Lohnt sich Arbeiten überhaupt noch? Faßnacht erklärt die Bürgergeld-Erhöhung
Ein Beitrag von
Ab 2024 soll das Bürgergeld für Erwachsene auf 563 Euro steigen. Dies gab Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil in Berlin bekannt. Auch für Kinder sind Steigerungen von jeweils über 12 Prozent vorgesehen.
Noch bis zum Ende des Jahres 2022 betrug die Unterstützungsleistung 449 Euro für Erwachsene. Innerhalb von 2 Jahren wird die staatliche Hilfe also um 25,4 Prozent angestiegen sein. Das neu erfundene Bürgergeld soll dazu führen, dass die Anspruchsberechtigten schneller als zuvor einen Inflationsausgleich erhalten.
Der Gesetzestext bestimmt, dass die Erhöhungen des Bürgergeldes sich „aus der bundesdurchschnittlichen Entwicklung der Preise für regelbarfsrelevante Güter und Dienstleistungen sowie der bundesdurchschnittlichen Entwicklung der Nettolöhne und -gehälter“ ergeben. Dabei soll die Preisentwicklung mit 70% gewichtet werden und die Lohnentwicklung mit 30%.

Die Nominallöhne sind zuletzt um 6,6% gestiegen (real um 0,1%). Im Vorjahr sind die Löhne weniger stark gestiegen. Das heißt, dass die Erhöhungen des Bürgergeldes jeweils deutlich stärker ausfallen wird, als die Lohnsteigerungen der Arbeitnehmer.
Nachdem bereits im Vorjahr – angesichts der gestiegenen Strom- und Heizkosten – viele Menschen sich fragten, ob es überhaupt noch rational ist, arbeiten zu gehen, dürfte die jetzige Anhebung des Bürgergeldes dieser Diskussion noch einmal Schwung verleihen.
Bürgergeld-Empfänger erhalten nicht nur die monatliche Pauschale von zukünftig 563 Euro, sondern auch die gesamten Wohnkosten inklusive Heizkosten bezahlt. In Zeiten steigenden Mieten (oder Kosten zur Immobilien-Finanzierung) und hoher Heizkosten, reduziert sich dadurch der Abstand zu dem Nettoeinkommen eines Arbeitnehmers erheblich.
Die gesetzlichen Regeln machen es auch zu einem Automatismus, dass beispielsweise von steigenden Lebensmittel-, Strom- oder Heizkosten Bürgergeld-Empfänger nicht betroffen sind. Der Arbeitnehmer kann jedoch nicht darauf setzen, dass diese Kosten ihm sein Arbeitgeber (durch höhere Löhne) erstatten kann.
Lesen Sie auch: Deindustrialisierung? Was denn sonst! Faßnacht erklärt die wirtschaftliche Lage in Deutschland
Der Arbeitnehmer muss aber mit seinen Steuern den Inflationsausgleich für die Bürgergeld-Empfänger zahlen, den er selber nicht erhalten hat.
So geringer der Lohnabstand ist, desto eher werden die Fälle freiwilliger Arbeitslosigkeit weiter zunehmen. In einer Zeit, in der es in vielen Bereichen auch an niedrigqualifizierten Arbeitskräften fehlt, ist es absolut unverständlich, dass solche Anreize gesetzt werden.
Zusätzlicher Inflationsdruck!
Auch entsteht durch diese Fehlanreize ein zusätzlicher Inflationsdruck. Gibt es beispielsweise immer weniger Taxi-Fahrer, dann kann schnell ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Taxi-Fahrten entstehen, das die Preise treibt. Selbiges ist in Restaurants zu beobachten. Finden Restaurant-Betreiber keine Angestellten mehr (oder nur noch zu deutlich höheren Löhnen), dann werden sie ihr Angebot einschränken (müssen) und/oder die Preise für den Restaurant-Besuch erhöhen.
Derjenige, der brav arbeiten geht, verdient also oftmals nur etwas mehr als der Bürgergeld-Empfänger, aber von dem verdienten Geld kann er sich, aufgrund dieser verfehlten Anreizsetzung, weniger kaufen als zuvor.
Die Politik sollte dringend dafür sorgen, dass die Inanspruchnahme von staatlichen Leistungen nicht für immer mehr Menschen attraktiv wird.
Sonst droht nicht nur die Lebensqualität in Deutschland - durch höhere Inflation und ein geringeres Angebot - sich weiter zu reduzieren, sondern immer mehr Menschen werden sich fragen: Lohnt sich Arbeiten überhaupt noch?
Mehr NIUS:
Alle Linken ganz verzweifelt: NIUS-Kampagne überrollt die BVG
Vorwurf Steuerhinterziehung: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Grünen-Chef Felix Banaszak
Warum Friedrich Merz in den eigenen Reihen als „Quassel-Kanzler“ gefürchtet ist
Neues 13-Milliarden-Loch für Klingbeil! Bund muss Arbeitsagentur noch viel mehr Steuergeld zuschießen
Gewerkschaften kündigen Widerstand an: Fliegt Kanzler Friedrich Merz sein Reform-Gipfel um die Ohren?
Correctiv lässt sich von der EU bezahlen, um über die EU zu berichten
IPCC-Skandal – der Mann, der dem Klima-Papst widersprach: „Ich glaube, dass die jüngste Erwärmung wohl auch schon vor 1000 Jahren erreicht wurde“
Die hartnäckigste Klima-Lüge: 97 Prozent der Wissenschaftler gehen von menschengemachtem Klimawandel aus
Mehr NIUS:
Neues 13-Milliarden-Loch für Klingbeil! Bund muss Arbeitsagentur noch viel mehr Steuergeld zuschießen
Gewerkschaften kündigen Widerstand an: Fliegt Kanzler Friedrich Merz sein Reform-Gipfel um die Ohren?
Correctiv lässt sich von der EU bezahlen, um über die EU zu berichten
IPCC-Skandal – der Mann, der dem Klima-Papst widersprach: „Ich glaube, dass die jüngste Erwärmung wohl auch schon vor 1000 Jahren erreicht wurde“
Die hartnäckigste Klima-Lüge: 97 Prozent der Wissenschaftler gehen von menschengemachtem Klimawandel aus
Verdi-Chef Frank Werneke: „Der Kanzler hat inhaltlich und im Stil komplett am Saal vorbeigeredet“
„Lügenfritz“ ist strafbar: Bürger muss wegen Merz-Beleidigung zahlen
Tabaksteuer: Lassen sich Kanzler Merz und Finanzminister Klingbeil von Brüssel über den Tisch ziehen?
Diego Faßnacht
Artikel teilen
Kommentare