Umweltminister Schneider will Kühe züchten lassen, die weniger furzen
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Während die weltweiten Emissionen weiter steigen, unternimmt Deutschland große Anstrengungen und setzt alles daran, seinem Ziel der „Klimaneutralität“ näherzukommen. Im Entwurf zu einem neuen Klimaschutzplan will Umweltminister Carsten Schneider (SPD) die Methanemissionen in der Landwirtschaft senken – unter anderem durch die Zucht von Rindern, die weniger pupsen. Wie konkret eine solche Züchtung aussehen soll, will das Umweltministerium allerdings nicht preisgeben.
„Unfertige Entwürfe kommentieren wir nicht“, heißt es in einer Antwort auf eine NIUS-Anfrage. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) fördert mit „MethaBreed“ bereits ein Projekt zur Reduzierung von Methanemissionen durch gezielte Zucht und Selektion von Milchkühen mit geringerer Methanproduktion. Auf eine NIUS-Anfrage erklärte eine Sprecherin des Ministeriums: „Das Projekt mit einer Laufzeit von drei Jahren wird vom BMLEH mit 1,49 Millionen Euro gefördert.“

Kühe furzen und rülpsen Methan aus.
„Umfassende genetische und züchterische Analyse“
Weiter erklärt die Sprecherin: „Das Ziel ist eine umfassende genetische und züchterische Analyse des Gesamtkomplexes von Methanausstoß, Futtereffizienz und Tiergesundheit inkl. der Rolle des Darm-Mikrobioms bei Milchkühen zu erstellen. Es handelt sich hierbei um einen ganzheitlichen Ansatz zur Zucht auf verminderten Methanausstoß unter Einbeziehung von Tierzucht, funktioneller Mikrobiologie, Veterinärmedizin und Management.“
MethaBreed startete am 1. Januar 2025 und läuft bis 31. Dezember 2027. Beteiligt sind der Förderverein Bioökonomieforschung (FBF) als Projektkoordinator, sowie die Vereinigten Informationssysteme Tierhaltung w.V. (vit), die Universität Hohenheim (UHO), die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) als Verbundpartner.
Im neuen Klimaschutzprogramm skizziert Umweltminister Carsten Schneider außerdem, dass man mit einem Methanmessprogramm zur „Erforschung von Minderungsmaßnahmen“ und weiteren Kontroll- und Nachweissystemen eine Rinderhaltung nach neuseeländischem Vorbild aufbauen will. In Neuseeland werden Methanemissionen in der Rinderhaltung bereits systematisch gemessen, dokumentiert und überprüft, um Schlüsse für politische Maßnahmen daraus zu ziehen.
„Es ist alles absurd“
Landwirt Anthony Robert Lee hält den Entwurf aus dem Umweltministerium für skandalös: „Das ist ein absoluter Klassiker bei der Klima-Thematik, dass man behauptet, die Kühe würden das Klima kaputtfurzen. Ich habe keine Ahnung, wie eine solche Züchtung überhaupt konkret aussehen soll. Es ist alles absurd.“

Prangert die „irre Agrarpolitik“ an und hält den Klima-Aktivismus für „völligen Nonsens“: Anthony Robert Lee.
Bauer Lee, der selbst politisch aktiv ist, ist überzeugt: „Es geht hier klar um die Vernichtung der Milchviehwirtschaft. Man will es den Landwirten so schwer machen wie möglich. Wir sind gerade bei einem Milchpreis für den Liter von um die 30 Cent angekommen, und damit kann ein Landwirt ohnehin nicht überleben. Deswegen sterben die Landwirte eh. Mein Dorf ist so ein Klassiker. Noch vor 10 bis 15 Jahren gab es hier drei Milchviehbetriebe, jetzt gar keine mehr.“ Er selbst könnte nicht von der Landwirtschaft leben, sonst wäre er jetzt pleite. „Ich muss nebenbei noch andere Sachen arbeiten.“
Die Ampelregierung, so Lee, habe offen zugegeben, dass man das Ziel habe, dass weniger Tiere gehalten würden. Der Witz ist doch: „Alles, was wir hier nicht ausstoßen, wird woanders ausgestoßen.“
„Heimischen Bauern wird es extra schwer gemacht“
Auch Landwirt Christian Beissner hält nichts von den Plänen der Bundesregierung. Er nennt es „traurig“, dass die Politik systematisch an der Vernichtung der heimischen Landwirtschaft arbeitet. „Dabei wollen alle Milchprodukte und Fleisch haben. Die Nachfrage in Deutschland ist groß.“
Durch Maßnahmen wie die, die im Klimaschutzplan nun angekündigt werden, mache man es den heimischen Bauern aber extra schwer, gegen die Konkurrenz aus dem Ausland zu bestehen. Dann würden die Produzenten von dort übernehmen, und man hätte eine deutlich schlechtere Qualitätskontrolle. „Wir haben ohnehin schon zahlreiche Kontroll-Behörden und -Instrumente: Das Veterinäramt, zahlreiche Tierwohl-Labels, die Umwelt- und Wasserschutzbehörde, die Naturschutzbehörde und zum Teil jährlich wiederkehrend Zertifizierungen, um unsere Produkte überhaupt verkaufen zu können. Alle laufen hier rum auf meinem Hof, alles muss zertifiziert und abgenommen werden.“
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