Wer ist AfD-Spitzenkandidat Hans-Christoph Berndt?
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Die ersten Prognosen sind da: Mit Hans-Christoph Berndt hat die AfD bei der Landtagswahl in Brandenburg 29 Prozent der Stimmen auf sich versammelt. Wer ist der Mann, den die AfD als Spitzenkandidat für das Amt des Ministerpräsidenten aufgestellt hat?
Hans-Christoph Berndt ist 1956 in der DDR geboren. Er wuchs in Ostberlin auf, wo er 1975 sein Abitur machte. Als gelernter Zahnarzt arbeitete er später an der Berliner Charité, wo er den Personalrat leitete. Politisch aktiv wurde er erst spät. 2018 ist er in die AfD getreten, 2019 zog er mit ihr in den Landtag ein. 2015, im Jahr von Merkels Grenzöffnung, gründete Hans-Christoph Berndt in Cottbus den Verein „Zukunft Heimat“, der sich gegen die Politik unkontrollierter Zuwanderung richtet. Die Kampagne des Vereins „Grenzen ziehen“ organisierte Demonstrationen, an denen mehrere Tausend Menschen teilnahmen. Berndt trat als Redner bei ihnen auf.

Hans-Christoph Berndt, Fraktionsvorsitzender der AfD im brandenburgischen Landtag, spricht auf der Demonstration von „Zukunft Heimat“.
„Kindisches Wegsehen vor Migrationsproblemen“
Laut Verfassungsschutz gibt es ein „strukturelles Zusammenwirken“ zwischen dem Verein und dem AfD-Landesverband Brandenburg. Der Verein so wie auch AfD-Politiker Berndt werden vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft – Beurteilungen, die mit Vorsicht zu genießen sind, da die unter der Weisungsaufsicht der Regierung stehenden Verfassungsschutzbehörden inzwischen offenkundig dazu eingesetzt werden, den politischen Gegner zu bekämpfen.
Die allgemeine Problemlage Deutschlands schildert er folgendermaßen: „Jeder von ihnen spürt, dass es hier gewaltig schiefläuft im Land. Es fing an mit Corona-Maßnahmen, die mehr Schaden angerichtet haben als Nutzen. Es geht weiter mit der fortgesetzten Zerstörung unserer Natur mit Windkraftanlagen und dem suizidalen Boykott von russischem Öl. Es geht weiter mit der blamablen Schul- und Bildungspolitik (…) und es setzt sich fort mit der unendlichen Geschichte des kindischen Wegsehens vor den Problemen der Migration.“ Im Video ist das Zitat in voller Länge zu sehen. Es ist von der Pressekonferenz, auf der er seine Kandidatur bekanntmachte.
Politik für „die eigenen Leute“
Auf die Frage, was er als Erstes machen würde, wenn er Ministerpräsident werden würde, sagte er gegenüber phoenix: „Als Erstes würde ich einen Erlass erlassen, dass keine Regenbogenfahnen mehr aufgezogen werden, sondern nur noch schwarz-rot-goldene und Brandenburg-Fahnen, um deutlich zu machen, dass unsere Politik darauf ausgerichtet ist, für die eigenen Leute da zu sein. Ich halte es für überfällig, dass wir in Deutschland mal wieder Politik für die eigenen Leute machen und nicht für die Welt und für sonst wen.“
So wie hier gibt sich Berndt volksnah – wie die Brandenburger AfD insgesamt. Dabei sind die beruflichen Hintergründe interessant: Als Personalrat-Leiter vertrat der Spitzenkandidat die Arbeitnehmerinteressen. Der Vorsitzende des Landesverbands, René Springer, ist Elektriker mit Meisterabschluss und wurde als Bundeswehrsoldat in Afghanistan eingesetzt. Direktkandidat Dennis Hohloch arbeitete seit 2017 als Lehrer in Berlin. Kurz: Es sind Politiker, die keine abgehobenen Eliten repräsentieren.
Auch das dürfte ein Grund dafür sein, warum die AfD in Brandenburg ein sehr gutes Wahlergebnis einstreicht – auch wenn es für das Amt des Ministerpräsidenten voraussichtlich nicht reicht. Bei der Landtagswahl 2019 lag die AfD bei 23,5 Punkten, heute sind es circa 7 Prozent mehr.
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