Regierung will TÜV-Regeln ändern: Teure Nachuntersuchung jetzt auch bei kleinen Mängeln!
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Derzeit prüft das Bundesjustizministerium eine scheinbar unauffällige Änderung in der Straßen-Verkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO). Doch die hat es in sich! Geplant ist der Wegfall der sogenannten Mängelschleife beim TÜV.
Was genau ist die Mängelschleife? Stellt der Prüfer während der Hauptuntersuchung unerhebliche Mängel am Fahrzeug fest, die sofort behoben werden können, kann die Prüfung abschließend als bestanden beendet werden. Die reparierten Mängel werden im Bericht dokumentiert und eine gültige TÜV-Plakette wird ausgestellt. Mit der bisherigen Praxis können die meisten TÜV-Prüfungen in der Regel noch am selben Tag erfolgreich abgeschlossen werden. Der TÜV Nord schätzt, dass etwa 6 von 10 untersuchten Fahrzeugen die Mängelschleife in Anspruch nehmen, Tendenz steigend.

Die Plakette gibt es auch bei Kleinigkeiten nicht mehr im Vertrauensvorschuss. Stattdessen folgt die Einladung zur kostenpflichtigen Nachuntersuchung.
Was bedeutet der Wegfall der Mängelschleife?
Fällt die Mängelschleife weg, muss der TÜV-Prüfer auch kleinste Schäden dokumentieren und die Prüfung als nicht bestanden beenden. Der Fahrzeughalter muss sich anschließend um die Instandsetzung kümmern und erneut zur Nachuntersuchung erscheinen, bevor er eine gültige TÜV-Plakette erhält.
Dieses Prozedere galt bisher nur, falls der Prüfer gravierende Mängel festgestellt hat. In diesem Fall musste der Fahrzeughalter nach Behebung der Schäden eine Nachprüfung vornehmen lassen, um die TÜV-Plakette zu erhalten. Sollten die Reparaturen für die Nachprüfung nicht binnen eines Monats erfolgen, muss eine neue Hauptuntersuchung anberaumt werden.

Das geht ins Geld: Mit dem Wegfall der Mängelschleife können weitere Werkstattbesuche und im Anschluss eine Nachuntersuchung fällig werden.
Eine Hauptuntersuchung kostet rund 140 Euro und ist drei Jahre nach der Erstzulassung des Fahrzeugs fällig. Später steht der Termin für die Hauptuntersuchung alle zwei Jahre an. Die Kosten für eine Nachprüfung belaufen sich auf rund 30 Euro.
Mit dem Wegfall der Mängelschleife würde für mehr als die Hälfte aller PKW ein zusätzlicher Werkstattbesuch anfallen – auch für kleinste Schäden. Zudem wird im Anschluss eine Nachuntersuchung fällig, die erneut Geld, Zeit und Nerven kostet.
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