Traditionsunternehmen in NRW plakatiert an Firmenfassade: „Grüne, nein danke“
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- Ein Dürener Traditionsunternehmen plakatiert an der Firmenfassade groß: „Grüne, nein danke“.
- Das über 150 Jahre alte Unternehmen positionierte sich bereits zuvor öffentlich gegen die Grünen.
- Der Geschäftsführer verrät: Die Reaktionen sind „zu 99,9 Prozent positiv“.
Das renommierte Dürener Unternehmen Carl Krafft & Söhne GmbH scheut nicht davor zurück seine Unmut über die Politik zu äußern. Der Anlagen- und Walzenhersteller mit einer Belegschaft von über 140 Mitarbeitern hat an seiner Firmenfassade ein Großplakat angebracht. Abgebildet sind darauf die Bundesaußenministerin Annalena Baerbock und der Wirtschaftsminister Robert Habeck. Darunter prangt der Satz: „Wenn ein Clown in einen Palast einzieht, wird der Clown kein König, sondern der Palast wird zum Zirkus.“ Zusätzlich ist auf dem Plakat der Spruch „Grüne – nein danke“ zu lesen.
Bereits im Rahmen des Bundestagswahlkampfes 2021 hatte das Unternehmen seine Position unmissverständlich gemacht. Damals zierte ein Großplakat die Firmenfassade. Die Botschaft: Geht Wählen, „aber nicht die Grünen“.
Gegenüber der Aachener Zeitung erklärt Krafft-Geschäftsführer Michael Hess nun seine Beweggründe.
Hess: „Die Grünen setzen besonders minderqualifizierte Menschen an ihre Spitze.“
Seine pauschale Kritik an den Grünen verteidigt Hess. „An grüner Politik sehen wir wenig Unterstützenswertes“, erklärt er. Besonders kritisch sieht er die fehlenden Qualifikationen grüner Spitzenpolitiker: „Wir sehen Politiker, die sich ohne jegliche Qualifikation in bestimmte Positionen hieven lassen. Wir befürchten als Folge mangelnder Kompetenz eine Gefährdung unseres Landes.“
Zwar gebe es in allen Parteien weniger qualifizierte Politiker, bei den Grünen zeige es sich allerdings „in besonderer Weise.“ Dabei nimmt er die Parteien in die Pflicht qualifiziertes Personal an die Spitze zu stellen. „Die Grünen missachten das in besonderer Weise und setzen besonders minderqualifizierte Menschen an ihre Spitze.“
Klimawandel: Der Zweck heiligt nicht die Mittel
Dass sich aus seiner Ablehnung der Grünen auch eine Ablehnung von Klimaschutz ableitet weist Hess zurück. Man könne über Klimaschutz-Maßnahmen diskutieren, „aber das Prinzip, dass der Zweck die Mittel heiligt, tragen wir nicht mit. Der Zweck heiligt eben nicht alle Mittel.“
Auf den Vorwurf, AfD-Parolen zu übernehmen kontert Hess: „Interessant ist doch, was gesagt wird – und nicht, wer es sagt.“
Hess: Unter Merkel wurden auch Fehler gemacht
Hess betont außerdem, dass seine Kritik nicht ausschließlich auf die Grünen beschränkt ist. Er kann sich vorstellen, ähnliche Kritik auch an andere Parteien zu richten. In seinem eigenen politischen Engagement, er war 25 Jahre lang CDU-Mitglied, sieht er keinen Widerspruch zu seiner Kritik. „Nicht alle unsere Probleme heute wurden von der Ampel oder den Grünen verursacht. Auch in den 16 Jahren davor sind Weichenstellungen falsch erfolgt.“ Jedoch würde Regierung vergangene Fehler derzeit nicht korrigieren, sondern beschleunigen.
Fast nur positive Rückmeldungen: Die Reaktionen auf seine politische Positionierung, insbesondere auf eine von ihm initiierte Plakataktion, sind nach Aussage von Hess „firmenintern, aber auch extern zu 99,9 Prozent positiv“ ausgefallen. In diesem Sinne sieht er sich in seiner kritischen Haltung bestätigt.
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