100.000-Euro-Kampagne: Jetzt warnt die Regierung, dass man ohne Sonnenbrille zu erblinden droht
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Ein Video der Bundesregierung wirbt dafür, den Schutz der Augen vor Sonnenlicht ernst zu nehmen. Dabei richtet sie sich vor allem an junge Menschen und vermittelt ihnen, dass sogar Erblindung drohe, wenn man keine Sonnenbrille trägt, etwa auf einem Festival. Das Video ist Teil einer Kampagne, die insgesamt 100.000 Euro Steuergeld kostete, wie NIUS auf Anfrage erfuhr.
Das Bundesamt für Strahlenschutz war ursprünglich eine Behörde, die sich mit radioaktiver Strahlung befasst. Gegründet wurde sie 1989, drei Jahre nach Tschernobyl. Auch heute noch beschäftigt sie dieses Thema, doch inzwischen ist etwas anderes in den Mittelpunkt gerückt: UV-Strahlung, also die Strahlen der Sonne.
Vor deren Gefahren wird nun in einer Kampagne gewarnt, deren Botschaft sich insbesondere an Kinder und Jugendliche richtet. Sie lautet: Wenn ihr auf einem Musikfestival keine Sonnenbrille tragt, riskiert ihr, zu erblinden.
Hier ein Werbevideo der Kampagne:
In dem Video ist ein junger Mann mit Sonnenbrille auf einem Festival zu sehen. Dazu heißt es: „UV-A/UV-B klingt wie aus dem Lineup von Rock am Ring, kann aber blind machen.“ Anschließend folgt die Botschaft: „Sonnenbrillen sind nicht nur Style-Accessoire. Sie schützen deine Augen vor UV-Strahlung. Lebe UV-sicher!“ Die Bundesregierung greift hier auf eine Urangst der Menschen zurück – die Furcht davor, das eigene Augenlicht zu verlieren.
Kampagne kostet „etwas über 100.000 Euro“
NIUS hat das Bundesamt für Strahlenschutz angefragt, wie viel die Kampagne kostet. „Für die noch laufende Kampagne zum Thema UV-Schutz sind 2026 etwas über 100.000 Euro aus dem Haushalt des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) eingeplant“, so die Antwort der Behörde.
Auf eine weitere Frage von NIUS blieb die Behörde hingegen eine exakte Antwort schuldig. NIUS wollte wissen, wie viele Fälle von Erblindung auf Festivals oder vergleichbaren Veranstaltungen bekannt sind, die auf den Verzicht auf eine Sonnenbrille zurückzuführen sind. Eine genaue Zahl nannte die Behörde nicht. Vielleicht, weil es gar keine gibt?
„Grauer Star kann ohne Behandlung zur Erblindung führen“
Darüber hinaus wollte NIUS wissen, ob das Bundesamt die Gefahr einer Erblindung durch normale Sonneneinstrahlung auf einem Musikfestival tatsächlich für ein realistisches Risiko hält. Auch hier ließ die Behörde eine exakte Antwort vermissen.
Stattdessen antwortete das Bundesamt generisch: „Die ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung) ist der energiereichste Teil der optischen Strahlung. UV-Strahlung ist für den Menschen nicht sichtbar, kann aber Haut und Augen schädigen. Eine langfristige Wirkung von UV-Strahlung auf die Augen ist die Linsentrübung (Grauer Star). Grauer Star kann ohne Behandlung zur Erblindung führen.“
Weiter verwies das Bundesamt auf Informationsmaterialien zum Thema UV-Schutz, etwa auf dessen Website. Auch wies es auf seine Kommunikation zum UV-Index und „auf die Bedeutung eines effektiven Schutzes der Augen vor UV-Strahlung“ hin.
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Felix Perrefort
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