Staatsakt für Wolfgang Schäuble: So kühl verabschiedet sich Angela Merkel von ihrem Mentor
Ein Beitrag von
„Europa hat eine Säule verloren“, sagt Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Montag beim Trauerstaatsakt zu Ehren von Wolfgang Schäuble (CDU) im Bundestag. Vertreter von Union und Opposition würdigen den großen Staatsmann, der den Vertrag zur Deutschen Einheit ausgehandelt, den Umzug der deutschen Hauptstadt von Bonn nach Berlin maßgeblich mit herbeigeführt, ein Attentat überlebt und schließlich Angela Merkel zur CDU-Chefin und späteren Kanzlerin gemacht hat.
Herzliche Worte von allen Seiten und Trauer über einen großen Verlust. Nur der Abschied der Kanzlerin a.D. bleibt seltsam kühl, finden viele in der Union. Zur Trauerfeier in Schäubles Heimatstadt Offenburg reiste Merkel gar nicht an, verwies auf den Staatsakt im Bundestag.
„Nicht immer einer Meinung, aber immer ein gemeinsamer Weg“
Im ZDF-Interview am Rande der Sitzung nannte sie Schäuble einen „Anker von Ruhe und Scharfsinn“, ließ aber an ihren Meinungsverschiedenheiten mit ihrem Mentor keinen Zweifel. Als sie auf Schäubles Vorschlag zur CDU-Generalsekretärin gewählt wurde, habe es ein Plakat gegeben, auf dem sie und Schäuble in unterschiedliche Richtungen blickten, mit der Aufschrift: „Nicht immer einer Meinung, aber immer ein gemeinsamer Weg“. Sie habe sich oft auch „gekabbelt“ mit ihm, der 1972 zum ersten Mal in den Bundestag einzog. Da war Merkel noch nicht einmal zwanzig.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hört Bundeskanzlerin Angela Merkel genau zu. (2020)
Herzlich klingt anders
Noch kühler fiel Merkels Eintrag ins Kondolenzbuch des Bundestages aus. „Im Gedenken an eine spannende, herausfordernde und immer einem Kompromiss dienende Zusammenarbeit! Danke!“

Angela Merkels Kondolenzworte für Wolfgang Schäuble.
Dank für die Zusammenarbeit. Spannend, herausfordernd, Kompromiss – herzlich klingt anders. Es ist ja wahr: In der Euro-Krise vertrat Schäuble eine deutlich härtere Gangart gegenüber Griechenland, wollte das Land gar aus dem Euro werfen. In der Migrationskrise 2015 drängten Parteifreunde den damaligen Finanzminister Schäuble, die Kanzlerin zur Korrektur der Flüchtlingspolitik zu drängen und mit seinem Rücktritt zu drohen. Schäuble lehnte aus Loyalität ab und beschränkte sich auf kritische Andeutungen in der Öffentlichkeit.
Immer einem Kompromiss dienend.
Lesen Sie auch:
Trauerfeier in Offenburg: Deutschland nimmt Abschied von Wolfgang Schäuble
Mehr NIUS:
Alle Linken ganz verzweifelt: NIUS-Kampagne überrollt die BVG
Vorwurf Steuerhinterziehung: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Grünen-Chef Felix Banaszak
Warum Friedrich Merz in den eigenen Reihen als „Quassel-Kanzler“ gefürchtet ist
Neues 13-Milliarden-Loch für Klingbeil! Bund muss Arbeitsagentur noch viel mehr Steuergeld zuschießen
Gewerkschaften kündigen Widerstand an: Fliegt Kanzler Friedrich Merz sein Reform-Gipfel um die Ohren?
Correctiv lässt sich von der EU bezahlen, um über die EU zu berichten
IPCC-Skandal – der Mann, der dem Klima-Papst widersprach: „Ich glaube, dass die jüngste Erwärmung wohl auch schon vor 1000 Jahren erreicht wurde“
Die hartnäckigste Klima-Lüge: 97 Prozent der Wissenschaftler gehen von menschengemachtem Klimawandel aus
Mehr NIUS:
Neues 13-Milliarden-Loch für Klingbeil! Bund muss Arbeitsagentur noch viel mehr Steuergeld zuschießen
Gewerkschaften kündigen Widerstand an: Fliegt Kanzler Friedrich Merz sein Reform-Gipfel um die Ohren?
Correctiv lässt sich von der EU bezahlen, um über die EU zu berichten
IPCC-Skandal – der Mann, der dem Klima-Papst widersprach: „Ich glaube, dass die jüngste Erwärmung wohl auch schon vor 1000 Jahren erreicht wurde“
Die hartnäckigste Klima-Lüge: 97 Prozent der Wissenschaftler gehen von menschengemachtem Klimawandel aus
Verdi-Chef Frank Werneke: „Der Kanzler hat inhaltlich und im Stil komplett am Saal vorbeigeredet“
„Lügenfritz“ ist strafbar: Bürger muss wegen Merz-Beleidigung zahlen
Tabaksteuer: Lassen sich Kanzler Merz und Finanzminister Klingbeil von Brüssel über den Tisch ziehen?
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare