Weimer über Korruptionsskandal: Möchten Sie keine Aufarbeitung, Herr Weimer? – „Nein“
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Kulturstaatsminister Wolfram Weimer erklärt bei „titel thesen Temperamente“ in der ARD, dass er den Korruptionsskandal um seine Person nicht aufklären möchte. Zudem behauptet er, er wisse nichts von den Verkaufsunterlagen seines Unternehmens, nach denen er „Einfluss auf politische Entscheidungsträger“ verkaufe.
Ständig erklärt Weimer in dem fast fünfzig minütigen Talk, dass die Moderatorin „streng“ mit ihm sei. Die fragt Wolfram Weimer beispielsweise, ob er wolle, dass die Korruptionsvorwürfe gegen ihn aufgrund seines Unternehmens Weimer Media Group aufgearbeitet werden sollen. „Nein“, antwortet der Kulturstaatsminister.
Ob er nicht denke, dass er Fehler gemacht habe, fragt ihn die Moderatorin. Auch hierauf antwortet Weimer „Nein“. Ob er bestätigen könne, dass sein Unternehmen Weimer Media Group, an dem Weimer über eine Treuhand fünfzig Prozent der Anteile hält, in seinen Verkaufsunterlagen „schwarz auf weiß“, so die Moderatorin, anbiete, „Zugang zu politischen Entscheidungsträgern“ zu verkaufen? Weimer antwortet: „Ich weiß nicht, worauf Sie sich beziehen.“
Vor drei Wochen hatte das Medienportal Apollo News recherchiert, dass die Weimer Media Group exklusive Zugänge zu Politikern für bis zu 80.000 Euro verkauft – darunter auch Weimers eigene Kabinettskollegen wie Thorsten Frei, Dorothee Bär oder Katherina Reiche. Die hatten inzwischen teils erklärt, zwar an dem Event, aber nicht an den angebotenen „Exekutive Nights“ teilzunehmen.
Weimer erklärt sich zum Opfer einer „Kampagne aus dem Umfeld der AfD“
Wieder einmal erklärt Wolfram Weimer, Opfer einer „Kampagne aus dem Umfeld der AfD“ zu sein. Die Moderatorin erklärt darauf, dass auch die FAZ, taz, Süddeutsche Zeitung oder ZEIT Online über die Vermischung von privaten und öffentlichen Interessen in seinem Fall berichtet hätten.
Weimer aber lässt nicht locker. Es gehe ihnen (der AfD) „um den Kulturbegriff“. „Sie wollen die Deutungshoheit über die Kultur“, so Weimer. Ein Teil der Kritik an ihm sei außerdem darauf zurückzuführen, dass er „Quereinsteiger“ sei. Das wäre eine klassische „Quereinsteiger-Thematik“, erklärt der Kulturbeauftragte.
Auch von Drohnen-Flügen über seinem Haus spricht Wolfram Weimer, die „von AfD-Kreisen“ kämen. Anschließend würden „Schnipsel“ davon an seine Familie und ehemalige Mitarbeiter gesandt. NIUS fragte beim Kulturstaatsminister an, welches Haus er meine, seine Privat- oder Firmenadresse, und woher er die Absender identifizieren könne. Weimer ließ über seine Pressestelle ausrichten, dass seine Aussagen bei ttt für sich stünden.
Die Moderatorin lässt Weimer seine Antworten indes selten durchgehen. Als Weimer versucht, die Machenschaften seines Unternehmens mit dem eines Landwirtes, der in die Politik ging, zu vergleichen, erklärt die Journalistin ruhig, dass ein Landwirt ja eher selten Netzwerktreffen mit Politikern veranstalte.
Mehr NIUS: Warum distanziert sich Wolfram Weimer nicht von der linken Gewalt in Gießen?
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