Klimapanik mit Methode: Warum sich Europa stärker erwärmt als der Rest der Welt
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In deutschen Zeitungen und Nachrichtensendern wird eine neue Klimaangst verbreitet: Europa – samt Deutschland – erwärmt sich doppelt so stark wie die übrige Welt. Die FAZ titelt: „Europa positioniert sich als erster Verlierer des Klimawandels“. Fridays for Future verlangt bis 2035 Null CO2.
Jeder nüchterne Zeitgenosse müsste sich die Frage stellen, wie es das in der Atmosphäre gleichverteilte CO2 schafft, nur Europa besonders zu erwärmen.
Was die meisten Zeitungen verschweigen, ist die Tatsache, dass sich das Festland stärker als die Erde insgesamt erwärmt. Nach dem letzten Weltklimabericht hat sich die gesamte Erde um 1,1 Grad erwärmt, das Land um 1,6 Grad und die Meere nur um 0,9 Grad Celsius.

Klimaangst: Europa erwärmt sich angeblich doppelt so stark wie die übrige Welt.
Die alarmistischen Meldungen vergleichen also Äpfel mit Birnen. Für den Unterschied gibt es zwei Gründe. Zum einen erwärmen sich die Ozeane nicht so stark, weil ein Teil der Oberflächenerwärmung in die Tiefe verfrachtet wird. Zum anderen wissen wir, dass die Temperaturmessungen an Land durch den sogenannten Wärmeinseleffekt zu höheren Temperaturen verschoben werden. Die Ursache hierfür ist die Tatsache, dass Messtationen, die früher auf dem freien Feld standen, mittlerweile von bebauter, sich erwärmender Umgebung umringt sind und daher um etwa 30 Prozent höhere Temperaturen anzeigen.
Der Wolkenrückgang spielt eine größere Rolle in Europa als weltweit
Dass sich Europa stärker erwärmt hat als andere Regionen, ist eher ein Hinweis darauf, dass andere Faktoren als CO2 eine bedeutende Rolle spielen. Denn die wichtigste Ursache der Erwärmung der letzten 20 Jahre ist der Rückgang der Wolken weltweit und vor allen Dingen in Europa.
Die Ursache des Rückgangs der Wolken ist bislang nicht abschließend geklärt. Es kann an dem Rückgang der wolkenbildenden Staubteilchen in der Luft liegen, was den Zeitpunkt und das besondere Ausmaß des Wolkenrückgangs in Europa erklären könnte. Schwefelhaltige Staubaerosole sind besonders gute Wolkenbildner und verteilen sich nicht so schnell wie CO2 in der Atmosphäre.
Es kann aber auch an der zyklischen, natürlichen Erwärmung der Ozeane liegen. Die 60-jährige zyklische atlantische Oszillation ist seit 1985 in ihrer Warmphase.
Es kann auch eine Rückkopplung aus der Erwärmung durch die Rückstrahlung des CO2 eine Ursache sein. Möglicherweise sind alle drei Faktoren beteiligt. Die Wissenschaft kann darauf noch keine endgültige Antwort geben. Aber selbst wenn das CO2 durch Rückkopplung einen Beitrag zur Verringerung der Wolken beitragen würde, sind die Modelle, auf die sich politische Entscheidungen stützen, als mangelhaft zu bezeichnen, denn sie stützen sich allein auf die Erwärmung durch langwellige Rückstrahlung des CO2 und eine mögliche Verstärkung durch Wasserdampf in der Luft, der durch die Erwärmung entsteht, aber nicht auf den Rückgang der Wolken.

Die Fridays for Future Aktivistinnen Carla Reemtsma (l) und Luisa Neubauer (r) während einer Protestaktion in Berlin.
Wie die Grafik zeigt, hat die direkte Sonneneinstrahlung durch den Rückgang der Wolken zugenommen, was zu einer stärkeren Erwärmung führt.

Quelle: copernicus, state of the climate 2024, clouds and sunshine
Wertet man die Daten der CERES Satelliten aus, die die auf die Erde eingehende und von der Erde ausgehende kurz- und langwellige Strahlung messen, so stellt man fest, dass die Wolken weltweit zurückgegangen sind, aber in Europa 6 (!) Mal stärker, nämlich seit 25 Jahren um 2 Prozent. Das ist ein gewaltiger Erwärmungseinfluss. Daher hat die kurzwellige Sonneneinstrahlung (nicht der Treibhauseffekt!) um das 2,5-fache in Europa gegenüber der Welt zugenommen. In Europa ist der Rückgang schwefelhaltiger Aerosole seit 1990 zu verzeichnen, in China erst seit 2005.
Die erfolgreiche Luftreinhaltung bei Industrie, Kraftwerken und Verkehr ist aller Wahrscheinlichkeit ein wesentlicher Treiber der Erwärmung in Europa, aber auch in der Welt seit dem Jahre 2000.
Fatale Rückschlüsse für unseren Wohlstand
Dass in Anbetracht dieses nicht geklärten Ursachenzusammenhangs für die Erwärmung der letzten 20 bis 30 Jahre die Bundesregierung beschlossen hat, das Ziel der Rückführung der deutschen CO2-Emissionen auf netto Null in das Grundgesetz zu festzuschreiben, ist fatal.
Denn eines ist gewiss, die Folge wird eine Zerstörung unseres Wohlstands sein und der Effekt auf die Welt wird vernachlässigbar sein. Weil einerseits CO2 wahrscheinlich nicht die allein bestimmende Einflussgröße für die Temperaturentwicklung ist. Und andererseits kaum ein Land dem Beispiel Europas (6,5 Prozent Anteil der weltweiten CO2-Emissionen) oder Deutschlands (1,5 Prozent) folgen wird.
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Prof. Dr. Fritz Vahrenholt war von 1991 bis 1997 Umweltsenator in Hamburg.
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Fritz Vahrenholt
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