NDR verbreitet chinesische Staatspropaganda - und kritisiert sie bei anderen
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- Das Medienmagazin Zapp des NDR berichtete zuletzt kritisch über chinesische Staatspropaganda des Sender CCTV, die in anderen deutschen Fernsehsendern ausgestrahlt würden.
- Der Sender CCTV ist direkt der Propagandaabteilung der Kommunistischen Partei Chinas unterstellt.
- Die Kritik ist also richtig - nur vergaß der NDR zu erwähnen, dass er selbst zu den engsten Kooperationspartnern von CCTV gehörte.
In seinem Medienmagazin Zapp deckte der NDR, investigativ wie man sein will, die zunehmende Präsenz chinesischer Staatspropaganda in deutschen Medien auf. Es wurde berichtet, dass regionale Sender wie Sachsen Fernsehen und Regio TV Stuttgart offenbar von der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) finanzierte Inhalte ausstrahlen. „Wir haben keinen redaktionellen Einfluss auf diese Sendung“, kommentierte Jan Kaufhold, Leiter des Leipziger Studios von Sachsen Fernsehen daraufhin.
Der NDR kooperierte selbst mit CCTV
Dabei wird jedoch unterschlagen, dass der NDR in der Vergangenheit selbst Imagepflege für die KP geleistet hat. 2017 berichtete der Sender über eine „Premiere im europäischen Fernsehen“, bei der er Diskussionsrunden zu politischen und wirtschaftlichen Themen gemeinsam mit dem englischsprachigen Kanal des Parteisenders China Central Television (CCTV) ausstrahlte. CCTV ist direkt der Propagandaabteilung der Kommunistischen Partei Chinas unterstellt. Trotz der Kritik an dieser Kooperation verteidigte der NDR seine Position.
In der Kooperation mit CCTV übernahm der NDR-Fernsehchef Andreas Cichowicz die Moderation zusammen mit seinem Pekinger Kollegen Yang Rui. Die Diskussionen waren weitgehend frei von kritischen Themen, selbst inmitten großer Proteste gegen Pekings Einfluss in Hongkong.
Als daraufhin Vorwürfe laut wurden, dass der Sender zur Verbreitung der chinesischen Propaganda beiträgt, wies Cichowicz die Vorwürfe zurück und betonte die Notwendigkeit eines offenen Dialogs.
In einer anderen Sendung wurde Shanghai als Geburtsort der KP und dessen wirtschaftliches Wachstum hervorgehoben. Die Sendung endete mit Propagandaphrasen Xis über die „Schicksalsgemeinschaft der Menschheit“.
„Es ist unglaublich, dass der Chefredakteur eines öffentlich-rechtlichen Senders eine Diskussion zum Thema China moderieren kann, ohne dass dabei auf die schweren Menschenrechtsvergehen eingegangen wird, die die KPCh-Führung zu verantworten hat“, sagte Margarete Bause, damals menschenrechtspolitische Sprecherin der Grünen.

Moderator Andreas Cichowicz steht in der Kulisse des ARD-Auslandsmagazins „Weltspiegel“ (undatierte Aufnahme).
Chinesische Propaganda in deutschen Medien
Neben dem NDR haben auch andere Medien wie die F.A.Z. und das Handelsblatt in der Vergangenheit bezahlte Inhalte von chinesischen Quellen veröffentlicht. Allerdings blieb der NDR in den letzten Jahren der engste Partner der KP unter den seriösen Medien.
Derzeit plant der NDR keine weiteren Diskussionssendungen mit dem englischsprachigen Kanal von CCTV. Die Entscheidung hängt laut einer Sprecherin von der Entwicklung der deutsch-chinesischen Mediendialoge und Regierungskonsultationen nach der Pandemie ab.
Trotz der Erklärungen des NDR gibt es aber weiterhin chinesischen Inhalte beim Sender. Vor allem die Darstellung von China in Naturdokumentationen und anderen Programmen hat Fragen zur Unabhängigkeit und Unvoreingenommenheit des Senders aufgeworfen.
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