Sarrazins bittere Bilanz: Die Politik will nicht über Migrations-Probleme reden
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Auf einmal spricht sich die Regierung über Migration – und zwar nicht frohlockend, sondern kritisch. Kanzler Olaf Scholz ziert die aktuelle Titelseite des Spiegel-Magazins, die Schlagzeile lautet: „Wir müssen endlich im großen Stil abschieben!“
So funktioniert Politik nun mal, sagt Thilo Sarrazin, Bestseller-Autor und Ex-SPD-Politiker: „Wenn Sie sehen, was im Augenblick läuft, nach den jüngsten AfD-Wahlerfolgen: Plötzlich entdeckt man wieder das Thema Migration.“ Sarrazin sieht dahinter taktisches Kalkül: „Das ist eine reine Anpassung an den empfundenen Druck von Seiten der Wähler. Sobald die Politiker das Gefühl haben, dass dieser Druck nachlässt, wird auch das Thema wieder verschwinden. Das ist das Problem.“
Im Gespräch mit „Schuler! Fragen, was ist“ erklärt Sarrazin, dass die Taktik des öffentlichen Ignorierens nur solange funktioniert, bis die Probleme wirklich im ganzen Land spürbar werden. Aktuell sind wir laut Sarrazin „in einer Situation, wo sich in immer weiteren Teilen von Deutschland bis in die kleinen Dörfer in der Tiefe Brandenburgs die Erkenntnis verbreitet, dass wir hier ein Problem haben.“ Der Effekt dieser taktischen Herangehensweise an Probleme wird sich zu einem tiefgreifenden Problem entwickeln, prophezeit der Ex-Finanzsenator von Berlin: Die Bürger würden erkennen, dass die Politik eigentlich kein Interesse hat, über die Probleme zu reden – und verlieren mit der Zeit das Vertrauen. „Und wenn das Vertrauen mal weg ist, kommt es auch nicht leicht zurück. Und das ist jetzt wirklich ein Problem.“

Sarrazin im Gespräch mit NIUS-Politik-Chef Ralf Schuler
Das ganze Interview finden Sie hier:
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Ralf Schuler
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