Merz verteidigt Sarrazin: Die SPD hätte ihn nicht aus der Partei schmeißen dürfen
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Diese Verteidigung kommt überraschend und überraschend unaufgefordert!
Sonntagabend wurde CDU-Chef Friedrich Merz im ZDF gefragt, ob Deutschland durch die „Wir schaffen das“-Mentalität die Herausforderungen durch den antisemitischen politischen Islam verdrängt habe.
Merz zunächst diplomatisch: „Es ist genug auf die Gefahren hingewiesen worden, auch aus meiner Partei.“ Und dann: „Wir haben Diskussionen vermieden um dieses Thema. Der viel kritisierte Thilo Sarrazin, der auf dieses Problem nun sehr deutlich hingewiesen hat … Man muss nicht alles teilen, was er schreibt, aber auf das Problem hat er hingewiesen … Und statt sich mit der Frage zu beschäftigen, hat die SPD ihn aus der Partei ausgeschlossen. Und meine Partei hat gesagt, das sei ,nicht hilfreich‘. Ja, es wäre hilfreich gewesen, auf ihn und andere einmal zu hören und sich mit diesem Problem etwas näher auseinander zu setzen.“

Merz im Interview bei ZDF-Moderator Theo Koll
Merz verteidigt Sarrazin! Der Ex-Finanzsenator von Berlin hatte 2010 mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ eine große Debatte über die Migrations-Politik ausgelöst – und wurde daraufhin öffentlich geächtet und schließlich nach einer jahrelangen Schlammschlacht 2020 von seiner Partei ausgeschlossen. Die damalige Kanzlerin Angela Merkel hatte das Buch „diffamierend“ und „nicht hilfreich“ genannt.
Sarrazin: Prophet der Migrations-Debatte
Dabei hatten Sarrazins Thesen von 2010 durchaus prophetischen Charakter … In seinem Buch schreibt Sarrazin beispielsweise: „Wer da ist und einen legalen Aufenthaltsstatus hat, ist willkommen. Aber wir erwarten von euch, dass ihr die Sprache lernt, dass ihr euren Lebensunterhalt mit Arbeit verdient, dass ihr Bildungsehrgeiz für eure Kinder habt, dass ihr euch an die Sitten und Gebräuche Deutschlands anpasst und dass ihr mit der Zeit Deutsche werdet – wenn nicht ihr, dann spätestens eure Kinder. (…) Und wer vor allem an den Segnungen des deutschen Sozialstaats interessiert ist, der ist bei uns schon gar nicht willkommen.“
Für Gedanken wie diesen wurde Sarrazin aus der SPD geworfen. Aber genau darüber diskutiert Deutschland jetzt wieder. Und Kanzler Olaf Scholz sagte am Wochenende dem Spiegel: „Wer eine unbegrenze Zuwanderung will, muss so ehrlich sein und sagen, dass wir dann unseren Sozialstaat, wie wir ihn heute haben, nicht aufrecht erhalten könnten.“
Hat eigentlich jemals einer von denen, die so auf Sarrazin rumgetrampelt sind, um Verzeihung gebeten? „Nein, es hat sich keiner entschuldigt bei mir“, sagte Sarrazin bei „Schuler! Fragen, was ist“. Das sei aber auch irgendwie konsequent, meint er lakonisch: „Die Bundeskanzlerin hat ja mit ihrem Wort, das Buch sei ,nicht hilfreich‘ gewesen, auch eine gewisse Wahrheit ausgesprochen für eine Politik, die darauf verzichtet, Probleme ursächlich zu lösen und sie auch zu benennen. Die Politik fühlte sich durch das Buch einfach gestört.“

Zu Gast bei NIUS: Thilo Sarrazin mit Politik-Chef Ralf Schuler
Das ganze Gespräch von Ralf Schuler mit Thilo Sarrazin finden Sie hier:
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