer mal sagen wollten, wer Koch und wer Kellner ist, dann haben Sie bis Sonntag zumindest noch die Chance dazu. Das Kanzleramt von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sucht per offizieller Stellenausschreibung einen Koch. Die Bewerbungsfrist läuft an diesem Sonntag (11. Februar 2024) ab.
Teilnahme am „Promi Diner“ (Vox) oder gut und gern für die Familie was auftischen, reicht allerdings nicht. Eine abgeschlossene Berufsausbildung sollte man schon vorweisen können. Das Anforderungsprofil: „Sie bereiten kalte und warme Speisen vor und zu, stellen Menü- bzw. Speisepläne unter Berücksichtigung von Ausgewogenheit und Abwechslung sowie saisonbedingter Besonderheiten auf, bestellen die nötigen Lebensmittel und kontrollieren sie bei Lieferung auf Frische und Qualität und wirken mit beim verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln und der bedarfsgerechten Lagerhaltung.“

Vom echten Koch im Kanzleramt gibt's natürlich keine Fotos. Diskretion ist ein Teil der Anforderungen.
Auch für Sonderwünsche der Gäste sollte man gewappnet sein
Besonders anspruchsvoll sind die festlichen Diners für in- und ausländische Gäste des Kanzleramts, bei denen die Protokollabteilung die Informationen über bestimmte Vorlieben, Allergien und kleine landestypische Freundlichkeiten beisteuert. Auch darüber, was prominente Gäste überhaupt nicht mögen, führt die Protokollabteilung im Hintergrund Buch und warnt rechtzeitig vor. Weniger aufwändig geht es dagegen bei Koalitionsausschüssen oder längeren Verhandlungen mit den Mitgliedern der Bundesregierung zu. Hier gibt es meist nur ein Gericht (unter Angela Merkel meist Kartoffelsuppe mit Würstchen), wie etwa Gulasch und einige vegetarische Alternativen und Beilagen.
Doch die Ansprüche an einen Küchenmeister auf dem hohen diplomatischen Parkett gehen deutlich über Ampel-Buchstabensuppe und Koalitions-Geschnetzeltes hinaus.
Gefragt sind außerdem „eine solide Allgemeinbildung und Interesse für Politik“, von einem bestimmten Parteibuch ist nicht die Rede. „Zuverlässig, diskret und verantwortungsbewusst“, sollte man sein, „bereit zum Dienst im ständigen Schichtsystem (Überstunden auch außerhalb der üblichen Dienstzeit, teilweise auch kurzfristig)“, man sollte sich durch „hohes Qualitätsbewusstsein“ auszeichnen, über „Planungs- und Organisationsgeschick“ verfügen und „ausgeprägte Teamfähigkeit, Sozialkompetenz, Belastbarkeit und Flexibilität“ mitbringen. Kurz: Eigenschaften, die in der amtierenden Bundesregierung mitunter Mangelware sind. Und: „Sie runden Ihr Profil durch absolute Verschwiegenheit und die Bereitschaft zur Mitwirkung bei einer erweiterten Sicherheitsüberprüfung ab“.

Kulinarisch soll es im Kanzleramt etwas filigraner zugehen als bei den Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr.
Dafür gibt's 3042 bis 3708 Euro brutto, 220 Euro Ministerial- und 40 Euro Schichtzulage. „Wir ermutigen ausdrücklich Menschen mit Einwanderungsgeschichte, sich zu bewerben“, heißt es in den Unterlagen. Und: „Wir sind davon überzeugt, dass vielfältige Teams bessere Ergebnisse erzielen können. Wir freuen uns daher auf Bewerbungen von Personen jeder Herkunft, Religion, Weltanschauung, sexueller Identität oder Orientierung und unabhängig von bestehenden Behinderungen.“
Wer den Job bekommt, kann zumindest die Frage nach Koch und Kellner im Kanzleramt beantworten. Ob er tatsächlich etwas zu sagen hat und dem Kanzler womöglich sogar reinen Wein einschenken kann, bleibt einstweilen offen.
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