Keine Koalition mit den Grünen: Was dieser Söder-Tweet für Aiwanger bedeutet
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Das jährliche Karpfhamer Fest samt Landwirtschaftsschau im der gleichnamigen Ortschaft in Niederbayern ist Spielort des Politik-Krimis 2023. Während rund 20.000 Menschen ausgelassen auf den „Hütten“ den Spätsommer feiern, nutzt die Politik Karpfham für den Wahlkampf.
Freitag, Holzhamer Hütte
Hubert Aiwanger wird lautstark gefeiert, und der Regierungsvize genießt den Jubel. Einmal mehr verteidigt er sich in der Flugblatt-Affäre und sieht sich als Opfer einer Schmierenkampagne. „Danke für diesen wunderbaren Empfang, das tut mir gut“, sagt Aiwanger dann am Rednerpult auf der Bühne. Er geht gleich in medias res: „Jawohl, auch ich habe in meiner Jugend Scheiß' gemacht. Jawohl, ich habe auch Mist gemacht.“

In der Holzhamer Hütte hielt Wirtschaftsminister Aiwanger eine Rede.
Samstag, Afhamer Hütte
Vor rund 5.000 Menschen hält Söder eine Rede. Später bedankt er sich beim Kurznachrichtendienst X (ehemals Twitter) für den tollen Empfang. „Der ländliche Raum steht für Gemeinschaft und Zusammenhalt. In so manchem bayerischen Dorf steckt mehr Verstand als im Berliner Regierungsviertel. Bei allen Sorgen können wir froh sein, in diesem tollen Bayern zu leben. Bei uns gilt die Liberalitas Bavariae: Leben und leben lassen. Wir sagen Nein zu ideologischen Verboten. Deshalb wollen wir kein Schwarz-Grün in Bayern“, schrieb der bayerische Ministerpräsident.

Ist die Aiwanger-Affäre damit für die Koalition beendet?
Gerade der letzte Satz in Söders Nachricht könnte als eindeutige Botschaft interpretiert werden: „Wir wollen kein Schwarz-Grün in Bayern“. Diese Botschaft Söders kommt nicht zufällig, sondern exakt am Tag nach Beantwortung der 25 offenen Fragen an die Staatskanzlei durch Hubert Aiwanger. Ohne die CSU wird es in Bayern mit dem Regieren schwierig und der Wunschkoalitionspartner der Christsozialen heißt im Umkehrschluss weiterhin: Freie Wähler.
Damit könnte die aktuelle Koalition wieder auf gemeinsame Zukunftspläne schauen. Zuletzt war der bayerische Wirtschaftsminister in der Flugblatt-Affäre heftig von Medien und Opposition angegriffen worden. Aufrufe zum Rücktritt inklusive. Doch bis heute konnte ein Fehlverhalten Aiwangers nicht bewiesen werden.
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Philippe Fischer
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