Kühnert gegen Lang: Streit um die „Kontaktschande“ in der Ampel
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Nach dem Katastrophen-Ergebnis für die Ampel-Regierung bei der Europawahl (31 Prozent) beginnt die Suche nach Schuldigen. SPD-General Kevin Kühnert gibt den Koalitionspartnern FDP und Grünen die Schuld dafür, dass die SPD bei ihrer früheren Wählerklientel – Arbeitern, Menschen mit wenig Einkommen – nicht mehr wirklich ankommt.
Der Grund, so Kühnert: eine „Kontaktschande“ durch die Koalitionspartner.
„Ich glaube, ein bisschen spielt da etwas rein, was ich mal fast ‚Kontaktschande‘ nennen würde, was uns begegnet. Nämlich, dass unsere beiden Koalitionspartner von diesem Teil der Bevölkerung sehr stark abgelehnt werden und das auf uns auch abfärbt“, sagte Kühnert am Mikrofon von Phoenix.
Heißt übersetzt: Der SPD-General glaubt, dass Menschen mit wenig Geld FDP und Grüne so sehr ablehnen, dass diese Ablehnung sich auch auf den dritten im Bunde – die SPD – überträgt.
Das ist bemerkenswert, nachdem Kühnert erst am Vorabend im ARD-Talk von Caren Miosga betont hatte, dass sich die SPD abtrainiert habe, dem Nebenmann oder der Nebenfrau die Schuld für schlechte Wahlergebnisse zuzuschreiben.
Grünen-Chefin Lang schießt zurück
Dafür gibt es gleich eine Watschn von Grünen-Chefin Ricarda Lang. Die sagte bei der Partei-Pressekonferenz, jeder Koalitionspartner sei „gut beraten, jetzt vor seiner eigenen Haustür zu kehren und nicht einfach zu sagen: Die anderen sind schuld“.
Die Union reagiert hämisch. NRW-General Paul Ziemiak schrieb ironisch bei X: „So geht selbstkritische Wahlanalyse und gute Zusammenarbeit mit den Grünen und der FDP in der Ampel!“, und verwies auf das Interview Kühnerts. Der Essener CDU-Abgeordnete Matthias Hauer schreibt: „Also alles wie immer bei der SPD: kein Respekt, keine Einsicht und keine Demut.“
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