Nancy Faeser plant politische Früherziehung in Sportvereinen
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In dieser Woche hat Nancy Faeser ein Strategiepapier mit dem Titel „Gemeinsam für Demokratie“ vorgestellt. Nancy Faeser will politische Früherziehung, wie man sie nur aus Diktaturen kennt.
Wörtlich heißt es da: „Ziel der Bundesregierung ist es, politische Bildung entlang der Bildungskette zu stärken. Angebote der politischen Bildung und Demokratiebildung von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter werden von der Bundesregierung in Entwicklung und Umsetzung gefördert. Hierzu gehören Angebote der schulischen und außerschulischen politischen Jugendbildung, die in allen Praxisfeldern der Kinder- und Jugendarbeit wie zum Beispiel der offenen Jugendarbeit, der Jugendverbandsarbeit, der Jugendsozialarbeit oder im Sport als Querschnittsaufgabe verankert ist.“
Politerziehung von Kindesbeinen an
Die Bundesregierung sagt hier ganz offiziell, dass sie uns unser Leben lang mit politischen Erziehungsmaßnahmen beschallen will. Vom Kindergarten bis in den Sportverein – nirgendwo sollen Kinder den Ideen entkommen können, die unsere Bundesregierung über staatlich finanzierte Organisationen verbreiten will. „Querschnittsaufgabe“ – das bedeutet übersetzt, dass es vor allem für Kinder kein Entrinnen mehr geben soll. Querschnitt bedeutet Politerziehung überall, quer durch die Gesellschaft.

Faeser ist als Innenministerin auch im Kabinett für das Thema Sport verantwortlich – hier mit Philipp Lahm, Chef des EM-Organisationskomitees
Nancy Faeser will ihr Strategiepapier auch in Sportvereinen umsetzen – so was Ähnliches gab es schon mal in Deutschland: in der sogenannten Deutschen Demokratische Republik. Der Journalist und Historiker Hans-Dieter Krebs hat in seinem Standardwerk „Die politische Instrumentalisierung des Sports in der DDR“ untersucht, wie die DDR-Führung beim Sport Kinder indoktriniert hat – erschreckend und Mahnung zugleich. „Sport trug von vornherein instrumentellen Charakter als Mitgestalter beim Aufbau des Sozialismus, als Erziehungsinstrument u. a. zum eigenen DDR-Patriotismus, als Stärkung der Verteidigungsbereitschaft durch militarisierende Wehrerziehung mithilfe der GST, als ‚Waffe‘ und Überlegenheitsnachweis des Sozialismus in der politischen Auseinandersetzung mit dem Klassengegner, der Bundesrepublik Deutschland und dem kapitalistischen Ausland. Die politische Inanspruchnahme des Sports als einzigem echten Hochleistungsbereich der DDR folgte anpassungsfähig den veränderten politischen Gesamtsituationen, ohne die strategischen Rollen des Sports und seiner Leistungsträger, vor allem über internationale Erfolge, Medaillen und Meisterschaften, zu verschleiern.“
Fotoredakteurin Ute Oelker aus Niedersachsen hat mit sieben Jahren angefangen, Handball im Verein zu spielen. „Wir waren eingeschworen auf unseren Sport. Jeder machte seinen Teil: Unsere Eltern hatte Fahrdienst, ich besorgte die Trikots, andere kauften Bälle, der Trainer trainierte uns – natürlich alles ehrenamtlich. Falls unser Trainer was von Politik gesabbelt hätte – wir hätten ihn ausgebuht. Und wenn mal Funktionäre auftauchten, riefen wir: Haut ab, wir wollen Handball spielen! Das war früher so – das gilt noch heute: Politik hat im Sport nichts zu suchen.“
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