Milei gewinnt in Argentinien, obwohl er laut Friedrich Merz „die Menschen mit Füßen“ tritt und das Land „ruiniert“
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Der argentinische Präsident Javier Milei siegt mit seiner Partei La Libertad Avanza („Die Freiheit schreitet voran“) bei den Zwischenwahlen deutlich. Nicht nur die deutsche Öffentlichkeit dürfte das so nicht erwartet haben – auch Bundeskanzler Friedrich Merz nicht ...
Vor weniger als einem Jahr hatte Merz Milei und seine radikalen Spar-Reformen noch heftig kritisiert. Milei würde die Menschen Argentiniens „mit Füßen treten“ hatte Merz etwa im Bundestags-Wahlkampf behauptet.
Es war Merz’ Debatten-Beitrag zu einer Forderung des damaligen FDP-Chefs Christian Lindner. „Ein bisschen mehr Musk und Milei wagen“, hatte Lindner gesagt und damit gemeint: Mut zu Reformen, die etwa Bürokratie und staatliche Eingriffe zurückdrängen könnten.
Darauf angesprochen hatte Merz im Talk von Sandra Maischberger im Dezember 2024 nachgerade geschockt reagiert. Wörtlich hatte Merz gesagt: „Ich bin ehrlich gesagt völlig entsetzt gewesen, dass Christian Lindner diesen Vergleich gemacht hat.“
Maischberger ging dazwischen, fragte: „Weil ...?“
Merz fuhr fort: „Weil das, was da zurzeit in Argentinien geschieht, was dieser Präsident dort macht, ruiniert das Land, tritt wirklich die Menschen mit Füßen. Und das als ein Beispiel für Deutschland zu nehmen: Ich muss sagen, ich bin einigermaßen sprachlos gewesen und das passiert bei mir nicht so häufig.“
Argentinien erwartet 5 Prozent Wachstum
Nicht nur die Wahlergebnisse, auch die realen Wirtschaftsdaten deuten darauf hin, dass Mileis Politik nicht ruiniert.
Nach einem Rückgang der argentinischen Wirtschaftsleistung in 2024 von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr wird für 2025 ein fulminantes Wachstum von etwa 5 Prozent vorhergesagt – getragen durch verbesserte Investitionsbedingungen. Auch bei der Inflation gibt es Fortschritte. Bei Mileis Amtsantritt lag die offizielle Güterpreisinflation monatlich noch bei 25 Prozent, die jahresdurchschnittliche Inflation bei 211 Prozent. Bis Juni 2025 war sie auf 1,6 Prozent monatlich gesunken, die Jahresrate auf 39 Prozent. Die Armutsquote, die kurz nach Mileis Amtsantritt anstieg, sinkt seit dem zweiten Halbjahr 2024, die extreme Armut ist auf dem Rückzug – dank einer verbesserten Wirtschaftslage und sinkender Inflation.
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