So viel zur kritischen Distanz… Als im Oval Office der Name Pistorius fällt, bricht bei seiner Journalisten-Delegation Jubel aus
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Es ist ein denkwürdiger Moment, den ein Fotograf der Nachrichtenagentur dpa am Montag auf einem Foto festgehalten hat. Ein Moment, der die Regierungsnähe deutscher Journalisten perfekt kondensiert: Zum Jubel in die Höhe erhobene Fäuste, Finger, die triumphierend nach oben zeigen.
Der Grund für den frenetischen Beifall der deutschen Journalisten: Im Gespräch mit US-Präsident Donald Trump hat NATO-Generalsekretär Mark Rutte im Oval Office den deutschen Verteidigungsminister – Boris Pistorius – erwähnt. Die Medienschaffenden, die applaudieren, sind Teil der Delegation des Verteidigungsministers, die ihn begleiten und die Szene über einen Bildschirm verfolgen.
In der Foto-Beschreibung der Nachrichtenagentur heißt es: „Deutsche Journalisten aus der Delegation des Verteidigungsministers reagieren bei der Einreisekontrolle in den USA nach der Landung, als Mark Rutte, Generalsekretär der Nato, bei seinem Besuch bei US-Präsident Donald Trump über den Besuch des deutschen Verteidigungsministers Pistorius (SPD) spricht. Der Minister trifft seinen Amtskollegen.“
Journalisten, die einen Politiker routinemäßig begleiten, applaudieren eben diesem Politiker, dem sie eigentlich auf die Finger schauen sollten: Ist das noch kritische Distanz oder schon Begleitung durch journalistische Cheerleader?

Als Rutte den deutschen Verteidigungsminister Pistorius erwähnt, jubeln deutsche Journalisten.
Wörtlich sagte Rutte: „This afternoon, Boris Pistorius, the German defense minister, is visiting Pete Hegseth, Secretary of Defense, and we'll discuss also I think on this whole Patriot thing.“ Zu Deutsch: „Heute Nachmittag wird der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius den US-Verteidigungsminister Pete Hegseth besuchen und ich denke, wir werden auch über die Patriot-Sache sprechen.“
Drehtüre zwischen Journalismus und Politik ist in regem Betrieb
Der Jubel der Journalisten passt nur zu gut in eine Zeit, in der die Drehtüre zwischen Journalismus und Politik in regem Betrieb ist: Eben noch Vertreter der Kontrollinstanz, die mit Macht und Geld ausgestatteten Politikern auf die Finger schaut (Oder zumindest schauen soll), nun plötzlich Vertreter eben dieser Mächtigen. Die Ex-MDR-Journalistin Sarah Frühauf, die inzwischen Sprecherin von Innenminister Alexander Dobrinth (CSU) ist und Michael Stempfle (Früher beim SWR), der seit 2023 für ebenjenen Verteidigungsminister Pistorius spricht, sind nur zwei Beispiele von vielen.
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