Ungarns Botschafter über Migration: Ungarn schützt und verteidigt Europas Grenzen!
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Sein Chef, Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán, gilt bei vielen als das „Schreckgespenst Europas“, sagt der ungarische Botschafter in Deutschland, Péter Györkös, bei im Gespräch bei „Schuler! Fragen, was ist“. Das sei ein großes, mitunter auch böswilliges Missverständnis, so Györkös. Ungarns Politik richte sich nicht gegen Europa. Im Gegenteil: „Wir wollen die Errungenschaften Europas verteidigen und schützen. Deutschland will jetzt die Binnengrenzen kontrollieren. Wir brauchen aber Kontrollen der Außengrenzen, sonst gehen Binnenmarkt und Schengen-Raum kaputt.“

Unsere kulturelle Identität lassen wir uns nicht nehmen
Den Vorwurf, Ungarn wolle ein anderes, rückwärtsgewandtes Europa, weist Györkös zurück: „Das hat nichts mit ,christlichem Abendland‘ zu tun, wie manche meinen. Obwohl wir natürlich an unserer kulturellen Identität festhalten wollen. Das lassen wir uns nicht wegnehmen. Wir sind erst 2004 dazugekommen, aber wir wollen die Errungenschaften Europas schützen.“
Dass Ungarn und sein Regierungschef Viktor Orbán dennoch regelmäßig in der Kritik stehen, schreibt der ungarische Botschafter dem politischen Lagerkampf zu. Vieles habe allerdings auch damit zu tun, dass nur sehr wenig Menschen Ungarisch sprechen und sich einen authentischen Eindruck von der Politik in Budapest machen können.

Wer uns in die Knie zwingen will, wird scheitern
Diese Auseinandersetzung über die Regeln und Werte Europas „trägt enorm viel ideologisches und politisches Konfliktpotenzial in sich“, sagt Györkös. „Der ungarische Ministerpräsident ist für viele ein Schreckgespenst. Allein in den letzten Tagen habe ich über ihn in deutschen Zeitungen gelesen, er sei der ,Brutus der europäischen Wertegemeinschaft‘, ein ,Polit-Trampeltier‘, er kuschele mit Putin, sei ein ,Enfant terrible‘, ,schwarzes Schaf‘… Er ist sicher ein Politiker eines besonderen Typs, aber er genießt die Unterstützung der Mehrheit der Ungarn. Und in diesen Fragen stehen die Ungarn mehrheitlich hinter ihm. Wenn man mit uns darüber diskutiert, können wir einen Konsens finden. Aber wenn man versucht, uns in die Knie zu zwingen, mit dem Argument, es ginge um Europa, dann wird das scheitern. Wir sind auch Europa.“
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Ralf Schuler
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