Schriftstellerin: „Die Grünen sind zu einer Metapher für eine Politik-Haltung geworden: Leuten nicht zuhören, eigene Agenda als alternativlos imprägnieren“
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Der Spar-Haushalt der Ampel-Regierung hat im ganzen Land für Proteste und Unmut gesorgt. Höhere Steuern in der Gastronomie, Bauern auf den Straßen, Spediteure und Handwerker wollen genauso wie Ärzte bessere Arbeitsbedingungen.
Juli Zeh, Schriftstellerin, Juristin und ehrenamtliche Richterin am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg, versteht den Frust in der Bevölkerung:
„Ich glaube, die Grünen sind zu einer Metapher geworden. Da sind die zum Teil Schuld dran. Sie haben es selber gesagt. Es hat etwas mit Moralinsäure, mit einer bestimmten Überheblichkeit zu tun – wird jedenfalls so empfunden. Inzwischen löst es sich aber auch wirklich ab von den real existierenden Politikern. Es ist eine Metapher geworden für eine bestimmte Haltung gegenüber Politik. Und diese Haltung zeichnet sich dadurch aus, dass man Leuten nicht zuhört, sondern dass man eine eigene Agenda hat.“
Diesen Satz sagte Zeh in der gestrigen Ausgabe von Maybritt Illner (ZDF). Es war ein direkter Angriff auf die Partei von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (B´90/Die Grünen), der ebenfalls Teil der Diskussionsrunde war.

Zeh ist seit 2019 ehrenamtliche Verfassungsrichterin in Brandenburg.
Weiter sagt Zeh, dass die Grünen ihre Agenda gerne auch „als alternativlos imprägniert, indem man sagt, es geht um ein wichtiges Problem: Klimawandel, Klimaschutz gibt sowieso keine Verhandlung darüber, und Leuten, die dann ihre eigenen Interessen, ihre eigenen Bedenken (und so weiter) da einbringen wollen, eigentlich immer vorhält: ‚Ihr habt’s nicht verstanden. Ihr seid zu dumm‘.“ Diese Haltung identifiziere man jetzt mit den Grünen, und zwar „massiv“.
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