Unfassbar, wie viel Geld Marokkaner aus Deutschland in die Heimat überweisen
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Asyl-Bewerber, die nach Deutschland kommen, um Geld – ob erarbeitetes Einkommen oder Sozialhilfeleistungen – in die Heimatländer zu schicken: Für linke Politiker eine Verschwörungstheorie, für bürgerliche Kräfte einer der zentralen Gründe, warum so viele Menschen nach Deutschland kommen, die nicht vor Krieg und Vertreibung fliehen, sondern den Weg nach Deutschland als Flucht aus Armut und Perspektivlosigkeit betrachten.
Dass Asyl-Bewerber aus Deutschland Geld an ihre Familien schicken, ist durch Hunderte anekdotische Berichte von Flüchtlingen zur Genüge belegt.
Geld für die Heimat
In Marokko etwa, das Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) kürzlich besucht hat, um Abschiebeabkommen gegen leichtere legale Migration nach Deutschland zu tauschen, macht das Geld, das Marokkaner aus dem Ausland in die Heimat schicken, stolze acht Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus. In Zahlen: rund 11,5 Milliarden Euro.
Auf Deutschland übertragen ist diese Zahl so relevant wie Chemie-Industrie und Bau-Gewerbe zusammen.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) in Marokko
Das ist auch der Grund, warum eine legale Migration von Fachkräften nach Deutschland für Staaten wie Marokko durchaus interessant sein kann. Marokkanische Regierungsvertreter betonten zwar, Ärzte und Ingenieure würden auch im eigenen Land benötigt. Generell steht die Regierung des Königreichs der Erwerbsmigration nach Deutschland angesichts der relativ hohen Jugendarbeitslosigkeit jedoch positiv gegenüber.
Marokko stellt sich quer
Ob es im Gegenzug klappt, abgelehnte Asyl-Bewerber aus Marokko konsequent abzuschieben, bleibt fraglich.
Sammelabschiebungen in Charter-Flugzeugen hat Marokko dauerhaft abgelehnt, auch bei der Beschaffung von Pass-Papieren hatte sich die Regierung in Rabat quergestellt.
2022 hatten 1183 Menschen aus Marokko Asyl beantragt, nur 55 (4,6 Prozent) haben einen Schutzstatus bekommen. Rund 3700 Marokkaner sind derweil ausreisepflichtig, 2700 von ihnen werden jedoch geduldet.
„Remittances“ ist der Fachbegriff, den der Internationale Währungsfonds für die Zahlungen in die Heimat benutzt. Die Weltbank beziffert das globale Volumen an Rücküberweisungen für das Jahr 2020 auf etwa 660 Milliarden Dollar. Indien (87 Milliarden Dollar), China (53 Milliarden Dollar), Mexico (53 Milliarden Dollar), die Philippinen (36 Milliarden Dollar) und Ägypten (33 Milliarden Dollar).
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