Mutmaßliche Gruppenvergewaltigung im thüringischen Rudolstadt: Polizei verschweigt Details und stuft Informationen als „nicht pressefrei“ ein
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Im Falle einer versuchten Gruppenvergewaltigung im thüringischen Rudolstadt hat die Polizei fast zwei Wochen lang keinerlei Informationen veröffentlicht. Der nächtliche Vorfall im Heinrich-Heine-Park am 22. September sei als „nicht pressefrei“ eingestuft worden, teilte eine Sprecherin der Polizei auf Anfrage von NIUS mit.
Auf Nachfrage, was die genauen Gründe dafür seien, wollte die Sprecherin keine Auskunft geben. Die Beamten erhielten bereits am Tattag Kenntnis von der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung – und haben seitdem nichts dazu veröffentlicht.
Erst am Montag reagierte die Polizei Saalfeld mit einer Pressemitteilung auf ein im Internet veröffentlichtes Video, welches offenbar in Verbindung mit der möglichen Sexualstraftat steht. Das 17-sekündige Video ist unscharf, man hört Schreie und erkennt eine körperliche Auseinandersetzung zwischen drei jungen Männern. „Bei der Landespolizeiinspektion Saalfeld ist ein Vorfall vom 22. September 2023 zum Nachteil eines 14-jährigen Mädchens in Rudolstadt bekannt geworden“, hieß es in der Pressemitteilung der Polizei vom Montag. Dabei sei es auch zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren männlichen Personen im Heine-Park gekommen.
Die Ermittlungen dauern noch an
In einem unter anderem auf Tiktok veröffentlichten Video des Vorfalls ist unter der Überschrift „Unfassbare Zustände in Deutschland“ ein Text beigefügt, in dem es heißt, dass „mutige Rudolstädter Menschen eine Gruppenvergewaltigung einer 14-Jährigen verhindert“ hätten. Eine Bürgerinitiative habe „Druck auf die Pressestelle der Polizei, den Bürgermeister und die Presse aufgebaut“. Erst danach habe die Polizei eine Pressemitteilung veröffentlicht.
Was genau am Tattag passierte, ist weiterhin unklar. „Der Ausgangssachverhalt stellte sich als komplex und kompliziert dar“, teilt die Sprecherin der Polizei gegenüber NIUS mit. „Die Ermittlungen laufen. Zum derzeitigen Stand der Ermittlungen können wir keine umfassende Auskunft geben.“
Es ist nicht der erste Fall, in dem der Öffentlichkeit bewusst Details vorenthalten werden. Auch in Plauen und in Berlin hatte die Polizei im Sommer dieses Jahres zwei Gruppenvergewaltigungen verschwiegen und die Öffentlichkeit erst im Nachhinein über die Vorfälle informiert.
Kürzlich sorgte auch die Polizei in Schleswig-Holstein für Schlagzeilen, als sie versuchte, die öffentliche Berichterstattung über eine Schlägerei zu unterbinden.
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