Wegen TV-Eklat: Merkel-Berater soll Schützenkönig-Würde entzogen werden
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Seine Schützenbrüder trugen ihn auf Schultern durch das Zelt – jetzt fordern sie, dass er das Königssilber ganz schnell abstreifen soll!
Christoph Heusgen (CDU) hat Ende August beim berühmten Neusser Schützenfest die Königswürde errungen. Wütende Kameraden wollen zwei Monate später ihren König loswerden. Der Grund: Am Dienstagabend hatte der einst wichtigste außenpolitische Berater von Kanzlerin a.D. Angela Merkel (CDU) und heutige Chef der Münchner Sicherheitskonferenz im ZDF „heute journal“ ein Interview zum Hamas-Terror gegen Israel gegeben und den brutalen Angriff auf israelische Zivilisten schlicht als „Aktion“ der Hamas bezeichnet und Israel von einer Gegenoffensive abgeraten.
Außerdem übernahm der frühere deutsche UN-Botschafter Heusgen eine Wendung von UN-Generalsekretär Antonio Guterres, wonach die Angriffe der Hamas „nicht im luftleeren Raum“ stattgefunden hätten. Botschaft: Es gab ja nachvollziehbare Gründe für das Abschlachten von wehrlosen Zivilisten und geköpfte Kleinkinder. Guterres hat sich inzwischen für seine Rede entschuldigt, die einen Eklat in den UN ausgelöst hatte.

Heusgen im Skandal-Interview beim ZDF
Schützenbrüder fordern Rücktritt
„Er hätte schweigen müssen“, sagt Marcel Offermann, Grenadier des Neusser Schützenzuges. „Als Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz hat er zwar ein Amt inne, dies gebietet in einer solchen Situation indes auch eher Zurückhaltung, denn klare, zudem noch anti-israelische, Ansichten.“ Inzwischen mehren sich die Stimmen, die einen Rücktritt Heusgens fordern, so Offermann, der darauf verweist, dass der Schützenkönig nicht nur für sich selbst, sondern für 6000 Neusser Schützen spricht.
Offermann: „Besonders bitter, wenn nicht gar zynisch, müssen sich seine Worte für den unterlegenen Mitbewerber an der Vogelstange, Bert Römgens, angehört haben. Römgens, selbst Jude und auch Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf-Neuss, wirbt in diesen Tagen offensiv und erfolgreich um Zusammenhalt und Solidarität mit den jüdischen Mitbürgern und den Menschen in Israel.“ Heusgen hatte sich beim Schützenfest am 28. August gegen Römgens durchgesetzt und das Schießen gewonnen.
Hier sehen Sie das Video, wie Heusgen als König durch das Zelt getragen wird:
Rückendeckung aus seiner eigenen Partei gibt‘s auch nicht, eher Fassungslosigkeit. „Ich bin entsetzt“, sagt Markus Kuhl, CDU-Kommunalpolitiker und Ex-Junge-Union-Chef in Neuss, der heute als Schulleiter in Krefeld arbeitet. Kuhl sagte NIUS: „Er sollte den Schützenkönig sofort niederlegen. Das ist auch nicht mehr reparabel! Wer nicht sagt, wer das Leid in Israel zu verantworten hat, ist untragbar.“ Sollte Heusgen bleiben, will er nicht mehr beim Schützenfest mitmarschieren.
Der Neusser Historiker Dr. Michael Hesemann sieht das genauso: „In dieser Zeit kann man nur auf einer Seite sein: Auf der Seite der einzigen Demokratie im Nahen Osten, der Deutschland schon historisch verpflichtet ist, oder auf der Seite feiger islamistischer Mörder, die hemmungslos Kinder und Jugendliche geschändet und massakriert haben. Einen Sympathisanten des Hamas-Terrors würde ich in meinen Reihen nicht dulden.“
Besonders perfide: Der Defiliermarsch der stark katholisch geprägten Neusser Schützen, zu dem Heusgen als neuer Schützenkönig auf Schultern durch das Zelt getragen wird (siehe Video oben), ist das alte Weihnachtslied „Tochter Zion, freue dich. Jauchze laut, Jerusalem“, dass die enge Verbindung von Christen- und Judentum unterstreichen soll.
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Ralf Schuler
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