Wagenknecht rechnet mit Zeitgeist-Linken ab: „Wenn DAS links ist, bin ich keine Linke“
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Die Ikone der deutschen Linken will nicht mehr links sein!
Sahra Wagenknecht fremdelt nicht nur mit dem, was im öffentlichen Diskurs als „links“ bezeichnet wird, sie hat sich komplett entfremdet. „Also ich war lange Zeit eine überzeugte Linke“, erzählt sie im Gespräch mit „Schuler! Fragen, was ist“. Sie halte das linke Grundprinzip, sich für soziale Gerechtigkeit zu engagieren, auch weiter für sinnvoll. „Aber das, was heutzutage als als links gelabelt wird oder was die Linkspartei vertritt, das hat mit einem mit einem Einsatz für Menschen mit wenig Einkommen eben nichts mehr zu tun. Das sind abgehobene Debatten über irgendwelche Sprachfragen, über radikalen Klimaschutz, der gerade die Ärmeren am meisten schädigt, wenn alles verteuert wird, aber auch Migration, offene Grenzen für alle. Wenn das links ist, bin ich keine Linke, weil damit habe ich nichts zu tun.“
Hier sehen Sie das ganze Gespräch mit Sahra Wagenknecht, Gründerin und Vorsitzende der Partei BSW:
Damit gemeint dürfte nicht nur ihre Ex-Partei sein, sondern auch die anderen Parteien in diesem Spektrum, Grüne und SPD. Zu den ihrer Kritik an offenen Grenzen präzisiert sie: „Wenn ich jetzt sage, jeder, der möchte, kann nach Deutschland kommen, dann verbessere ich mit Sicherheit nicht die Lebensbedingungen gerade der Ärmeren.“ Denn die Effekte von Migration werden nicht in den reichen, sondern in den armen Bezirken in Deutschland sichtbar – beispielsweise folgen daraus Probleme auf dem Wohnungsmarkt und in der Bildung. „Da gibt es dann die Schulen, wo 80 Prozent der Kinder bei der Einschulung kein Wort Deutsch sprechen. Wo das Lernniveau sinkt, da gibt es kulturelle Konflikte.“ Sie könne sich also unmöglich gleichzeitig für Menschen einsetzen, die es schwer haben, und gleichzeitig unkontrollierte Migration fördern.

Wagenknecht im Gespräch mit NIUS-Politik-Chef Ralf Schuler
Ist das nicht purer Populismus, den sie da vertritt? Wagenknecht: „Ich habe immer das Gefühl, dass Politiker, die sehr unpopulär sind, jeden als Populisten bezeichnen, der vielleicht bei den Menschen besser ankommt, weil er auch bessere Angebote hat und auch vielleicht ein bisschen mehr Plan und Kompetenz.“ Und weiter: „Viele Dinge könnte man verändern. Es müsste nicht so schlimm aussehen, wie es jetzt aussieht. Unsere Wirtschaft muss nicht absteigen. Wir könnten unsere Industrie im Land halten. Und wenn man den Menschen das in Aussicht stellt und sagt, dann müsste sich aber das und das ändern, dann ist das eigentlich nicht populistisch. Populär ist es allerdings vielleicht, weil Menschen möchten ja doch lieber im Wohlstand leben, als sich von irgendwelchen Politikern alles kaputt machen zu lassen.“
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Ralf Schuler
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