Özdemir über die Stimmung in der Ampel: „Wir gönnen uns das Schwarze unter den Fingernägeln nicht“
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- Bei einer Podiumsdiskussion spricht Cem Özdemir offen über Versäumnisse in der Ampel-Koalition.
- Sogar zum Aus der Atomkraftwerke zeigt sich der Minister überraschend kritisch.
- Zur Streitkultur im Kabinett sagt Özdemir: „Wir streiten uns wie die Kesselflicker“.
Es ist ein seltener Moment der Selbstreflexion. Bei einer Podiumsdiskussion der Rheinischen Post in Düsseldorf räumt Cem Özdemir, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Fehler der Ampel-Koalition ein. Besonders kritisch sieht er den Umgang mit dem Atom-Aus. Er stellte die Frage in den Raum, ob der Ausstieg aus der Atomkraft, zeitgleich mit der Schließung von Pipelines, eine gute Idee seines Ministerkollegen Habecks gewesen sei.
Selbstkritik auch beim Heizungsgesetz
Özdemir erklärte außerdem, dass das Heizungsgesetz eine nicht funktionierende Maßnahme für die Erhöhung des Klimaschutzes war. Man habe die Bürger nicht gut mitgenommen. „Das haben wir nicht gut gemacht, dafür haben wir einen hohen Preis gezahlt“, so Özdemir.

„Wir können uns als Ampel eine Scheibe davon abschneiden, wie geräuschlos hier in NRW regiert wird“, sagt Özdemir über sein schwarz-grün geführtes Gastgeber-Bundesland.
„Die Ampel hat wahrlich Fehler gemacht“
Die Kritik an den eigenen Reihen brach bei Özdemir nicht ab. Zur Streitkultur im Kabinett sagte der 58-Jährige: „Die Ampel hat wahrlich Fehler gemacht. Wir werden es schaffen, wenn wir so weitermachen, dass es kaum irgendwo ankommt, weil wir uns streiten wie die Kesselflicker. Dafür sind nicht Sie verantwortlich, die Journalisten, dafür sind nicht Sie verantwortlich, die Bürger, dafür sind ausschließlich wir in der Ampel verantwortlich, weil wir uns manchmal das Schwarze unter den Fingernägeln nicht gönnen.“
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