Nach Diskussion über Rüdigers Finger: FDP-Politiker von Islamisten mit dem Tod bedroht
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Eine normale religiöse Geste von Muslimen oder das Erkennungszeichen von Islamisten? Das Foto von Fußball-Nationalspieler Antonio Rüdiger, auf dem er den Zeigefinger demonstrativ erhebt, hat heftige Debatten ausgelöst – und einen FDP-Politiker ins Visier von fundamentalen Muslimen und Islamisten gerückt.
„Täglich erhielt ich hunderte Morddrohungen, die sich nicht nur gegen mich, sondern auch gegen meine Familie richteten“, schreibt Paul Bressel, Spitzenkandidat der FDP für die Europawahl in Mecklenburg-Vorpommern bei X. Er hatte die Geste Rüdigers als „Islamisten-Gruß“ kritisiert und gesagt, dass Islamismus nicht zu Deutschland gehöre. Daraufhin wurde Bressel mit Nachrichten überschüttet – einige dokumentierte er mit Screenshots:
„Der Islam wird bleiben und wir werden dich nach Hause bringen und deine Frau vergewaltigen.“
„Paul pass auf deine familie auf weil wenns so weitergeht ich fick deine mutter behindert durch du hurensohn ich fick dabei auch deine schwester ich mach gangbang und schneid den penis deines vater ab und den wirst du als hotdog genießen müssen du versiffter abgewixxter hurensohn hast du mich verstanden.“ (Rechtschreibung und Zeichensetzung übernommen)
„Du bist ein richtiger nuttensohn deine Schwester soll gefickt werden du Sohn einer hure ihre Fake Medien ihr bastard Kinder Mann muss euch alle verbrennen Allahu Akbar.“ (Rechtschreibung und Zeichensetzung übernommen)
Die private Adresse des Kommunalpolitikers, der ins Europaparlament strebt, sei veröffentlicht worden, schreibt er weiter. Auch sei er in der Öffentlichkeit belästigt und verbal angegriffen worden. „Die Bedrohungslage war so ernst, dass die Behörden eingeschaltet wurden und ich Sicherheitsmaßnahmen ergreifen musste, um mich und meine Familie zu schützen“, schreibt Bressel.
Die Polizei Schwerin wollte den Vorfall zunächst nicht kommentieren und verwies an das Innenministerium von Mecklenburg-Vorpommern. Dieses antwortete auf NIUS-Anfrage lediglich, dass Ermittlungsverfahren liefen. Aufgrund der laufenden Verfahren seien keine weiteren Auskünfte möglich.

Dieses Foto von Antonio Rüdiger sorgte für die Diskussionen um den IS-Finger.
Verfassungsschutz nennt Geste „IS-Finger“
Auslöser der Beleidigungen und Bedrohungen gegen FDP-Politiker Bressel war der Instagram-Post von National-Verteidiger Antonio Rüdiger. Es geht um die Frage, ob es sich dabei um eine harmlose, religiöse Geste oder das Erkennungszeichen radikaler, islamistischer Terrorgruppen wie Al Quaida, ISIS oder der Hamas handelt.
Rüdiger selbst sagte zu Bild: „Als gläubiger Muslim praktiziere ich meinen Glauben, aber ich distanziere mich entschieden von jeglicher Art von Extremismus und den Islamismus Vorwürfen. Gewalt und Terrorismus sind absolut inakzeptabel. Ich stehe für Frieden und Toleranz ein.“
Das Bundesamt für Verfassungsschutz hingegen schreibt in der Broschüre „Salafismus in Deutschland“ folgendes über die Geste: „Am bekanntesten dürfte der nach oben gerichtete einzelne Zeigefinger sein, von Medien als ‚IS-Finger‘ betitelt. Dieser symbolisiert die unteilbare Einheit Gottes (‚tawhid‘), die sich auch im Diesseits in der Einheit von Religion und Staat widerspiegeln soll. Er wird nicht nur von IS-Anhängern, sondern ebenfalls von deren Sympathisanten und Salafisten genutzt.“

Die Broschüre „Islamismus erkennen“ des Bayerischen Verfassungsschutzes
Der bayerische Verfassungsschutz hat den nach oben gestreckten Zeigefinger auf das Deckblatt seiner Broschüre „Islamismus erkennen“ gedruckt. Deutschlands bekannteste Islam-Expertin, die Berliner Imamin Seyran Ates, sagte der Berliner Zeitung: „Das ist keine religiöse Geste, sondern Politik“. Die Kombination aus Teppich, Kleidung und Geste hält sie für die Inszenierung einer bedenklichen Botschaft. „In dieser Art und Weise ist das niemals Bestandteil eines religiösen Gebets. Es ist nicht Teil eines Gebetsablaufs. Es kommt auch nicht im Koran oder in den Hadithen vor.“
Mehr NIUS: Islam-Experte Ahmad Mansour: „Rüdiger und der DFB haben nichts aus der Özil-Affäre gelernt“
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Julius Böhm
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